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Mais

Mais-Saatgut: Weniger GVO-Verunreingungen festgestellt

© landpixel
von , am
08.05.2012

Mais-Saatgut ist in diesem Frühjahr weniger mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verunreinigt als in den Vorjahren. Von über 400 Proben waren 2,6 Prozent positiv (2011: sieben Prozent).

© Mühlhausen/landpixel
Das ist das Ergebnis einer Saatgutabfrage des Anbauverbandes Bioland und der Naturschutzorganisation Greenpeace. Wie diese in der vergangenen Woche berichteten, waren in der jüngsten Untersuchung von insgesamt 419 getesteten Maisproben elf beziehungsweise 2,6 Prozent (%) mit GVO-Bestandteilen verunreinigt.
 
Im vorigen Jahr seien dagegen in 29 beziehungsweise 7,0 % von insgesamt 417 Proben Gen-Saaten gefunden worden. An der Saatgutabfrage haben laut Bioland und Greenpeace insgesamt zwölf Bundesländer teilgenommen. Die Ergebnisse seien nach dem Umweltinformationsgesetz abgefragt worden.

Baden-Württemberg: Drei von 100 Proben verunreinigt

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat vergangene Woche die Ergebnisse ihres Saatgutmonitorings bekannt gegeben. Bei insgesamt 100 Maissaatgutpartien sind in drei Proben GVO-Spuren festgestellt worden; bei Sojabohnen enthielten von insgesamt 13 Saatgutpartien vier GVO-Spuren, für die innerhalb der EU keine Zulassung zum Anbau besteht.
 
Wie das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium mitteilte, wurde das verunreinigte Saatgut von den Unternehmen freiwillig vom Markt genommen.

Kontrollsystem der Bundesländer 'funktioniert sehr gut'

"Das überwiegend saubere Saatgut ist ein Erfolg für die gentechnikfreie Landwirtschaft", betonte Dirk Zimmermann von Greenpeace. Saatgut mit Spuren von Gentechnik bleibe eine Ausnahme, wenn umfassend kontrolliert werde.
 
"Gentechnikfreies Saatgut ist die Grundlage für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft", unterstrich Bioland-Präsident Jan Plagge. Ein von der Industrie erwünschter Schwellenwert von 0,1 % bei Mais-Saatgut würde in der Praxis zu etwa 100 Gen-Pflanzen pro Hektar führen.
 
Der Sprecher für Agro-Gentechnik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Harald Ebner, betonte, die geringe Zahl von gentechnisch verunreinigten Saatgutproben zeige, dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft möglich sei und dass das Kontrollsystem der Bundesländer sehr gut funktioniere. Aus seiner Sicht gibt es keinen Grund, vom absoluten EU-Genreinheitsgebot beim Saatgut abzurücken, denn das würde der schleichenden Verbreitung von Gentechnik "Tür und Tor öffnen".  
 
 
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