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Maiszünsler: Regionale Empfehlung beachten

© Havers/LWK Niedersachsen
von , am
10.07.2013

Der Hauptflug des Maiszünslers ist regional im Gange. Jetzt gilt es, entprechende Beratungsdienste genau zu beobachten, um Flughöhepunkt und Auftreten des Falters in Bezug auf die Eiablage zu identifizieren.

Die Eier des Maiszündlers. In diesem Jahr wird ein stärkerer Befall befürchtet. © Havers/LWK Niedersachsen
"Der Hauptzuflug der Maiszünsler hat im südlichen Rheinland begonnen. Am Wochenende sind die Fangzahlen in den Schlupfkäfigen deutlich angestiegen." So steht es in einer Meldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom Montag. Demzufolge sind die Witterungsbedingungen ideal für den weiteren Flug und die anschließende Eiablage. Nach etwa fünf bis sieben Tagen ist mit dem Schlupf der ersten Larven zu rechnen, dann sei auch der optimale Bekämpfungstermin erreicht.
 
"Dies soll kein allgemeiner Aufruf für eine Behandlung sein, aber auf Maisflächen in Befallsregionen wie der Voreifel, sowie im Raum Ahlen und Warburg macht es Sinn, über eine Bekämpfung nachzudenken." Dieser Hinweis der LWK Nordrhein-Westfalen zeigt, wie aufwändig die Bekämpfung des Schädings ist - aus pflanzenbaulicher und landtechnischer Sicht. Deshalb ist es hier unbedingt ratsam, entsprechende Warnhinweise der Ämter und Kammern vor Ort  zu beachten.

Gefährdet seien Flächen, in deren Umfeld intakte befallene Maistoppeln auf der Oberfläche liegen. Bei hohem Befallsdruck seien für eine Maßnahme gegen die schlüpfenden Larven laut LWK Nordrhein-Westfalen Steward (Indoxacarb) mit 125 g/ha oder Gladiator (Wirkstoff Methoxyfenozide 240 g/l) mit 600 ml/ha geeignet.

"Z-Rasse" maisschädigend

Maiszünsler - Adultes Tier © AELF-WB Bayern
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt die Biologie des Schädlings. So ist der Maiszünsler ein zur Ordnung der Schmetterlinge gehörender Schädling. Zwei Rassen sind in Europa bekannt, in Deutschland gilt nur die "Z-Rasse" als maisschädigend. Die bräunlichen Falter haben eine Flügelspannweite von rund drei Zentimetern, und tragen auf den Flügeln eine auffällige Maserung mit gelbbraunen Querstreifen.
 
Ab Anfang Juni ist laut LWK Nordrhein-Westfalen mit Beginn der Flugaktivität und anschließender Eiablage zu rechnen. Das Eigelege an der Unterseite der mittleren Blätter kann bis zu 40 Eier enthalten und ist durch seine dachziegelartige Anordnung besonders markant. Die ausgewachsenen, ebenfalls bräunlichen Larven sind bis zu 30 mm lang und haben eine schwarze Kopfkapsel. Die Larven überwintern hauptsächlich in den untersten Stengelteilen und verpuppen sich im Mai des Folgejahres.
  • Wie stark sind sie vom Maiszünsler betroffen? Nehmen Sie an unserer aktuellen Umfrage (rechts) zum Schaden an deutschen Maisflächen durch den Zünsler teil. 

Raupen vernichten vier Prozent der Welt-Maisernte

Ende der siebziger Jahre trat der Maiszünsler laut LfL Bayern erstmals im Freistaat auf. Seither hat er sich stark verbreitet und seit 2005 ist er in Bayern nahezu auf allen Maisflächen zu finden. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO) werden durch die Zünslerraupen weltweit jährlich vier Prozent der Maisernte vernichtet.

Ausbreitung gen Norden

Der Maiszünsler hat sich in den letzten Jahren auch im Süden und Osten Niedersachsens etabliert, wie es in einer entsprechenden Meldung der LWK Niedersachsen heißt. Der Schädling sei dort aber noch nicht (Stand April 2013) auf allen Maisflächen vorhanden. Insgesamt wurden 168 Schläge intensiver auf Zünslerbefall untersucht. Davon wiesen 42 Prozent Befall mit Maiszünslerlarven auf, allerdings regional mit größeren Schwankungen. Insbesondere in den Gebieten der Bezirksstellen Northeim und Braunschweig wurden in Niedersachsen höhere Anteile befallener Flächen festgestellt.
 
Text: LWK Nordrhein-Westfalen, LWK Niedersachsen, LfL Bayern

Video: Vegetationsreport: Jetzt auf Flug des Maiszünslers achten (10. Juli)

 
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