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Mais

Marktreport: EU-Maispreise überraschend robust

von , am
05.12.2013

Während die Maispreise am Weltmarkt und vor allem in den USA in den letzten Woche weiter kräftig gefallen sind, haben sie sich in Europa und Deutschland seit Oktober behauptet oder sind sogar gestiegen.


Die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung liegen sowohl in der jeweiligen Angebotslage bei Mais als auch in der aktuellen Preisentwicklung bei den wichtigen alternativen Getreidearten wie etwa Weizen und auch Gerste. In den USA sind die Maispreise Ende November infolge der dortigen Rekordernte auf den niedrigsten Stand seit 39 Monaten gefallen. Am Terminmarkt kostete US-Mais nur noch rund 120 Euro.
In Europa konnte sich der Mais seit Oktober sehr gut behaupten und sogar zulegen, der Preis pendelte knapp unter 180 Euro. Für die überraschend robusten Maispreise in Europa gibt es im Wesentlichen zwei Ursachen. Zum einen sind die Maispreise zuletzt mit den Weizenpreisen gestiegen. Zum anderen erfolgte die Ernte in vielen europäischen Ländern sehr spät und der Mais aus den wichtigen Überschussregionen Südosteuropas ist noch nicht im erwarteten Umfang auf dem Markt.
 
Hinzu kommt, dass die Maisernte in Deutschland - anders als in Südosteuropa - sehr schwach ausfällt. Derzeit geht man von einer Erntemenge von etwa 4,0 Millionen Tonnen (Mio. t) aus, nach 5,5 Mio. t in 2012. Die europäische Ernte wird auf 65,1 Mio. t geschätzt, nach etwa 58 Mio. t im letzten Jahr. Der Zuwachs resultiert vor allem aus dem kräftigen Produktionswachstum in Rumänien und Ungarn. Die französische Ernte ist ähnlich groß wie 2012.

Große Ernte in Rumänien und Ungarn

Internationaler Maispreisindex © IGC
Nichtsdestotrotz bewegen sich die Maispreise in Europa derzeit etwa 25 Prozent bzw. 60 Euro niedriger als im letzten Jahr. Ursprünglich hatte man im Herbst einen weiteren Preisrückgang erwartet. Ursache war die große Maisernte in den Exportländern Rumänien und Ungarn. Im Großhandel ist das Niveau dort 35 bis 45 Euro niedriger als in Deutschland und umfangreiche Exporte dürften auch die hiesigen Preise weiter drücken. Auch aus der Ukraine hatte man zudem umfangreiche Importe erwartet. Aber auch dort erfolgte die Ernte sehr spät.
 
Bisher hat die EU mehr Mais exportiert und weniger importiert als im letzten Jahr. Bis Ende November gingen 1,8 Mio. t Mais (vor allem aus Rumänien) auf den Weltmarkt. Gleichzeitig wurden etwa 2,8 Mio. t vor allem nach Spanien und Italien importiert.
 
 
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