Login
Silomaisernte

Maissilage: Silagequalität und eigene Sicherheit im Blick

Hermann Kraus
am
19.07.2018

In der Silomaisernte stehen die Landwirte unter Druck. Die Zeit drängt, doch trotzdem müssen nicht nur die Qualität des Silagegutes, sondern auch Sicherheitsaspekte höchste Priorität genießen.

2 Traktoren fahren am Silo

Bei der Silomaisernte muss neben der Qualität des Siliergutes auch die eigene Sicherheit im Fokus stehen. Für eine gute Siloqualität muss folgendes beachtet werden:

  • Hohe Bergeleistungen erfordern optimale Verteil- und Verdichtungsarbeiten im Silo.
  • Große Mengen an Siliergut müssen gleichmäßig in dünnen Schichten verteilt und verdichtet werden. Als Basis für eine gute Verdichtung gilt eine Schichtdicke von maximal 30 cm.
  • Die Verdichtung erfolgt mit Schleppern oder Spezialfahrzeugen wie Allrad-LKWs oder Pistenraupen. Der Reifendruck sollte bei 2 bis 3,5 bar liegen, die Walzgeschwindigkeit ist mit 4 bis 6 km/h sehr gering, um möglichst lange Druck auf das Häckselgut ausüben zu können.
  • Die Fläche muss mindestens dreimal überfahren werden.

Der Verdichtungsaufwand soll bei zwei bis drei Minuten je Tonne Erntegut liegen. Je Walzfahrzeug sollte die Bergeleistung nicht mehr als 20 bis 25 t TM je Stunde betragen.

Siliererfolg durch Controlling überprüfen

Der Siliererfolg lässt sich mit dem Silo-Controlling überprüfen. Dabei wird mithilfe eines Spezialbohrers ein Bohrkern aus der Silage entnommen.

Anhand des Raumgewichtes und des Trockenmassegehaltes kann dann die Verdichtung in kg TM/m³ berechnet werden. In Abhängigkeit von der Siloart wird diese Messung an verschiedenen Stellen im Silo vorgenommen, im optimalen Fall sind die Unterschiede zwischen Kern- und Randbereich vergleichsweise gering.

Silomaisernte: Sicherheit geht vor

Zur Silomaisernte sollten die Landwirte aber nicht nur die Silagequalität, sondern auch ihre eigene Sicherheit im Blick haben, denn die Kombination aus Zeitdruck, dem Einsatz der Technik und Störungen im Ernteablauf birgt ein hohes Unfallrisiko. Deshalb ist es auch für erfahrene Landwirte empfehlenswert, sich zunächst mit den Maschinen vertraut zu machen und sie auf Funktionalität und Sicherheit wie zum Beispiel Aufstiege, Messerschutz und die gute Sichtbarkeit der Erntefahrzeuge im Dunkeln zu überprüfen.

Bei Wartungsarbeiten sollte in jeden Fall der Motor abgestellt und der Stillstand aller Aggregate abgewartet werden, denn die Häckseltrommel und etwa der Beschleuniger laufen nach. Darüber hinaus gilt es auch, das Umfeld, wie z.B. über die Felder verlaufende Hochspannungsleitungen, und die Nachbarn zu beachten, um Konfrontationen im Vorfeld zu vermeiden.

Landwirte können die Ernte auf Schildern am Feldrand, über Handydienste oder die lokale Presse ankündigen. Positive Reaktionen erhalten auch Landwirte, die Spaziergängern anbieten, die Blumen am Feldrand kostenlos zu pflücken. Darüber hinaus sollte es für die Landwirte selbstverständlich sein, die Straßen von Verschmutzungen durch die Erntefahrzeuge umgehend zu säubern.

Mit Material von dem Deutschen Maiskomitee e.V.

Diese Verdichtungstechnik setzen Kollegen auf dem Fahrsilo ein

Pistenraupe auf Fahrsilo
Quadtrac
Quadtrac
Silowalze Silage Packer
Claas auf Fahrsilo
Siloverdichtung
Auch interessant