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Arbeitssicherheit

Maisernte: 8 Tipps zur Unfallvermeidung

Maishäcksler und Abfahrer
© agrarfoto.com
von , am
26.09.2017

Die Bedienung einer modernen Erntemaschine erfordert heutzutage einiges an Fachwissen. Um Unfälle zu vermeiden, sollte immer eine Unterweisung stattfinden.

Im Umgang mit Erntemaschinen werden der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) vor allem Unfälle im Straßenverkehr, beim Auf- und Absteigen der Maschine sowie bei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten gemeldet. Letztere enden besonders schlimm, wenn in die laufende Maschine eingegriffen wird.

1. Mitarbeiter in Arbeitssicherheit unterweisen

Der Betriebsleiter hat seine Mitarbeiter in der Arbeitssicherheit zu unterweisen. Auch wenn diese "vom Fach" sind, werden mit einer Unterweisung der Standpunkt des Arbeitgebers verdeutlicht und bestehende Wissenslücken der Mitarbeiter geschlossen. Die Unterweisung sollte unbedingt dokumentiert werden. Auch die Betriebsanleitungen der Hersteller enthalten wichtige Informationen zur Arbeitssicherheit.
 

2. Übermüdung der Arbeiter vermeiden

Auch die Arbeitszeit spielt eine wichtige Rolle. Sind Mitarbeiter übermüdet und bis an ihre Leistungsgrenze belastet, können gefährliche Situationen entstehen. Das Arbeitszeitgesetz ist zwingend zu beachten. Gegebenenfalls ist eine Schichtarbeitsregelung vorzusehen.

3. Verkehrsrechtliche Vorgaben beachten

Im Umgang mit Erntemaschinen sind auch alle verkehrsrechtlichen Vorgaben zu beachten. So muss der Verantwortliche die Fahrzeugmaße kennen und eventuell erforderliche Genehmigungen einholen. Alle Fahrzeugteile sind für die Straßenfahrt auf Transportstellung zu bringen. Scharfe Kanten und hervorstehende Teile sind abzudecken und/oder kenntlich zu machen. Während die Erntemaschine läuft, müssen alle beweglichen Teile abgedeckt bzw. mit den vom Hersteller vorgesehen Schutzeinrichtungen ausgestattet sein. Das Öffnen der Schutzeinrichtungen darf nur mit Hilfe eines Werkzeuges möglich sein.
 

4. Nicht in laufende Maschinen greifen

Bei der Instandsetzung ist auf scharfe Teile zu achten. Die Maschine ist dabei unbedingt still zu setzen (arretieren) und es sind geeignete Handschuhe sind zu tragen. © SVLFG
Immer wieder führt der Eingriff in laufende Maschinen zu schwerwiegenden Unfällen. Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten sind nur dann auszuführen, wenn der Motor abgestellt ist und der Nachlauf der Maschine bis zum Stillstand aller sich drehenden Teile abgewartet wurde. Während der Arbeiten an scharfkantigen Teilen, zum Beispiel an Schneidemessern, sind geeignete Handschuhe zu tragen. Beim Neustart der Maschine müssen alle Schutzeinrichtrungen montiert sein und sich alle Personen außerhalb des Gefahrenbereichs aufhalten.

5. Vorwärts auf- und rückwärts absteigen

Grundsätzlich ist der Häcksler vorwärts zu besteigen und rückwärtig zu verlassen. So können alle Festhaltepunkte gut erreicht werden. Die Haltegriffe werden erst dann losgelassen, wenn man sicher mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Wer die letzten Stufen des Aufstiegs mit einem Absprung auslässt, geht ein hohes Risiko von Gelenksverletzungen ein. Beim Aufkommen auf dem Boden nach einem Absprung wirkt das bis zu Vierfache des Körpergewichts auf die Gelenke. Die Belastung des gesamten Muskel-Skelettsystems, insbesondere des Rückens, ist also enorm erhöht.

6. Nur mit geeigneten Anschlagmitteln abschleppen

Vor allem in der späten Jahreszeit sitzen Maschinen aufgrund der Nässe häufiger auf dem Feld fest. Daher haben viele Betriebe inzwischen auf Raupenfahrwerke umgerüstet. Muss jedoch in letzter Konsequenz "freigeschleppt" werden, sind ausschließlich hierfür geeignete Anschlagmittel zu verwenden. Diese müssen komplett unbeschädigt und für die zu erwartenden Lasten ausgelegt sein. Empfohlen werden sogenannte Schleppschlingen aus dem Fachhandel. Häufiger Schwachpunkt neben den Seilen sind auch die Anschlagpunkte an den Maschinen. So sind Anhängerkupplungen oder Kuppelpunkte an Betonfrontgewichten nicht für solche Beanspruchungen ausgelegt.

7. Unterstellböcke bei der Wartung verwenden

Die regelmäßige Wartung ist unerlässlich. Werden Arbeiten an der Maschine verrichtet, muss deren Antrieb abgeschaltet sein und sicher abgestützt werden. Nur der Dreipunkt in der Hydraulik ist keine sichere Abstützung! Es sind daher zusätzlich stets Unterstellböcke zu verwenden. Der Zündschlüssel ist abzuziehen, das Fahrzeug gegen wegrollen zu sichern und die Betriebsanleitung des Herstellers zu beachten.
 
 

8. Komfort in der Kabine schaffen

Der Fahrersitz sollte korrekt auf den Fahrer eingestellt sein. Die korrekte Sitzeinstellung erhöht die Lebensdauer des Sitzes um bis zu 600 Stunden - abhängig von den tatsächlichen Belastungen. Außerdem wird so die Wirbelsäule optimal entlastet, Verspannungen im Rückenbereich werden reduziert und einer vorzeitigen Ermüdung des Fahrers wird entgegengewirkt. Fahrersitze müssen regelmäßig gewartet werden, da ihre Mechanik verschleißen kann. Die Kabineninnentemperatur sollte keinen größeren Unterschied zur Außentemperatur als sechs Grad Celsius betragen. So werden die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Fahrers optimal gefördert.

Maisabreife sicher bestimmen: NIRS-Mobile on tour

Landwirt im Maisfeld
Maisanbauer Jens Große Höötmann aus Bad Bentheim-Gildehaus holt drei Pflanzen aus seinem Bestand, hier eine spätreife Sorte Ende August. Er will wissen, wie weit der Mais wirklich ist. © Karl Bockholt, dlz agrarmagazin
AG Fuko beim Maistest
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Tour der AG Fuko 2017 deutlich ausgeweitet. In den nächsten fünf Wochen ist der kostenlose Service  des Vereins auf über 40 Höfen im Nordwesten verfügbar. © Karsten Bommelmann, AG
Maispflanzen für Ernteprognose
Drei bis fünf ganze Maispflanzen bringen auch andere Anbauer. Gegen Verwechslungen hilft es, Pflanzen einer Probe zusammenzubinden und mit einem Schild zu kennzeichnen. © Karsten Bommelmann, AG Fuko
Maispflanzen zerkleinern für Prognose
Der Häcksler zerkleinert zuerst die Maispflanzen. Torben Wolf  von der Hochschule Osnabrück hilft mit. Er schreibt eine Bachelorarbeit zum Thema. © Karl Bockholt
Maispflanzen im Häcksler für Probe
Der ideale Erntetermin für Silomais liegt bei rund 35 Prozent Trockenmasse in der Gesamtpflanze. Die Analysekosten trägt der Verein. Er wirbt damit um Mitglieder, die 50 Euro jährlich zahlen. © Karl Bockholt
Mais zerhäckselt für Test
Die gehäckselte Probe wird gemischt,... © "Karsten Bommelmann, AG FuKo"
Mais wird vermischt für Probe
...damit bei dem optischen Verfahren keine Fehler auftreten. Das Spektrometer wird einmal im Jahr gewartet und kalibriert. © Karl Bockholt
Analyse Maisernte Zeitpunkt
Anja Müller von der Hochschule Osnabrück hält die Ergebnisse fest. © Karl Bockholt
Spektrometer für Maisernte
Das Spektrometer leuchtet wie eine Taschenlampe durch das Häckselgut. © Karl Bockholt
Mobile Analysetechnik für Maisreife
Der Anhänger mit der Technik kostet rund 60.000 Euro. Dort können zudem Silageproben zur Analyse im Labor in Isernhagen abgegeben werden. © Karl Bockholt
Analysetechnik für Maisprobe
Die mobile Analysetechnik benötigt neben dem Spektrometer (blau unten rechts) einen PC und einen Drucker für das Protokoll der Analysewerte TS - und Stärke-Gehalt. © Karl Bockholt
Maisernte Analyse
Anbauer Bernhard Ketthorn erhält sein Ergebnis. Die Arbeitsgemeinschaft ist nicht auf den Verkauf von Saaten und Sorten aus. Ihre Beratung ist produktunabhängig. © Karl Bockholt
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