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Ratgeber

Maisaussaat: Genug Platz lassen

Maisaussaat mit Einzelkorndrille
am Samstag, 13.02.2021 - 06:02 (Jetzt kommentieren)

Mais schafft die Spitzenerträge nur, wenn die Bedingungen stimmen. Der Grundstein dafür wird schon bei der Aussaat gelegt. So gelingt das Maislegen im Frühjahr.

Die heutigen Spitzenmaissorten haben ein Ertragspotenzial von mehr als 70 t/ha Silomais oder auch mehr als 14 t/ha Körnermais. Das zeigen die Ergebnisse der Landessortenversuche ganz deutlich. Diese Spitzenerträge lassen sich aber nur erreichen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Dazu gehören an erster Stelle die Standortbedingungen, allen voran die Wasserversorgung, die Wasserhaltefähigkeit des Bodens und natürlich der Bodenzustand selbst. Bodengare, Nährstoffgehalt und pH-Wert sind hier die wichtigsten Kenngrößen.

Unterfußdüngung mit Phosphat für kalte Böden

Effekt von Unterfußdüngung im Silomais

Die Maisdüngung muss auf den Standort, dessen Nährstoffnachlieferungsvermögen, den erwarteten Ertrag und den sich daraus ergebenden Düngebedarf passen. Hierbei sollte das Augenmerk jedoch nicht nur auf dem Stickstoff (N) liegen. Der tatsächliche N-Düngebedarf von Mais ist häufig relativ gering. Hohe Erträge erfordern aber auch und gerade ein ausreichendes Nährstoffangebot bei den Hauptnährstoffen Kalium, Schwefel, Magnesium und Phosphor (P). Letzterer ist gerade in Norddeutschland und generell in kalten Böden wichtig, um die Jugendentwicklung und den Kolbenansatz zu fördern.

Hierzu bietet sich eine Unterfußdüngung (UFD) mit wasserlöslichem Phosphat an. Ein positiver Effekt der UFD lässt sich auch bei sehr trockenen Bedingungen immer wieder  beobachten. Langjährig betrachtet bringt die UFD mit circa 20 kg P2O5 gut 5 Prozent Ertragssteigerung. Hierbei geht es aber vor allem um eine Ertragsabsicherung bei ungünstiger Witterung während der ­Jugendentwicklung.

Gerade in Norddeutschland kostet eine fehlende UFD in einem kalten Frühjahr wie 2020 oder 2015 nicht selten Ertrag. Einbußen von 20 Prozent und mehr können je nach Standort auftreten und auch die Qualität leidet bei einer schlechten Jugendentwicklung.

Pflug kostet Wasser

Ein weiterer Einflussfaktor auf das ­Ertragsvermögen sind die Bodenerwärmung und die Durchwurzelbarkeit. Mais reagiert positiv auf eine tiefe Lockerung des Bodens. Besonders deutlich wird das bei Trockenheit oder Staunässe. Eine Lockerung unter jeder Saatreihe wäre dazu optimal. Der Pflug ermöglicht zwar eine gute ­Bodenerwärmung, kostet aber auch Wasser.

Neben den Standortvoraussetzungen beeinflusst auch der Bestandsaufbau den Ertrag. Ziel der Aussaat sind möglichst gleichmäßige Bestände ohne Fehlstellen und Doppelbelegungen. Der bewährte Standard ist die Einzelkornsaat. In Versuchen mit verschiedenen Getreidesätechniken kommen die Erträge nicht an die Einzelkornsaat heran.

Engere Abstände vorteilhaft

Als Standardreihenweite zu Mais hat sich 75 cm Reihenabstand etabliert. Dieser Reihenabstand stellt zwar keine ideale Saatgutverteilung auf den Flächen dar, hat aber Vorteile beim mechanischen und chemischen Pflanzenschutz. Auch bei der Düngung im Bestand oder der Ernte als Körnermais gibt es Vorzüge.

Eine optimierte Standraumverteilung ­benötigt aber engere Reihenabstände. Die Vorteile ergeben sich aus einer gleichmäßigeren und besseren Durchwurzelung des Bodens. Dadurch ist die Konkurrenz zwischen den benachbarten Pflanzen geringer. Es folgen Vorteile in der Wasser- und Nährstoffausnutzung.

Bei optimierter Standraumverteilung und reduzierter Düngemenge lässt sich außerdem eine höhere N-Effizienz erreichen. Das ist insbesondere in den roten Gebieten vorteilhaft.

Kompromisse beim Reihenabstand finden

Oberirdisch bewirken engere Reihenabstände einen früheren Bestandsschluss. Das verringert die Evaporation und den Unkrautdruck. Reihenabstände von 45 bis 50 cm stellen einen Kompromiss zwischen konventionell weiten Abständen (75 cm) und der optimalen Saatgutverteilung (Gleichstandssaat) dar.

Die Vorteile liegen in der hohen Kompatibilität zu Spurweiten und Pflanzenschutztechnik, insbesondere bei der mechanischen Unkrautbekämpfung. Darüber hinaus ermöglicht diese Reihenweite den Einsatz der Einzelkornsätechnik nicht nur zu Mais, sondern auch zu Rüben und Raps. Das senkt Maschinenkosten.

In den letzten 25 Jahren wurden viele Versuche zur Maisengsaat angelegt, die meisten mit 37,5 cm Reihenweite. Es zeigte sich, dass engere Reihenabstände bei gleicher Bestandsdichte zu höheren Erträgen führen. Bei Silomais sind das im Durchschnitt um 3 bis 5 Prozent höhere Erträge. In der aktuellen Versuchsreihe der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) deuten die ersten Ergebnissen der Engsaat ebenfalls in eine positive Richtung.

Die Ergebnisse laufender Versuche zur Doppelreihensätechnik und der Dammsaat sind weniger eindeutig. Da die Versuche noch nicht abgeschlossen sind, ist es für endgültige Aussagen zur Doppelreihensaat noch zu früh. Bislang lässt sich annehmen, dass ein vergrößerter Standraum für die Pflanze leicht positive Effekte hat.

Die Dammsaat zeigt vereinzelt sehr deutliche Ertragsvorteile, aber nicht immer. Das hierbei eingesetzte Gerät ist mit einer Tiefenlockerung kombiniert. Es ist anzunehmen, dass die positiven Ertragseffekte ­besonders aus der Tiefenlockerung resultieren, da der Mais hier tiefer wurzeln kann. Das verbessert die Wasserversorgung

Nicht zu hohe Bestandsdichten

Empfohlene Bestandsdichte Silomais

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf den Ertrag ist die Bestandsdichte. Auch sie sollte von der Wasserverfügbarkeit des Standorts bestimmt werden. Je nach Standort, Nutzungsrichtung und Sortentyp schwankt die Saatstärke in der Regel zwischen 7 und 10 Pflanzen pro Quadratmeter (Pfl. /m²).

Ein Saatgutzuschlag für mindere Keimfähigkeit ist bei Mais nur selten nötig. Bei sehr klutigen Böden kann er aber sinnvoll sein.

Die in der Regel anzustrebende Bestandsdichte für Silomais liegt für kompakte Sortentypen bei 8 bis 10 Pfl./m². Großrahmige, massenwüchsige Sorten benötigen nur 7 bis 9 Pfl./m².

Bei schlechter Wasserversorgung ist tendenziell der niedrigere Wert anzustreben. Nur bei sehr kompakten Typen (vor allem frühreifen Sorten) oder sehr sicherer Wasserversorgung können auch Saatstärken von über 10 Pfl./m² sinnvoll sein.

Die empfohlene Aussaatstärke für Körnermais ist um 1 Pfl. pro m2 geringer als bei Silomais, um eine gute Kolbenausbildung zu gewährleisten. In diesen Empfehlungen ist der Sicherheitspuffer schon enthalten. In den Bestandsdichteprüfungen prüft die LWK Niedersachsen regelmäßig Sorten in vier Saatstärken von 7 bis 13 Pfl./m². Im Jahr 2018 waren die zu erwartenden Ertragsrückgänge deutlich zu sehen.

Im Jahr 2019 wiederholte sich das, aber weniger gravierend. Mit zunehmender Pflanzenzahl waren eine leicht rückläufige Energiedichte sowie sinkende Stärkegehalte und –erträge festzustellen. Trotz der Trockenheit stiegen die Masse- und Energieerträge aber leicht an.

Höhere Saatstärken lohnen sich selten

In den Versuchen zeigte sich deutlich der Einfluss zu hoher Bestandsdichten: Die Ertragsparameter gingen bei 13 Pfl./m² wieder zurück. Bei leichten und grundwasserfernen Böden fielen die Effekte noch stärker aus. Die Wahl der Bestandsdichte ist, in Kombination mit wirtschaftlichen Überlegungen bezüglich des Mehraufwands, immer eine Risikoabwägung.

Mehrerträge durch höhere Saatstärken liegen auch in Jahren mit günstigem Witterungsverlauf häufig nur im Bereich weniger Prozentpunkte. Daher sind sie vor dem Hintergrund höherer Kosten und Risiken kaum zu rechtfertigen.

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