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Mais

Maisbeulenbrand: Wie verändert er die Maissilage?

von , am
28.08.2015

In Mexiko wird er gegessen, hier ist er Schadpilz und mindert Ertrag und Qualität der Maissilage: der Maisbeulenbrand. Der Pilz hat es auf geschwächte Pflanzen abgesehen.

Maisbeulenbrand (Ustilago maydis) © Mühlhausen/landpixel
Besonders an Maispflanzen mit Hagelschäden sind häufig bis faustgroße, zunächst grünliche, dann silbergraue Wucherungen mit einer schwarzen Sporenmasse im Innern zu beobachten. Die widerstandsfähigen Dauersporen des Maisbeulenbrands bleiben mehrere Jahre im Boden infektiös, schreibt die LWK Nordrhein-Westfalen. Verbreitet werden die Pilzsporen im Feld und auf die Nachbarflächen. Auch Herbizide, Fritfliegen oder Maiszünsler bieten Eintrittspforten für den Pilz.
 
Günstig für den Befallsverlauf sind warme Temperaturen und hohe Luftfeuchten. Um gegen den Schadpilz vorzugehen, ist insbesondere der Vegetationsstart wichtig: Die Jugendentwicklung des Maises sollte gefördertund Stressfaktoren - soweit pflanzenbaulich möglich - vermieden werden. Direkte Maßnahmen zur Bekämpfung des Pilzes gibt es nicht, allerdings gibt es bezüglich der Anfälligkeit Sortenunterschiede.

Bei hohem Befall aerobe Stabilität verbessern

Die LfL Bayern hat am Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft in Grub an den Unterschieden in den Rohnährstoffengehalten zwischen Silomais mit und ohne Beulenbrandbefall geforscht. Die Ergebnisse:
  • Der TM-Gehalt verringerte sich von 36,9 auf 32,8 Prozent (%).
  • Der Gehalt an N-freien Extraktstoffen nahm von 61,8 auf 58,5 % der TM ab.
  • Der Beulenbrand führt wegen des Abbaues von Kohlenhydraten zu einem relativen Anstieg des Rohprotein- (von 9,6 auf 11,6 %) und des Rohfettgehalts (von 3,0 auf 3,7 %).
  • Die Änderungen im Rohfaser- und Rohaschegehalt waren vergleichsweise gering.
  • Die Veränderungen wirkten sich aber nicht auf die Gärqualität der Silagen aus.
  • Mit zunehmenden Befallsgrad wurde lediglich ein Anstig des Ammoniakgehalts von 0,04 auf 0,08 % FM festgestellt, was einen erhöhten Eiweißabbau belegt.
Die Gärgasverluste beschreiben den Gärverlauf und lassen Differenzen in der Siliereignung erkennen. Die mit Maisbeulenbrand belastete Silage zeigt mit und ohne Siliermittel höhere Gärgasverluste als die unbelastete Silage auf.
 
Bei sehr hohem Befall empfiehlt die LfL Bayern deshalb den Einsatz von Siliermitteln, die das DLG-Gütezeichen für die Wirkungsrichtung 2 - Verbesserung der aeroben Stabilität - besitzen.
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