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Mais

Marktreport: Silomaisernte fast ein Fünftel kleiner als im Vorjahr

von , am
10.10.2013

Der Ernte von Silomais fällt in Deutschland im Jahr 2013 erheblich kleiner aus als 2012. Das liegt jedoch weniger an einer Einschränkung der Anbaufläche als vielmehr an den deutlich niedrigeren Erträgen.


Nach den Anfang Oktober aktualisierten Daten des Statistischen Bundesamtes ist die Erntemenge von Silomais in Deutschland mit 77,98 Millionen (Mio.) rund 18 Prozent (%) bzw. knapp 16,8 Mio. t kleiner als im letzten Jahr. Während aber die Anbaufläche mit rund 1,99 Mio. nur geringfügig kleiner ist als im vorigen Jahr (2,0 Mio. ha), brechen die Erträge um fast 74 dt auf nur noch 391 dt regelrecht ein. Im Vorjahr lagen die Durchschnittserträge bei 464 dt/ha und vor zwei Jahren bei 460 dt/ha. Der langjährige Ertragsdurschnitt von 450 dt/ha wird ebenfalls deutlich verfehlt. Trotz der deutlich niedrigen Erträge ist die aktuelle Erntemenge infolge der Flächenexpansion der letzten 10 Jahre immer noch die bislang drittgrößte Silomaisernte in Deutschland.

Produktionseinbruch in Niedersachen und Bayern

Produktion von Silomais in Deutschland in 2013 unterteilt nach Bundesländern. (Quelle: Stat. Bundesamt)
Die beiden größten deutschen Silomaisproduzenten sind Niedersachsen und Bayern. Beide Bundesländer verfügen auch über die größten Tierbestände sowie über die höchste Zahl an Biogasanlagen. Dieses Jahr ist die Silomaiserzeugung in beiden Ländern ertragsbedingt deutlich eingebrochen, obwohl die Anbaufläche nur wenig zurückgegangen ist. In Niedersachsen schrumpfte die Silomaisproduktion gegenüber dem Jahr 2012 fast 20 % bzw. 4,9 Mio. t auf nur noch 21,1 Mio. t. In Bayern ging die erzeugte Menge Silomais sogar um 23 % bzw. knapp 4,7 Mio. t auf nur noch16 Mio. t zurück.
 
Trotz des drastischen Produktionsrückgangs ernteten die beiden Länder knapp die Hälfte (48 %) % des deutschen Silomais. Gegengenüber dem Vorjahr ist die Anbaufläche in beiden Ländern nur geringfügig zurückgegangen und liegt in Niedersachsen bei 0,50 Mio. ha (Vj. 0,51) und in Bayern bei 0,39 Mio. ha (Vj. 0,40). Dagegen bleiben die Erträge sowohl in Niedersachsen (423 dt/ha) als auch in Bayern (411 dt/ha) weit hinter den sehr guten Vorjahresergebnissen von 506 dt/ha bzw. 515 dt/ha zurück.

Preisfindung ist schwierig

Für Silomais gibt es keinen überregionalen Markt und deshalb auch keine Richtpreise wie etwa bei Körnermais. Wegen der deutlich geringeren Erträge liegen dieses Jahr auch die Produktionskosten deutlich höher als 2012. Ausschlaggebend dürfte jedoch die Entwicklung der Preise für Futtergetreide sein und damit auch die möglichen Alternativen für die Tierhalter. In diesem Jahr ist zwar das Angebot an Silomais, speziell in den Regionen mit starker Viehhaltung und vielen Biogasanlagen (Bayern und Niedersachsen), deutlich kleiner. Gleichzeitig ist jedoch das Angebot an Futtergetreide (Weizen, Gerste) und auch die Verfügbarkeit von preiswertem Roggen für die Biogasanlagen groß. Für Körnermais der neuen Ernte werden im Deutschland im Großhandel beispielsweise Preise von 165 Euro/t bis 175 Euro/t genannt. Im letzten Jahr lagen die Preise zu diesem Termin bei 240 Euro/t bis 250 Euro/t und damit 30 % höher.


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