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Mais

Maisschädlinge: Biologie, Schadbild, Bekämpfung

von , am
07.07.2015

Der Mais wächst heran, das zieht auch die Insekten an. Werden Schwellen überschritten, geht der Landwirt gegen die Schädlinge vor. Von der Blattlaus bis zum Maiswurzelbohrer - der Mais schmeckt vielen gut.

Seit den neunziger Jahren breitet sich der Maiswurzelbohrer in Europa aus: zunächst in Osteuropa, seit 1998 auch in Westeuropa. © Mühlhausen/landpixel
    • Biologie: Die Käfer sind fünf bis sieben Millimeter lang und gelb bis rostbraun gefärbt. Die Eiablage findet von Juli bis September hauptsächlich im Boden von Maisfeldern statt. Larven schlüpfen ab Anfang Juni des folgenden Jahres. Nach drei bis vier Wochen verpuppen sich die Tiere im Boden. Eine Woche später erscheinen die neuen Käfer. Nur eine Generation pro Jahr.

    • Schadbild: Der Käferfraß an den Narbenfäden beeinträchtigt die Befruchtung, weniger Körner sind die Folge. Bei starkem Befall wird ein Großteil der Wurzelmasse zerstört und der Maisstängel knickt um. Bei ausreichender Feuchte regenerieren die Pflanzen durch Sekundärwurzelbildung und versuchen sich wieder aufzurichten. Dabei entsteht das für diesen Schädling charakteristische "Gänsehals- Symptom".

    • Bekämpfung: Schäden sind nur dort zu erwarten, wo Mais in Monokultur angebaut wird. Fruchtfolge ist die effizienteste Bekämpfungsmethode.

    Maiszünsler

    Maiszünslerraupe
    Der Befall durch den Maiszünsler ist jahrgangsweise sehr unterschiedlich. © Syngenta

      • Biologie: Von Juni bis Mitte Juli erscheinen die Falterweibchen zur Eiablage an den mittleren und oberen Maisblättern. Die aus den dachziegelartig angelegten Eigelegen schlüpfenden Räupchen verteilen sich rasch über die benachbarten Blätter und bohren sich in den Haupttrieb ein.

      • Schadbild: Zunächst geringer Lochfraß an den Blättern. Anschliessend Bohrlöcher im Stängel, aus denen Kotkrümel und Bohrmehl quillen, sowie Fraßgänge im Stängelinneren nach oben bis in den Fahnenschaft und nach unten bis zum Stängelgrund. Weitere Fraßgänge finden sich in der Kolbenspindel und zwischen den Körnern. Im Spätsommer knicken Fahnenschäfte ab. Schwerwiegender ist der Stängelbruch unter dem Kolben, weil dadurch die Beerntung der Pflanze erheblich schwieriger wird. Alle Fraßstellen neigen stark zur Verpilzung.

      • Bekämpfung: Indirekte Maßnahmen: Tiefes Unterpflügen der befallenen Maisstoppel. Biologische Bekämpfung mit der Trichogramma- Schlupfwespe. Chemische Bekämpfung mit Insektiziden zum Zeitpunkt des Flughöhepunktes der Falter oder bei Schlupf der ersten Raupen. Warndienst genau beachten.

      Blattläuse

      • Biologie: Mais wird vorrangig von den gleichen Blattlausarten heimgesucht, die in der Region auch auf Getreide siedeln. Es sind in erster Linie Haferblattlaus (olivgrün, ca. 2 mm groß), Große Getreideblattlaus (gelblichgrün oder rotbraun bis schwarz, bis zu 3 mm groß), Bleiche Getreideblattlaus (hellgrün mit dunklen Mittelstreifen und 2,5 mm groß) und Maisblattlaus (dunkelgrün bis bläulichschwarz, bis 2 mm lang). Gefördert wird die Massenvermehrung durch warme und vor allem trockene Witterung. Mit der Getreidereife beginnt der Höhepunkt der Maisbesiedelung, weil viele Läuse überwandern.

      • Schadbild: Vorzeitiges Aufhellen der besogenen Blattteile und leichtes Einrollen. Honigtau- und Rußtaubildung (Schwärzepilze) bei hohen Populationsdichten. Alterungsprozess der Blätter wird beschleunigt.

      • Bekämpfung: Insektizideinsatz nur bei starkem Befall erforderlich.

      Stängelälchen

      Schadbild im Mais durch Nematoden-Befall. © Syngenta

        • Biologie: Die Rüben-Mais-Rasse des Stängelälchens Ditylenchus dipsaci dringt unmittelbar nach der Keimung des Maises vom Boden her über die Wurzeln bis zum Stängelgrund vor. Voraussetzung ist ausreichende Bodenfeuchtigkeit bei der Keimung, damit sich die Nematoden zu den Keimwurzeln hinbewegen können. Die stärksten Schäden entstehen, wenn nach der Einwanderung der Nematoden und der dadurch eingetretenen Zerstörung der Wurzeln Trockenheit im Frühsommer folgt.

        • Schadbild: Ab zehn bis 15 cm Höhe beginnen Maispflanzen nesterweise schräg zu wachsen. Im weiteren Verlauf verlieren sie zunehmend an Standfestigkeit, versuchen aber immer wieder sich aufzurichten. Es entsteht dadurch ein gekrümmter Maisstängel in Form eines Hockeyschlägers. Schließlich fällt die Pflanze um und bleibt nur noch über ein bis zwei dünne Wurzeln mit dem Boden verbunden.

        • Bekämpfung: Auf Befallsflächen nicht Rüben und Mais gemeinsam in der Fruchtfolge anbauen. Aushungern durch Streckung der Fruchtfolge ist nicht möglich, weil viele Unkräuter Wirtspflanzen darstellen. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich.

        Fritfliegen

        • Biologie: Nur die erste Generation der Fritfliege befällt den Mais im 1- bis 2-Laubblatt-Stadium. Besonders gefährdet sind Spätsaaten im Mai. Ab dem 4. Laubblatt findet keine Eiablage mehr auf dem Mais statt.

        • Schadbild: Ab dem 4-Laubblatt-Stadium werden auf den jüngeren Blattspreiten Löcher und parallel zu den Blattadern verlaufende Fraßgänge in die Blatttüte hinein sichtbar. Im weiteren Verlauf entstehen Schlingenbildung der Blätter und Verkrüppelung bis zur völligen Zerstörung der Pflanzen. Häufig bilden sich am Stängelgrund Seitentriebe, die nur geringe Kolben bilden. Die Kolben sind anfälliger gegenüber Maisbeulenbrand.

        • Bekämpfung: Nur vorbeugend sinnvoll; wenn Schadsymptome sichtbar werden, kommt jede Bekämpfungsmaßnahme zu spät. Sicherste Abwehrmaßnahme ist die Saatgutinkrustierung mit Spezialpräparaten, die auch gegen Vogelfraß wirken. Diese sind nur fertig gebeizt am Saatgut erhältlich und die Ausbringung ist nur mit dafür zugelassenen Sägeräten erlaubt.

        Weitere Schädlinge im Mais finden Sie in unten stehender Bildergalerie.

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