Login
Mais

Maiswurzelbohrer verursacht 2014 Ernteausfälle

© landpixel
von , am
15.10.2014

Durch das Verbot von Neonicotinoiden und günstiger Witterungsverhältnisse konnte sich der Maiswurzelbohrer 2014 deutlich vermehren. In der österreichischen Steiermark verursachte er erhebliche Ernteausfälle.

Maiswurzelbohrer: Im Spätsommer legen die Weibchen ca. 500 Eier in die obere Bodenschicht ab. © Landwirtschaftskammer NRW
"Der Maiswurzelbohrer hat in der Steiermark große Schäden angerichtet, berichtet Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher. Und das, obwohl viele Bauern in diesem Anbaujahr die Fruchtfolge stark erweitert haben und insgesamt 21 Prozent mehr Getreide angebaut haben. Von Ernteeinbußen zwischen 20 und 30 Prozent ist aktuell die Rede. Anfang September lag der Mais felderweise am Boden, weil die Larven die Wurzeln aufgefressen haben. Auch in Bayern und am Oberrhein beklagen viele Landwirte einen verstärkten Befall.
 
"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Maiswurzelbohrer nicht nur ein Problem für die Maisbauern, sondern mittlerweile eine Landplage von ungeheurem Ausmaß ist", so Christian Konrad vom Pflanzenbau-Ausschuss Kalsdorf/Graz gegenüber 'transgen'. Denn die Käfer befielen nicht nur Mais, sondern auch Kürbis, Hirse, Soja und Sonnenblumen.

Gründe für Vermehrung des Maiswurzelbohrers

Durch das Verbot der Beizung mit Neonicotinoiden konnte sich der Maiswurzelbohrer dieses Jahr ungestört vermehren. Alternative Pflanzenschutzmaßnahmen wie der Einsatz von Nematoden wirkten nur unzureichend, klagen viele Landwirte. Zudem waren die Witterungsbedingungen des letzten Jahres für die Vermehrung des Schädlings günstig. Im trockenen Sommer 2013 konnte sich der Maiswurzelbohrer gut fortpflanzen. Der milde Winter schonte die Eier im Boden und im warmen Frühjahr konnten sich die Larven schnell entwickeln.

Notfallzulassung von Insektizid

In besonders betroffenen Gebieten wurde in Österreich deshalb per Notfallzulassung 2014 - zeitlich begrenzt und unter behördlichen Auflagen - ein Bodeninsektizid zur Bekämpfung der Larven erlaubt.
 
Es wurde darüber hinaus eine "Task-Force" aus Behördenvertretern sowie Pflanzenbau- und Pflanzenschutzexperten eingerichtet, unter anderem mit dem Ziel, die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln zu sichern. In Deutschland sind zurzeit keine Pflanzenschutzmittel gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen.

Maiswurzelbohrer: Bekämpfungsstrategien und Auflagen

 
Auch interessant