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Mais

Maiszünsler biologisch aus der Luft bekämpfen?

© hapo/landpixel
von , am
02.07.2014

In diesem Jahr kommen in der biologischen Bekämpfung des Maiszünslers erstmals sogenannte Multikopter zum Einsatz. Was halten Sie von dem Verfahren?

Drohen kommen in der Landwirtschaft verstärkt zum Einsatz. © DLG
Mit diesen ferngesteuerten Fluggeräten werden die in Kugeln verpackten Eier der Trichogramma-Schlupfwespe, eines Eiparasiten des Maiszünslers, aus der Luft verteilt. Das berichtet Dr. Hubert Sprich von der ZG Raiffeisen, Karlsruhe, in einer Veröffentlichung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK). Der Multikopter, der in diesem Jahr in Südwestdeutschland auf rund 500 ha Mais zum Einsatz kommt, stelle eine interessante Alternative darf.
 
Der GPS-gesteuerte Kopter fliegt die Maisflächen exakt ab und bringt dabei die Trichogramma-Kugeln gleichmäßig im Bestand aus. Pro Hektar benötigt das Flugobjekt drei bis fünf Minuten.
 
Bislang werden die auf Karten oder in Kugeln verpackten Eier der Schlupfwespen entweder per Hand oder mit umgebauten Stelzenschleppern ausgebracht. Beides ist laut DMK deutlich arbeitsintensiver. Außerdem stosse der Stelzenschlepper in hängigem Gelände an seine Grenzen und birgt zudem die Gefahr von niedergefahrenen Maispflanzen. 

Deutschland: 45.000 ha Mais vom Zünsler betroffen

Das nun in Südwestdeutschland eingesetzte Gerät wiegt lediglich drei Kilogramm und findet im Kofferraum eines PKW Platz. Die Ausbringungskosten der Trichogramma-Kugeln mit dem Multikopter liegen laut DMK bei circa 15 Euro/ha für die einmalige und 28 Euro/ha für die zweimalige Behandlung.
 
In Deutschland wird der Maiszünsler nach Einschätzung von Dr. Sprich mit steigender Tendenz auf 40.000 bis 45.000 ha bekämpft. Die Eiparasiten der Gattung Trichogramma kommen dabei auf 25.000 ha zum Einsatz. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fördern den Einsatz von Trichogramma im Rahmen ihrer Agrarumweltprogramme.
Der Maiszünsler beeinträchtigt nicht nur die Standfestigkeit des Maises. Durch die Fraßgänge werden gleichzeitig auch Eintrittspforten für Fusarienpilze dar. Das wiederum lässt den Mykotoxinbefall im Erntegut steigen. Eine Ausweitung der Förderprogramme auf Befallsgebiete auch in anderen Regionen Deutschlands könnte dieses umweltverträgliche Verfahren deutlich voranbringen, heißt es in der Veröffentlichung des DMK.

Was halten Sie von diesem Verfahren? Wird der Einsatz von Drohnen auch im Pflanzenschutz eine realistische Alternative in den nächsten Jahren? Sagen Sie uns ihre Meinung und nehmen Sie an der rechts stehenden Umfrage teil.

DLG-Feldtage: Die Vermessung des Ackers

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