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Mais

Mais: Lohnt sich der Einsatz von Fungiziden?

© Markus Grundner
von , am
10.07.2015

Seit letztem Jahr sind zwei Fungizide für den Mais zugelassen, allerdings nur unter strikten Voraussetzungen. Aber was bringen sie in der Praxis? Ist der Einsatz wirtschaftlich sinnvoll?

Bei der Maisblattdürre kann der Mais binnen drei Wochen nahezu komplett absterben. © Markus Grundner
Braucht man Fungizide im Mais? Und wenn ja, darf man sie einfach so einsetzen? Lange Zeit galt Mais als Gesundfrucht. Eine Pflanze, die in unseren Breitengraden nicht von Blattkrankheiten befallen wurde. In jüngster Zeit werden vor allem der zunehmende Maisanteil in den Fruchtfolgen und die reduzierte Bodenbearbeitung als treibende Faktoren für Krankheiten angeführt.

Fungizideinsatz bei Maisblattdürre ohne Mehrertrag

In Bayern tritt insbesondere Setosphaeria turcica, die Maisblattdürre, auf und kann in anfälligen Sorten Ertragsverluste verursachen. Aufgrund des Befalls mit Maisblattdürre wurde in Bayern bereits im Jahr 2002 begonnen, Fungizidversuche anzulegen. Im Silomais wurde bei Fungizidspritzung zum frühen Termin im Durchschnitt 1 Prozent Mehrertrag erzielt und in keinem der Versuche wurde zu diesem Termin ein statistisch absicherbarer Mehrertrag festgestellt. Die späte Anwendung brachte im Mittel 2 Prozent Mehrertrag. Der maximale Zuwachs an Gesamttrockenmasse betrug 3 Prozent.  Die amtlichen Versuche aus Bayern zeigen, dass unter Versuchsbedingungen durch Fungizidspritzungen in Mais kein wirtschaftlicher Mehrertrag zu erzielen ist.

Fungizideinsatz gegen Mykotoxine ohne Effekt

Witterungsbedingt gab es 2014 in Körnermais höhere Mykotoxinbelastungen durch Fusarienpilze. Die Auswirkungen der Maisfungizide auf den Mykotoxingehalt wird bereits seit 2011 in den bayerischen Versuchen geprüft. 2011 bis 2013 lagen die Belastungswerte in allen Varianten weit unter den Grenzwerten. Die Ergebnisse 2014 zeigen keinen eindeutigen Effekt der Fungizide auf den Mykotoxingehalt.  Um die Belastung mit Mykotoxingehalten gering zu halten, wird neben den vorbeugenden Maßnahmen wie Fruchtfolge und wendende Bodenbearbeitung die gezielte Sortenwahl empfohlen. Vor allem in Gebieten mit später Körnermaisernte sollten wenig anfällige Sorten ausgewählt werden.

Fungizideinsatz nur nach Warndienstaufruf erlaubt

2014 wurden in Deutschland mit Retengo Plus (Wirkstoffe: Epoxiconazol + Pyraclostrobin) und Quilt Xcel (Wirkstoffe: Propiconazol + Azoxystrobin) zwei Präparate zur Bekämpfung der Maisblattdürre (Setosphaeria turcica) zugelassen.
Der Einsatz ist jedoch an folgende Auflagen geknüpft:
  1. Es muss ein amtlicher Warndienstaufruf vorliegen. In Bayern ist dafür die LfL federführend.
  2. Ein Warndienstaufruf kann nur in hoch anfälligen Sorten und nur in Verbindung mit den Befall fördernden Standortgegebenheiten (z. B. Maisstroh des Vorjahres liegt in großen Mengen an der Bodenoberfläche und der Bestand ist aufgrund von Bodenverdichtungen geschwächt) und Witterung (Luftfeuchtigkeit am Tag mindesten zehn Stunden über 95 % in Verbindung mit Temperaturen zwischen 20 bis 30 °C über eine längere Periode) erfolgen. Ein vorbeugender Einsatz der Fungizide, das heißt, wenn keine sichtbaren Blattflecken im Maisschlag vorhanden sind, ist nicht erlaubt.
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