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Unkräuter

Mechanische Unkrautbekämpfung: Das sind die Techniktrends

Mais-Hacke-Untersaaten
am Freitag, 31.05.2019 - 06:39

Die chemische Unkrautbekämpfung gerät an Grenzen. Hacken und Striegel kommen vermehrt zum Einsatz. Doch bei vielen Lösungen sind noch Optimierungen nötig. Wir sagen, welche das sind.

Verschütten, Ausreißen und flach abschneiden, so wirkt die Gerätetechnik mechanisch. Für höhere Arbeitsgeschwindigkeiten geht der Trend von den klassischen Hackscharen aber zu rotierenden Werkzeugen.

Hohe Fahrgeschwindigkeiten nötig

Rotierende Werkzeuge sind pflegeleichter beim Schärfen. Anbieter sind etwa Schmotzer, Einböck, K.U.L.T, Hatzenbichler, Garford und seit Kurzem auch Bednar und Carré für die Arbeit zwischen den Pflanzenreihen.

Mit mechanischen Werkzeugen aktiv in die Reihen hinein zu arbeiten ist in speziellen Einsätzen möglich, kostet aber Zeit und Geld. Neue Assistenzsysteme, wie Kamera, Laser und Ultraschall zur Reihenführung, bieten unbestreitbare Vorteile: Sie entlasten den Fahrer deutlich.

Gekoppelt mit RTK-geführter GPS-Steuerung der Traktoren und in Verschieberahmen montiert, ist das ein regelrechter Effizienzschub. Der erlaubt Fahrgeschwindigkeiten bis zu 15 km/h und hohe Flächenleistungen.

Diese Probleme sind noch zu lösen

Bei aller scheinbaren Einfachheit der mechanischen Technik gibt es noch Probleme. Sie fordern ein Verständnis für das Zusammenwirken von Werkzeug, Kultur, Boden, Unkraut und Witterung. Beispiele:

  • Arbeitsgeschwindigkeiten und –breiten haben klare Grenzen. Zu langsam kann hier ebenso wie zu schnell die Wirkung und die Ökonomie zerstören.
  • Hacken und Striegel sind empfindlich gegen zu feuchte und zu trockene Böden. Ein verpasstes Zeitfenster führt schnell zu Verlusten.
  • Technik zur Reihenführung hat noch hohe Preise. Die Effizienz hängt oft vom Arbeitstempo ab. Im Vergleich zur Handarbeit ergibt sich ein Plus, für die Ablösung der Chemie ein Minus.
  • Die Gerätetechnik für das Hacken ist oft noch zu schwer. Große Traktoren auf Pflegereifen fordern bei geringen Arbeitsbreiten viele belastete Fahrspuren.

Kreative Lösungen sind weiter gefragt

Die konstruktive Entwicklung wurde lange vernachlässigt. Aktuell zeigt sich aber, dass sie sich wiederbelebt. Die Arbeitswerkzeuge sind veschleißärmer und leichter - für geringes Gesamtgewicht und größere Arbeitsbreiten.

  • Neue Wirk- und Funktionsprinzipien müssen unabhängiger von der Bodenfeuchte arbeiten. So sind mit geringeren Gewichten die Zeitfenster für Einzeleinsätze erheblich erweiterbar.
  • Leichte Geräteträger mit effektiven und bodenschonenden Zwischenachs-Anbaumöglichkeiten sind neu zu beleben.
  • Mehr Organisation ist nötig, auch zwischenbetrieblich: Dazu zählen einheitliche Drill- und Arbeitsbreiten, gleiche Spurmaße und Reihenweiten, abgestimmte Fruchtfolgen.

Ansätze gibt es. Das zeigen Anstöße bis hin zu Geräteträger-Studien oder Ideen zu Rollstriegel, Flexschar oder Uni-Parallelogramm. Einfache und intelligente Ansätze lohnen sich, etwa

  • scheibenförmige Aufsteckschuhe, wie die Harrow-Scratcher von Wallner auf Schwerstriegelzinken,
  • flache aktive Kreiselrotoren der Firma Busa aus Ungarn für Mulchsaaten,
  • passive Tellerhackschare von Einböck für robuste Einsätze,
  • über Gasdruckfeder und Gleitkufe geführte Hackmesser von Leibing.

Mit Physik gegen Unkraut

Darüber hinaus geht die Entwicklung auch zu neuen physikalischen Möglichkeiten weiter. Hier sind zwei Richtungen wichtig:

  • elektrophysikalische Geräte, wie von Zasso mit Hochspannung, um Chlorophyll und Pflanzenzellen abzutöten,
  • Kaltwasser- Hochdruckstrahltechnik von Caffini, Italien, gegen Unkraut.

Beide Entwicklungen setzen die richtigen Akzente in Sachen Leichtbau und geringerer Empfindlichkeit bei feuchterem Boden.

Eine ausführliche Übersicht zu wichtigen Herstellern und Händlern von Hacken und Striegeln von A bis Z finden Sie in der agrarheute-Print-Ausgabe Juni 2019 auf Seite 100.

Mit Material von Johann Rumpler, Zentrum für Acker- und Pflanzenbau Bernburg

Mechanisch gegen Unkraut: diese Hackgeräte und Striegel gibt es