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Mais

Maisernte auch in Europa verzettelt

von , am
01.10.2015

Das diesjährige Maisjahr war für die Landwirte in Europa geografisch betrachtet zweigeteilt. Dies bringt auch unterschiedliche Ertragsaussichten in Süd- und Nordeuropa.

Im Süden Niedersachsen hat die Silomaisernte begonnen. © Mühlhausen/landpixel
Wie das Deutsche Maiskomitee (DMK) mitteilt, fand die Aussaat nach einem sehr milden Winter unter guten Wachstumsbedingungen europaweit im zeitigen April statt, bevor es zu einer deutlichen Wetterdifferenzierung zwischen dem Norden und dem Süden kam. Ab Mitte Juni stiegen in Italien, weiten Teilen Südfrankreichs und Süddeutschlands die Temperaturen auf Rekordwerte und es fiel kein nennenswerter Niederschlag, während im Norden und Nordwesten Europas bei ausreichend Niederschlag und moderaten Temperaturen weiterhin gute Bedingungen für das Maiswachstum herrschten. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit waren die ersten Silomaisbestände in Frankreich und Süddeutschland bereits Mitte August erntereif, teilweise jedoch mit 40 Prozent Trockenmasse.
 
Entsprechend werden die Ertragsaussichten in Europa nach Angaben des Deutschen Maiskomitees e. V. (DMK) unterschiedlich eingeschätzt. Während in Südeuropa mit Ertragseinbußen zu rechnen ist, dürfte die Ernte in Nord- und Nordwest-Europa durchschnittlich bis gut ausfallen. Darin waren sich die Teilnehmer des diesjährigen "European Maize Meetings (EMM)" Anfang September in Dublin einig. 

Anbau europaweit leicht zurückgegangen

Traditionsgemäß stehen bei dem jährlichen Treffen von Maisexperten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien und dem Vereinigten Königreich Fragen zu Anbau und Verwertung von Silomais im Vordergrund. Wie die Teilnehmer berichteten, ist die Anbaufläche für Mais in allen Ländern leicht zurückgegangen. Als Ursachen werden hier die gut gefüllten Silolager durch die gute Ernte 2014 sowie die sinkenden Preise für Körnermais genannt.

Blattkrankheiten: Unterschiede in der Bekämpfung

Die Maisexperten diskutierten auch das Thema Blattkrankheiten. Hier zeigt sich, dass insbesondere
  • die Augenfleckenkrankheit (Kabatiella zeae),
  • Turcicum-Blattdürre (Helminthosporium spp.) und
  • Maisrost (Puccinia sorghi)
europaweit vorkommen.
 
EU-weit gibt es hier Unterschiede in der chemischen Bekämpfung. Während die Landwirte in Deutschland und Frankreich erst nach einem Warndienstaufruf bzw. bei einem akutem Krankheitsauftreten entsprechende Mittel einsetzen dürfen, ist der Einsatz in Dänemark, Irland und dem Vereinigten Königreich jederzeit erlaubt und kann bei anfälligen Sorten auch vorbeugend eingesetzt werden.
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