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Mais

Maissilage: So vermeiden Sie Verluste

© landpixel
von , am
17.09.2015

Auch wenn Silomais eine leicht vergärbare Futterpflanze ist, können sich beim Öffnen der Maismiete Probleme ergeben. Eine optimale Dichtlagerung verhindert unerwünschte Erwärmungen.

Schwierigkeiten mit der Maissilage ergeben sich häufig drei bis vier Wochen nach dem Öffnen der Maismieten. © Mühlhausen/landpixel
Die Silomaisernte ist in vielen Teilen Deutschlands in vollem Gange. Jetzt geht es darum, das Erntegut richtig zu lagern. Was dabei vor allem aus siliertechnischer Sicht zu beachten ist, erläutert Dr. Martin Pries, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Problem der Nacherwärmung an den Rändern

Ziel der Silierung ist die rasche pH-Wert Absenkung im Futterstock über die Bildung ausreichender Mengen an Milchsäure, so dass eine mikrobielle Zersetzung des Futters unterbunden wird. Schwierigkeiten mit der Maissilage ergeben sich häufig drei bis vier Wochen nach dem Öffnen der Maismieten in Form von Nacherwärmungen. Betroffen sind in erster Linie die Ränder und die oberen Schichten. Eine Nacherwärmung endet nicht selten in einem völligen Futterverderb.
 
Zwischen der Lagerdichte des Maises und der Eindringtiefe von Luftsauerstoff gibt es einen sehr engen Zusammenhang. Insbesondere bei Lagerdichten von unter 180 kg Trockenmasse je Kubikmeter ist mit einem intensiven Eindringen von Sauerstoff zu rechnen. Wenn unter solchen Bedingungen kein ausreichender Vorschub bei der Entnahme vorhanden ist, kommt es zu einem raschen Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen.
 

Auf die Verdichtung achten

Aus diesen Zusammenhängen wurden die Empfehlungen für die anzustrebende Dichtlagerung abgeleitet. Hiernach müssen z. B.
  • bei 30 % TM-Gehalt in der Maissilage 230 kg Trockenmasse je m³ und
  • bei 35 % TM-Gehalt 270 kg Trockenmasse je m³ Silage enthalten sein.
Insbesondere die maximale Schichtdicke von 30 cm bei der Silobefüllung wird in der Praxis häufig nicht eingehalten. Ursächlich hierfür ist die stark gestiegene Ernte- und Transportleistung der Häckselketten, die häufig zwischen 80 t und 100 t Siliergut pro Stunde dem Silo andienen. Diesen großen Mengen kommt die Verteil- und Walztechnik nicht nach, was sehr oft in zu kurzen Siloanlagen begründet liegt. Die heutigen Ernteleistungen erfordern Silolängen von 50 m und mehr, um eine ausreichende Verdichtungsarbeit zu gewährleisten.
 

Siliermittel verhindern das Nacherwärmen

Siliermittel können zur Verhinderung der Nacherwärmung eingesetzt werden. Zu nennen sind hier der Harnstoff, Siliersäuren und -salze sowie biologische Siliermittel auf Basis heterofermentativer Milchsäurebakterien.
 
Die klassischen chemischen Konservierungsmittel aus Propionsäure, Benzoat, Kaliumsorbat etc. haben eine sichere Wirkung gegen Nacherwärmungen, belasten aber die Tonne Siliergut mit mehr als 5,50 Euro und scheiden deshalb als Behandlungsmaßnahme für ein komplettes Silo aus. Sie kommen für die Randbehandlung in Frage. Eine gleichmäßige Verteilung in der Silage ist Voraussetzung.
 
Eine Alternative stellen die biologischen Siliermittel mit heterofermentativen Milchsäurebakterien dar. Der enthaltene Stamm Laktobacillus buchneri führt zu einer Essigsäurebildung, die das Wachstum der Hefen einschränkt. Allerdings geht die Essigsäurebildung mit höheren Trockenmasseverlusten bei der Silierung einher, die etwa zwei Prozent ausmachen. Die geringeren Kosten sprechen für die biologischen Siliermittel.
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