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Reifezeitpunkt

Maisernte: Phänologischer Indikator für den richtigen Erntezeitpunkt

Hermann Krauß, agrarheute
am
07.09.2017

Die Maisernte rückt näher. Um den optimalen Erntezeitpunkt zu erwischen, kann das Dynamische Reife-und Analysesystem (DRA) helfen.

Mit Hilfe des Dynamischen Reife- und Analysesystem (DRA) von Dr. Reinhard Amler lässt sich eine Aussage bezüglich der Erntereife beim Silomais treffen. Dem System zugrunde liegen ausgewertete Erntedaten von Exaktversuchen aus elf Jahren, von fünfzehn Sorten auf vier mitteldeutschen Standorten.

Das DRA-System geht davon aus, dass die Mais(Rest-)pflanze photosyntheseaktiv bis zur Ernte sein sollte. Dieser vitale Maisbestand kann dadurch maximal mögliche Qualitäten und Erträge bei bester Pflanzengesundheit generieren. Kritisch ist der Zustand, wenn die Restpflanze durch sichtbares Abtrocknen pflanzenphysiologisch inaktiv wird.

Spätestens dann ist dies durch eine Bestimmung des Trockenmassegehaltes der Restpflanze zu kontrollieren. Zeitgleich sollte der Reifezustand des Maiskorns mehrfach gemessen werden. Das Reifeverhältnis von Maiskorn zur Restpflanze ausgedrückt als Silomais-Reifeindex (SRI) kann ausweisen, wann der richtige Erntezeitpunkt (EZP) für Silo-, Energie- und Körnermais gegeben ist.

DRA: So funktioniert das System

Standortgeeignet, umwelt- und reifestabil sind laut Dr. Amler Sorten nach dem Dynamischen Reife-und Analysesystem (DRA) mit einem SRI-Wert von 2,6 und höher. Bei physiologischer Kornreife von ca. 63 Prozent (%) und einer Restpflanzenabreife von weniger als 24 % TM wird diese optimale Maisreife erreicht.

Der Referenzreifepunkt von SRI = 2,8 ist dauerhaft bei allen Maissorten für alle Nutzungen anzustreben, da hier sowohl Ökonomie (Maximum im Stärkegehalt bzw. beim Methangasertrag) als auch Ökologie (minimaler Gehalt an pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden zur Ernte) sich im Einklang befinden.

Silomais-Reifeindex als phänologischer Indikator

Mit dem Silomais-Reifeindex (SRI) als phänologischer Indikator können laut Dr. Amler die Reife, der Stress und die Sortenwahl in Verbindung mit spezifischen Sorten- und Resistenzleistungen (z. B. Restpflanzenverdaulichkeit bzw. Mykotoxinfreiheit) durch den Maisanbauer festgestellt werden.

Körnermais verweilt nach Feststellung des Referenzreifepunktes entsprechend den betrieblichen Gegebenheiten zur weiteren Reduzierung der Restfeuchte und Bruchkornverluste auf dem Feld.

Es bedarf in der Folge nur der Bestimmung der Restfeuchte von Korn mit Schnellmessgeräten und der TM-Bestimmung der Restpflanze anstelle der Gesamtpflanze.

Mit Material von Dr. Reinhard Amler

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