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Mais

Mais: Unkräuter frühzeitig bekämpfen

von , am
27.04.2015

Der Mais verträgt keine Konkurenz. Unkräuter richten vor allem an den ganz jungen Maispflanzen irreversibe Schäden an, die sich auch wirtschaftlich bemerkbar machen. Unkräuter sollten daher früh bekämpft werden.

Ohne Unkrautbekämpfung kann sich der Mais nicht erfolgreich entwickeln. © Moonlight/aboutpixel.de
Die Unkrautbekämpfung ist im Mais die wichtigste direkte Pflanzenschutzmaßnahme. Die Konkurrenzkraft von Mais gegenüber Unkräutern ist sehr gering. Mais zählt zusammen mit der Zuckerrübe zu den Ackerkulturen, die ohne Unkrautbekämpfung nicht erfolgreich angebaut werden können. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit der Unkrautbekämpfung ist schon bei schwacher Verunkrautung gegeben. Dies trifft vor allem für die Zeit vom 4 bis 8-Blatt-Stadium der Maispflanze zu. Eine Verunkrautung vor diesem Stadium bzw. ein Neuauflauf von Unkräutern nach dem 8-Blatt-Stadium führten dagegen zu keinen wirtschaftlichen Schäden.

Herbizide kombinieren

Zur Vermeidung von Ertragsausfällen ist der Mais vom 3 - 4 Blatt- bis zum 8-Blattstadium weitgehend unkrautfrei zu halten. Mit Bodenherbiziden kann die Behandlung vor dem Auflaufen bis in den frühen Nachauflauf durchgeführt werden; für eine gute Wirkung muss ausreichend Bodenfeuchte vorhanden sein. Zur Wirkungsverbesserung empfiehlt sich die Kombination von Herbiziden (Wirkung über Blatt- und Boden). Nachauflaufmittel nicht unmittelbar nach Regenperioden oder bei starker Sonneneinstrahlung anwenden, da sonst Kulturschäden auftreten können!
Bei Sulfonylharnstoffherbiziden (z.B. Cato, Motivell, Task) besteht das Risiko von Kulturschäden bei hohen Temperaturschwankungen, bei tiefen Nacht- und hohen Tagestemperaturen, sowie bei gestressten Maisbeständen. Ideal ist die Anwendung, wenn sich der Mais in einer aktiven Wachstumsphase befindet und eine Wachsschicht vorhanden ist.

Herbizide an den Standort anpassen

Für das Nachauflaufverfahren auf mineralischen Böden sollten Mittel gewählt werden, die eine Blatt- und Bodenwirkung besitzen, damit die Unkräuter einerseits unabhängig von der Bodenfeuchte bekämpft werden und andererseits noch auflaufende Unkräuter zum späteren Zeitpunkt erfaßt werden. Gegebenenfalls können entsprechend wirksame Einzelmittel kombiniert werden. Auf unkrautwüchsigen, humosen Standorten mit mehreren Keimwellen sollten Herbizide mit Blattwirkung eingesetzt werden. In diesen Fällen bietet sich das Splitting-Verfahren mit reduzierten Aufwandmengen im frühen Entwicklungsstadium der Unkräuter bzw. der Ungräser an.

Mechanische Bekämpfung spart Herbizidaufwand

Bei mechanischen Unkrautbekämpfungssystemen stellen die Verunkrautung in der Maisreihe und die Bodenfeuchtigkeit das Kernproblem dar. Auf eine Bekämpfung der Unkräuter in der Reihe kann, ohne Ertragsverluste hinnehmen zu müssen, nur bei sehr schwachem Unkrautbesatz verzichtet werden. Die Bekämpfung der Unkräuter in der Reihe erfolgt üblicherweise mit einer Herbizidbandbehandlung. Auf diese Weise kann der Herbizidaufwand um 2/3 einer ganzflächigen Behandlung verringert werden. Zwischen den Reihen wird mit Hackstriegel, Scharhackgeräten, Rollhacke oder Bürstenhackgeräten dem Unkraut zu Leibe gerückt. Blindstriegeln ist einige Tage bis maximal eine Woche nach der Saat möglich (Saattiefe 5 cm). Die erste Hacke sollte im 2- bis 4-Blattstadium erfolgen, die zweite Hacke im 6- bis 10-Blattstadium der Maispflanze.
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