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Mais

Mais: Blattkrankheiten sind wenig erforscht

von , am
02.07.2013

Blattkrankheiten im Mais können mit sehr verschiedenen Schadbildern auftreten und eine Diagnose ist oft schwer. Es besteht noch ein großer Forschungsbedarf zeigen aktuelle Studien.

Fusariumbefall am Blattgrund © Bornemann/LWK Niedersachsen
Der Maisanbau hat insgesamt stark zugenommen. Im Vorjahr lag die Maisanbaufläche allein in Niedersachsen deutlich über der Marke von 600.000 Hektar. Neben den bekannten Problemen im Bereich der Unkrautbekämpfung treten in pfluglosen Anbausystemen zunehmend Blattkrankheiten in Erscheinung, stellte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen fest. Nach den Ergebnissen langjähriger Untersuchungen der niedersächsischen LWK fallen die Ertragsminderungen durch die Blattfleckenerreger viel geringer aus, als es einige Ergebnisse aus den Abschlussbonituren vor der Ernte befürchten lassen. "Dies gilt auch für die durch Fungizidbehandlungen erzielten Mehrerträge trotz akzeptabler Wirkungsgrade und möglicher physiologischer Leistungen", heißt im Ergebnisbericht der Kammer.

Diagnose ist schwierig

Vom Spektrum der Blattkrankheiten ist in den vergangenen Jahren vor allem ein verstärktes Auftreten des Blattfleckenerreger Helminthosporium turcicum in Niedersachsen beobachtet worden. Neben dieser Pilzkrankheit treten die Erreger der Carbonum-Blattflecken (Cochliobolus carbonum), der Augenfleckenkrankheit (Kabatiella zeae) oder des Maisrostes (Puccinia sorghi) in Einzeljahren stärker in Erscheinung. Da die verschiedenen Schadbilder sehr stark variieren, sei eine eindeutige Diagnose der verschiedenen Blattfleckenerreger auf dem Feld oft schwierig, in Zweifelsfällen sorge ein Labornachweis für Sicherheit, erklärt die Kammer. Hier haben auch die Befallsstärke, das Stadium der Pilzentwicklung, die Sorte und die Nährstoffversorgung einen Einfluss.

Es besteht Forschungsbedarf

Auch Fusariosen können den Mais bekanntlich stärker befallen, so dass auch eine Futterbelastung durch Mykotoxine diskutiert wird. Hier konnten in jüngsten Versuchen jedoch keine Orientierungswertüberschreitungen für beispielsweise Maissilage festgestellt werden. Die Versuchsaktivitäten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hätten in den vergangenen Jahren vor allem eines gezeigt: Zum Auftreten, der Biologie und Epidemiologie der Blattkrankheiten im Mais besteht noch ein immenser Forschungsbedarf, hier stehen wir sozusagen noch am Anfang.

 

Vegetationsreport: Gestresste Rüben und Mais (19.6.2013)


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