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Mais

Mais: Herbizidstrategie an Grasuntersaat anpassen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
16.08.2013

Bonn - Grasuntersaaten eignen sich als Baustein, um die Bodenfruchtbarkeit im Maisanbau zu fördern. Die intensive Durchwurzelung begünstigt die Bodenstruktur.

Mit Hilfe einer Grasuntersaat ist eine fast ganzjährige Begrünung der Ackerflächen möglich und damit ein wichtiger Baustein zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit. © Mühlhausen/landpixel
Grasuntersaaten sind ein wichtiger Baustein zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit im Maisanbau. Die intensive Durchwurzelung begünstigt die Bodengare. Von entscheidender Bedeutung sei es, die Herbizidbehandlung im Mais und die Untersaat exakt aufeinander abzustimmen, erläuterte Heinrich Romundt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen der Pflanzenschutztagung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) in Münster.
 
Bei der Untersaat hat sich die Grasmischung aus Deutschem und Welschem Weidelgras bewährt. Die Aussaat der schnell wachsenden Gräser erfolgt bei 50 bis 70 Zentimeter Wuchshöhe des Maises breitwürfig ohne Einarbeitung. Rotschwingel- oder Schafschwingelmischungen, die deutlich toleranter gegenüber Trockenheit sind, werden hingegen direkt vor oder nach der Maisaussaat mit der Drillmaschine ausgebracht.

Spezifische Herbizidempfehlungen

Die Wahl der Unkraut- und Ungraspräparate wirkt sich entscheidend auf die Entwicklung der Untersaat aus. Deshalb müssen die Landwirte neben einer sicheren Herbizidwirkung im Maisbestand auch die Verträglichkeit gegenüber der Untersaat berücksichtigen. Das Schadrisiko steige, je enger der Abstand zwischen der Grasaussaat und der Herbizidbehandlung werde, meinte Romundt. Besonders problematisch seien die schwankenden Verträglichkeiten bei Präparaten mit bodenwirksamen Bestandteilen.
Seit einigen Jahren etabliert sich die Unkrautbekämpfung in Spritzfolgen. Teilmengen von weniger gut verträglichen Bodenherbizid-Kombinationen müssen bis zum 2-3-Blatt-Stadium des Maises appliziert sein. Bei Nachbehandlungen dürfen nur Untersaat-verträgliche Präparate genutzt werden. Da die Untersaaten zu unterschiedlichen Terminen ausgebracht werden, sind spezifische Herbizidempfehlungen notwendig.

Aussaat und Pflanzenentwicklung

Die Entwicklung der Untersaaten wird zusätzlich durch den Standort, die Aussaatbedingungen, die Folgewitterung sowie die Beschattung durch die Kultur beeinflusst. So wirkt sich eine lange Sommertrockenheit besonders nachteilig auf Weidelgräser aus. Um die Auflaufrate zu stabilisieren, bietet sich die kombinierte Ausbringung mit Gülle oder Gärrest im Schleppschlauchverfahren an. Die gleichzeitige Einarbeitung mit der Schleppschuhtechnik ist in der Erprobung. Hohe Bestandesdichten, die Wuchshöhe oder stark beschattende Maistypen können das Wachstum erheblich beeinflussen. Deshalb bieten sich besonders kürzere und frühreife Maistypen an. Sie begünstigen die Untersaat, ohne Maisertrag zu verschenken.

Untersaaten sind von Vorteil

Grasuntersaaten wirken sich in mehrfacher Hinsicht positiv aus. Neben der höheren Bodenfruchtbarkeit mindert die über den Winter vorhandene Pflanzendecke die Wasser- und Winderosion und konserviert die in der Pflanze gespeicherten Nährstoffe. Winterharte Gräser sind dabei vorteilhafter. Mehrjährige Versuche haben ergeben, dass ein Speicherpotenzial von durchschnittlich 40 Kilogramm Stickstoff je Hektar zu erwarten ist.
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