Login
Maisernte

Maiszünsler: So bauen Sie Ihre eigene Warndienstbox

Zerkleiner der Maisstoppel gegen den Zünsler
Thumbnail
Klaus Strotmann, agrarheute
am
20.08.2018

Die Silomaisernte hat begonnen, gleichzeitig ist der Maiszünsler dieses Jahr besonders früh zugeflogen. Die Stoppelbox hilft bei der rechtzeitigen Bekämpfung.

Die Silomaisernte hat begonnen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den Befall mit Maiszünsler im Bestand festzustellen. Nur so lässt sich die Frage nach einer Bekämpfung im kommenden Jahr beantworten.

Entscheidend ist es, den Vorjahresbefall zu kennen – also die Kontrolle jetzt vor der Ernte für die Bekämpfung im Sommer 2019. Die Berater vom Sächsischen Landesamt für Landwirtschaft (LfULG) empfehlen die Kontrolle von mindestens 50 Pflanzen im Bestand. Diese sollten auf 100 Pflanzen hochgerechnet werden.

Befall sicher feststellen

Sichere Indizien für Maiszünslerbefall sind:

  • Bohrlöcher im Stängel,
  • Bohrmehl in den Blattachseln,
  • Stängelbruch.

Wenn 30 bis 40 Prozent befallene Pflanzen ermittelt wurden, ist im Folgejahr mit einem bekämpfungswürdigen Befall durch den Maisschädling zu rechnen.

Was am besten gegen den Zünsler wirkt

Die wirkungsvollste Methode der Maiszünslerbekämpfung ist Mechanik: Tiefer Schnitt bei der Ernte und ein bodennahes Zerkleinern der Stoppeln reduziert die Population für das Folgejahr deutlich. Berater gehen von 90 Prozent Reduktion aus. Das Aufbrechen der Stoppeln zerstört die Lebensgrundlage der Larven.

Zerschlagen ist wichtiger als alleiniges tiefes Einarbeiten. Die Feuchtigkeit als größter Feind der Zünslerlarven kann so besser in die Stoppel eindringen. Der Effekt funktioniert auch, wenn das Zerkleinern erst im Frühjahr stattfindet. Allerdings muss das in der ganzen Region passieren.

Die gründliche Stoppelbearbeitung im Herbst fördert die Rotte und mindert das Fusariumrisiko.

Stoppeldepot: So bauen Sie Ihren eigenen Warndienst

Die Flugaktivität des Zünslers hängt von der Temperatur ab. Neben dem Warndienst kann die Anlage eines Stoppeldepots als lokale „Messstation“ für Zünslerbefall und den passenden Bekämpfungstermin dienen.

So legen Sie ein Stoppeldepot an:

  • Nach der Ernte 50 intakte Stoppeln mit Bohrloch sammeln.
  • Maisstängel nicht öffnen, sonst dringt Feuchtigkeit ein und die Larven sterben.
  • Die Stoppeln in einer Kiste mit offenem Boden deponieren.
  • Die Kiste sollte ansonsten dicht sein, damit der Zünsler nicht flüchten kann.
  • Das Depot am Ackerrand oder auf einer Brache überwintern lassen.
  • Nicht auf einer Beton- oder Rasenfläche aufstellen.
  • Ab Anfang Juni schlüpft der Zünsler, er lässt sich nicht mit weiteren Schmetterlingen verwechseln.
  • Bei 50 Stoppeln können sich in rund acht Wochen ca. 40 Falter entwickeln.
  • Kontrollieren Sie täglich, um den Hauptschlupf des Zünslers festzustellen – das ist der Termin für die chemische Bekämpfung.
Mit Material von LfULG Sachsen

Stoppelbearbeitung: Zehn Maschinen gegen den Maiszünsler

Larve des Maiszünslers
Güttler-Kombination
Dal-Bo Messerwalze
Zünslerschreck von Bass-Knoche
Kombination von Messerwalze mit Scheibenegge von Horsch
Kombination von Messerwalze mit Scheibenegge von Väderstad
Kreiselegge von Moreni
Köckerling-Scheibenegge Rebell
Bodenbearbeitung mit Wallner
DynaDrive
Dücker-Mulcher
Auch interessant