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Maiswurzelbohrer 2013: Fallen abgebaut

© landpixel
von , am
07.11.2013

Bonn - Das Monitoring des Westlichen Maiswurzelbohrers ist für dieses Jahr abgeschlossen. In Baden-Württtemberg wurden 2.126 Käfer gefunden. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2012.

Seinen Status als Quarantäneschädling hat er zwar los. Doch ernsten Schaden richtet er nach wie vor an: der Westliche Maiswurzelbohrer. © Mühlhausen/landpixel
Das Monitoring des Westlichen Maiswurzelbohrers ist für dieses Jahr nun in allen betroffenen Bundesländern eingestellt worden. Im Landkreis Görlitz in Sachsen wurde ein Exemplar des Westlichen Maiswurzelbohrers entdeckt. Die Lage des Fundortes lässt auf einen Einschleppungsfund schliessen. In Rheinland-Pfaltz wurden nach den ersten Funden im Kreis Germersheim nun auch zwei Exemplare des Westlichen Maiswurzelbohrers im Rhein-Pfalz-Kreis entdeckt.
 
In Bayern wurden insgesamt 192 Käfer gefangen. Allerdings ist die Verschleppung in Bayern ein sehr großes Problem. Es waren in diesm Jahr wieder 28 Kreise und Städte betroffen. Erfreulich ist jedoch, dass aus keiner Gemeinde Fangzahlen gemeldet werden, welche auf große Bestandspopulationen des Maisschädlings schliessen lassen. In Baden-Württtemberg wurden 2.126 Käfer gefunden. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2012 zeigt die Effektivität der gegen den Schädling eingeleiteten Maßnahmen.

Verbreitung von Süd nach Nord

Der Maiswurzelbohrer wurde Anfang der 1990er-Jahre aus Nordamerika nach Südeuropa eingeschleppt und breitet sich seitdem nach Norden aus. Sein Verbreitungsgebiet umfasst bereits Flächen in den Nachbarländern Polen, Tschechien, Österreich und Frankreich. Im Jahr 2007 trat er erstmals in Baden-Württemberg und Bayern auf. In Sachsen wird seit 2004 ein mögliches Auftreten des Käfers überwacht. An Orten mit einem erhöhten Einschleppungsrisiko wie an Flughäfen, Autobahnraststätten oder auf Flächen mit Maismonokultur werden Pheromonfallen aufgestellt, die von Juli bis September im vierzehntägigen Rhythmus kontrolliert werden. Dabei wurde Mitte September 2012 erstmalig in Sachsen ein Käfer als Westlicher Maiswurzelbohrer identifiziert.

Biologie und Schadbild des Westlichen Maiswurzelbohrers

Die Larven des nur circa fünf Millimeter großen Käfers fressen zunächst an den Wurzelhaaren und den zarten Wurzeln bis sie in die Wurzeln eindringen und sie fast völlig zerstören. Durch verminderte Wasser- und Nährstoffaufnahme und Lagerbildung entstehen Ertragsverluste. Lagernde Pflanzen können sich unter günstigen Bedingungen teilweise wieder aufrichten und bilden dann das typische "Gänsehals-Symptom". Wie Getreidehähnchen und Kartoffelkäfer gehört der Westliche Maiswurzelbohrer zu den Blattkäfern.
 
Die sehr kleinen Käfer besitzen ein gutes Flugvermögen. Sie entwickeln eine Generation im Jahr und ihre Hauptflugzeit ist von Juli bis September. Die Weibchen legen circa 500 Eier in den Boden ab, die dort überwintern. Die Larven schlüpfen dann von Mitte Juni bis Anfang Juli und fressen an den Wurzeln. Die Verpuppung erfolgt im Boden. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Pollen, Narbenfäden und jungen Maisblättern und können bei einem Massenauftreten ebenfalls schädigen. Der Hauptschaden wird allerdings von den Larven verursacht.

Maisernte auf kalifornisch

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