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Praxischeck Glyphosatalternativen

Kann Mais ohne Pflug und ohne Glyphosat funktionieren?

Kurzscheibenegge zur Maisaussaat
am
17.05.2019

Pflugverzicht und Glyphosatverzicht scheinen unvereinbar. In unserer Serie berichten wir regelmäßig über einen Praxisversuch in Niedersachsen: Wir vergleichen bekannte und ganz neue Verfahren zur Unkrautbekämpfung mit Eisen, Chemie und Strom.

Ohne Pflug und ohne Glyphosat? Kann das überhaupt funktionieren? Mulch- und Direktsaatbauern haben große Zweifel. Bei dauerhafter pflugloser Bearbeitung war Glyphosat bisher ein wichtiges Werkzeug. Ohne das Herbizid müssten Unkräuter und Ausfallgetreide künftig mit anderen Mitteln reguliert werden.

Eine Möglichkeit sind zusätzliche Bodenbearbeitungsschritte. Mit dem Eingriff in die Bodenoberfläche steigt aber das Erosionsrisiko durch Wind und Wasser. Vor allem am Hang ist das ein Problem. Auch auf das Bodenleben wirkt sich der Bodeneingriff negativ aus.

Praktiker erproben und vergleichen neue Verfahren

Die GKB-Arbeitsgruppe Smarte Unkrautkontrolle

In der Gruppe „Smarte UNkraut Kontrolle“ suchen Landwirte der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e. V. (GKB), Bodenprofis, Berater und Digitalisierungsexperten nach Alternativen.

Sie wollen gewappnet sein, wenn Glyphosat nicht mehr in dem Umfang wie heute verwendet werden darf.  

Mit dabei sind:

  • Burkhard Fromme, Ackerbauer aus Scheppau im niedersächsischen Landkreis Helmstedt. Er sammelt seit 30 Jahren Erfahrungen beim Pflugverzicht und ist stellvertretender Vorsitzender der GKB.
  • Dr. Jana Epperlein, Geschäftsführerin bei der GKB,
  • Anja Schmidt von der GKB koordiniert die Versuche und wertet sie aus.

Die EU fördert das EIP-Forschungsprojekt in Niedersachsen auf zwei Mitgliedsbetrieben der GKB e.V. Die Gruppe will die politische und gesellschaftliche Diskussion um den Wirkstoff aufgreifen und Impulse setzen.

Dazu erprobt die Arbeitsgruppe Verfahren, die einen Ackerbau ohne Pflug und ohne Glyphosat ermöglichen. Entscheidend ist, dass sie praxistauglich, wirtschaftlich und umweltverträglich sind.

Erprobte Verfahren sollen auf möglichst vielen Betrieben umgesetzt werden. Dazu soll es regelmäßige Berichte geben.

Praxischeck: Mechanik versus Chemie versus Strom

Im aktuellen Versuch im Landkreis Helmstedt prüft die Gruppe die Unkrautbekämpfung im Mais. Um Unkräuter und Ausfallgetreide vor der Saat zu regulieren, kamen bekannte und neue Techniken zum Einsatz:

  • Chemie: Eine Teilfläche haben die Praktiker mit dem Breitbandherbizid Glyphosat behandelt und der Mais wurde anschließend in Direktsaat gedrillt.
  • Mechanik I: Als mechanische Alternativen kamen extrem flach und ganzflächig arbeitende Bodenbearbeitungsgeräte wie CrossCutter Disc von Väderstad und Corona von Kerner zum Einsatz.
  • Mechanik II: In einer weiteren Variante wurde die betriebsübliche Technik mit der Großzinkenfederegge Allrounder von Köckerling eingesetzt.
  • Strom: Eine völlig neue Möglichkeit der Unkrautkontrolle hat das Team mit dem Gerät XPower der Firma Zasso getestet. Das elektrophysikalische Verfahren beruht auf einer strombasierten Unkrautbekämpfung.
  • Biologisch: In einer biologischen Variante wurde der Mais ohne Herbizid und mechanischen Eingriff mit einer Untersaat in Direktsaat als dauergrünes System gedrillt.

Funktionieren die Verfahren?

Wie sind die Bestände aufgelaufen und wie die Unkräuter? Welches Verfahren bekämpft welche Kräuter und Gräser besonders effektiv? Wo liegen die Tücken der Technik und mit welchen Kosten ist zu rechnen?

In unserem nächsten Tagebucheintrag berichten wir, wie erfolgreich die Varianten bislang waren.

Mit Material von Anja Schmidt, GKB

Statt Glyphosat: Mechanik, Bio und Strom

1Corona
2mechanische Varianten_bearb
OG Smarte Unkrautkontrolle
3Zasso_2
4Maisaussaat
5Bonitur_Regenwürmer
6Regenwurmfänge
7SoilVita-Test_1
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