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Mais

Unter die Lupe genommen: Börsenanalyse Mais

© Tobias Marx/aboutpixel
von , am
29.08.2011

Mannheim - Beim Mais zeigt sich aktuell eine Diskrepanz zwischen der Situation in Europa und den weltweiten Ernteprognosen sowie der Versorgungsbilanz.

© Tobias Marx/fotolia
Beim Blick auf die Felder vor unserer Haustür werden Erwartungen für eine reiche Ernte genährt. In den USA, dem größten Mais-Produzenten, werden die Ernte-Erwartungen hingegen von Woche zu Woche reduziert.
 
Börse: Kontrakte werden vom Weizenmarkt gesteuert
 
Die Börsenaktivität der Mais-Kontrakte an der Matif in Paris werden fast ausschließlich gesteuert durch den benachbarten Weizenmarkt, in dessen Windschatten die Kurse sich aktuell seitwärts bewegen.
 
Seit dem allgemeinen Kurs-Rückgang von Mitte Juni bewegen sich die Notierungen in einem immer schmaler werdenden Korridor mit einem deutlichen Widerstand bei der 50 Prozent Fibonacci-Retracement-Linie bei 211,20 Euro je Tonne.

Aktuelles aus dem Mais-Markt

Candle Stick Chart von Matif Corn November 2011: Grüne Candles bedeuten steigende Kurse, rote fallende Kurse. © d:trader
Vom USDA wurde die weltweite Maisproduktion in seinem Bericht vom 11. August mit 860,52 Millionen Tonnen beziffert. Der weltweite Endbestand in der Saison 2011/12 wurde mit 114,5 Millionen Tonnen angenommen und verringert sich gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2010/11 damit um 8,4 Millionen Tonnen. Die weltweite Maisbilanz präsentiert sich mehr als angespannt.
 
EU: Maispflanzen profitieren von Witterungsbedingungen
 
Die EU-Produktion wurde vom USDA mit gut 60 Millionen Tonnen veranschlagt. Der Infodienst MARS (Prognosedienst der EU-Kommission) hat in seinem August-Bericht die Ernteprognose für die EU auf 61,51 Millionen Tonnen taxiert. Unter den aktuellen Witterungsbedingungen profitieren die Maispflanzen weiterhin. Vor dem Hintergrund der engen Bindung der Börsen-Kurse an den Weizen in Korrelation zur fundamentalen Situation könnte sich eine Abkopplung des physischen Marktes vom Börsenkurs vollziehen.
 
USA: Bestände werden wöchentlich abgewertet
 
Aus den Bundesstaaten Arkansas, Louisiana und Tennessee werden bei ersten Ernteergebnissen Hektarerträge von 0,5 bis 0,6 Tonnen unter denen des Vorjahres gemeldet. Da in diesen Staaten lediglich rund zwei Prozent der US-Ernte produziert wird, ist dies sicherlich von eher untergeordneter Bedeutung. Aber auf Erntebesichtigungstouren im eigentlichen Corn-Belt wurde von Teilnehmern in Illinois, dem nach Iowa zweitgrößten Mais-Produzenten, Hektarertrage von 9,28 Tonnen ermittelt verglichen mit 10,85 Tonnen je Hektar in 2010. Vom USDA wurde im August-Bericht der durchschnittliche Hektarertrag mit 10,65 Tonnen angenommen. Wöchentlich werden die Bestände beim Mais weiter abgewertet. Aktuell entfallen nur noch 57 Prozent in die Kategorie "gut bis sehr gut" (Vorjahr: 70  Prozent). Eine weitere Reduzierung der Ernte-Prognose für die USA wird damit immer wahrscheinlicher.
 
 Nach der Ernte ist vor der Ernte: Kaum sind die Bestände von den Feldern, wird es wieder Zeit zu sähen. Uns interessiert, wie weit Sie mit der Rapsaussaat sind. Machen Sie doch einfach bei unserer nebenstehenden Umfrage mit und sehen Sie den aktuellen Zwischenstand.
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