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Pflanzenschutz Mais

Maisherbizide: Wo welche Mittel helfen

am Freitag, 29.04.2016 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Der Einsatz von Herbiziden im Mais ist bei Unkrautdruck unerlässlich. Da neue Wirkstoffe nicht in Sicht sind, sollte die Mittelwahl wohl überlegt sein.

Mais besitzt ein enormes Ertragspotenzial, was er unter günstigen Standort- und Witterungsbedingungen auch ausspielt. Allerdings reagiert er gerade in der Jugendentwicklung sehr empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. In Versuchen mit starkem Unkrautbesatz sind Ertragsabsicherungen durch einen Herbizideinsatz von über 200 Prozent, verglichen mit unbehandelten Kontrollen, nicht selten. Wirksame Strategien sind also unerlässlich.

Resistenzen bei Maisherbiziden vermeiden

In Mais bewegt sich im Herbizidsektor relativ wenig. Auch mittelfristig sind keine neuen Wirkstoffe in Sicht, was vor dem Hintergrund zunehmender Resistenzen bei Unkräutern Sorge bereitet. Die Experten des dlz agrarmagazin empfehlen, jedes Jahr einen anderen Wirkstoff auf der Maisanbaufläche zu nutzen. Mittel und Packs sollten möglichst rotieren.

Mittel gegen Hühnerhirse

Für Standorte nur mit Hühnerhirse ohne Problemgräser, wie Borstenhirse, Rispe und Quecke, wird der Pack Spectrum Gold Duo mit Terbuthylazin plus Dimenthenamid plus Maran empfohlen. Das darin enthaltene Triketon-Herbizid Maran entspricht in seiner Zusammensetzung und Wirkung dem bekannten Callisto. Der Spectrum Gold Triple Pack mit Wirkstoffen wie im Duo Pack plus Kelvin ist um das Gräsersulfonyl Nicosulfuron ergänzt und erweitert – und somit die Wirkung auf Schadgräser. Zu beachten ist dabei die Auflage: Anwendung von Nicosulfuron nur alle zwei Jahre auf derselben Fläche.

Erdmandelgras bekämpfen

Eine gute Nachricht gibt es für Anbauer, die mit sehr konkurrenzstarkem Erdmandelgras auf ihren Flächen zu tun haben: Das hochwirksame, blattaktive Präparat Permit, Wirkstoff Halosulfuron, hat 2015 eine Notfallzulassung in Mais erhalten. Auch 2016 strebt Cheminova/FMC eine entsprechende Zulassung an. Wegen des verzettelten Auflaufs von Erdmandelgras lohnt immer eine Doppelbehandlung. Der erste Einsatz lohnt bei 10 bis 15 cm Wuchshöhe in die erste Auflaufwelle, eventuell in Mischung mit einem Basisherbizid. Eine Nachbehandlung ist gezielt nach Bedarf in den nachfolgenden Auflauf des Unkrauts hinein nötig, aber nicht immer. Der Aufwand liegt bei 15 bis 20 g/ha im Splitting.

Diese Mittel helfen:

  • Ackerkratz-/Gänsedistel: gezielter Einsatz von Effigo (0,35 l/ha) oder Arrat + Dash bei 15 bis 20 cm Wuchshöhe.
  • Sumpfziest/Ackerminze: unterdrückende Wirkung, Nesterbehandlung mit Mais-Banvel WG (0,5 kg/ha), Arrat (0,2 kg/ha) + Dash (1,0 l/ha), MaisTer Power (1,25 l/ha).
  • Ampfer: Harmony SX (15 g/ha) oder Peak (20 g/ha) als Zumischpartner.
  • Storch- und Reiherschnabel: frühe Anwendung der Basisherbizide (mindestens 75 Prozent Aufwandmenge) im kleinen Stadium, spätere Behandlungen mit MaisTer Power (1,25 l/ha) oder Artett (3,0 bis 4,0 l/ha, wenn die Auflagen es zulassen!).
  • Huflattich: MaisTer Power (1,25 l/ha) bei ausreichender Blattmasse.
  • Acker-und Zaunwinde: Mais-Banvel WG (0,4 bis 0,5 kg/ha), Arrat (0,2l/ha) + Dash (1,0 l/ha) etwas wirkungsschwächer.
  • Kartoffeldurchwuchs: Callisto/Sulcogan/Laudis im Splitting.
  • Schachtelhalm: MaisTer Power (1,25 l/ha).
  • Landwasserknöterich: Arrat (0,2 kg/ha) + Dash (1,0 l/ha), Mais-Banvel WG (0,4 bis 0,5 l/ha), unterdrückende Wirkung.
  • Erdmandelgras: zweimal Permit (maximal 35 g/ha)/Notfallzulassung 2016 wird erwartet.

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