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Saatgutversorgung und Sortenwahl

Mais-Saatgut 2023: Darum sind Engpässe bei vielen Sorten programmiert

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am Sonntag, 30.10.2022 - 06:30 (Jetzt kommentieren)

Viele Maissorten sind beim Frühkauf günstiger zu haben. Wegen der Dürre ist jedoch insgesamt weniger Saatmais verfügbar. Auch wenn Rabatte locken, sollten Sie nicht die Katze im Sack kaufen, sondern die Versuchsergebnisse abwarten.

Kaum ist die Maisernte 2022 eingefahren, da werben Züchter und Händler für 2023 schon mit Rabatten und Preisvorteilen fürs Saatgut im kommenden Jahr. Oft drängen die Firmenvertreter mit der ungünstigen Versorgungslage zum Frühkauf. Maisanbauer sollen möglichst frühzeitig ordern.

Besser ist es aber meistens, die Ergebnisse der offiziellen Leistungsprüfungen und Landessortenversuche (LSV) abzuwarten. Oder auf die eigenen Erfahrungen zu vertrauen. Auch wenn vor allem ganz neue Sorten bereits weit vor der Saat ausverkauft sein mögen. Am Markt sind Hunderte Maissorten. Und es existiert nicht nur die eine perfekte Sorte.

Die aktuellen Ergebnisse der Landessortenversuche aus Ihrer Region finden Sie bei www.hetairos.com - dem digitalen Sortenführer von agrarheute.

Warum einige Maissorten schnell ausverkauft sein könnten

In den vergangenen Jahren waren etliche neue Maissorten vielerorts schnell ausverkauft. Schon 2022 und auch vor der Maisaussaat 2021 waren viele Sorten relativ früh überhaupt nicht mehr zu haben. Zum Teil verkauften diverse Anbieter sogar mehr Ware im Frühbezug als physisch tatsächlich vorhanden war.

Selbst bei durchdachter Sortenwahl und rechtzeitiger Bestellung mussten viele Anbauer kurz vor der Aussaat auf andere Maissorten ausweichen. Das könnte zur Maissaat 2023 wieder passieren. Nicht von jeder Sorte steht dann unbegrenzt Ware verfügbar. Denn die Erzeugung von Saatmais wurde auch dieses Jahr durch die europaweite Trockenheit deutlich beeinträchtigt.

Bei der Saatgutproduktion erwartet etwa Frankreich Einbußen zwischen 25 und 30 Prozent. Wegen der vergleichbaren Entwicklungen in weiteren wichtigen Erzeugerländern, etwa Rumänien und Ungarn, sei mit Versorgungsengpässen bei bestimmten Sorten zu rechnen.

Warum Erzeuger wie Frankreich eine sehr schlechte Maisernte hatten

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In Frankreich sind die Erträge der diesjährigen Körnermaisernte miserabel. Der Verband der Maiserzeuger erwartete für 2022 eine Produktion von voraussichtlich etwa 10 Mio t Körnermais ohne Saatgut. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre waren es 14 Mio t. Das Agrarministerium in Paris hatte die Körnermaisernte im September auf 11,3 Mio t veranschlagt.

Die Erträge sieht der französische Anbauverband im Durchschnittlich bei 79 dt/ha; langjähriges Mittel sind 97 dt/ha. Für Beregnungsflächen, rund 32 Prozent der Körnermaisfläche, wurde ein mittlerer Ertrag von 100 dt/ha erwartet, sonst sollen nur 66 dt/ha erreicht worden sein.

Die diesjährige Anbaufläche für Körnermais beziffern die Erzeuger auf 1,34 Mio ha. Rund 70.000 ha wurden entgegen der Planung bereits als Futtermais verwendet. Ursache war die enorme Dürre.

Warum die offiziellen Sortenergebnisse vor dem Kauf so wichtig sind

Am Markt sind Hunderte Maissorten verfügbar. Wer mit bestimmten Sorten gute Erfahrungen gesammelt hat, sollte diese auch im Frühbezug rechtzeitig bestellen, um günstige Einkaufskonditionen zu nutzen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, die Ergebnisse der Landessortenversuche 2022 abzuwarten, die zum Teil bereits bei HETAIROS veröffentlicht sind. Ganz neue Sorten sind gegebenenfalls begrenzt zum Probeanbau vorzukaufen.

Weiter lassen sich auch die LSV-Ergebnisse der Vorjahre nutzen, um die passenden Maisorten im Frühbezug zu bestellen. Auf jeden Fall sollten Sie nicht die Katze im Sack kaufen.

Mit Material von AgE
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