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Biologische Schädlingsbekämpfung

Mehr Drohnenflüge gegen den Maiszünsler auch in Deutschland

Drohne im Mais
Karl Bockholt/dlz agrarmagazin
am
23.08.2017

Bei der Bekämpfung des Maiszünslers mit Hilfe von Trichogramma wird auch in Deutschland zunehmend auf Drohnen gesetzt - wenn auch noch auf überschaubarem Niveau.

Für einen Hektar Mais braucht ein Multikopter nur etwa fünf Minuten. Um den Maiszünsler biologisch zu bekämpfen, wirft er Eier von Schlupfwesen ab. Zuvor verteilten Anbauer zeitraubend Kärtchen mit dem natürlichen Gegenspieler. Dafür mussten sie weit laufen. Das ist mit der Drohne nicht mehr nötig.

Seit 2015 bietet die ZG Raiffeisen, Karlsruhe, im Südwesten das Ausbringen von Trichogramma aus der Luft als Service. Dieses Jahr wurden dort gut 6.000 ha so behandelt, sagt Dr. Hubertus Sprich. 2016 waren es rund 5.000 ha. Zum Vergleich: Von Hand wird Trichogramma in Baden-Württemberg nach Schätzungen auf rund 13.000 ha ausgebracht.

Bei der BayWa, München, kam der Service 2017 alles in allem auf circa 820 ha zum Einsatz. Dieses Jahr hat das erstmals FarmFacts erledigt. 2016 waren es dort 950 ha, erklärt Nico Höfner.

Verhaltene Zuwachsraten in Ostwestfalen

Im Gebiet der Agravis, Münster und Hannover, wurden die Kugeln 2017 auf etwa 100 ha in Ostwestfalen abgeworfen, weiß Reinhold Wintergalen, der die Dienstleistung ebenfalls im Programm hat.

Und seit 2016 bietet auch die Raiffeisen Ware Austria (RWA), Wien, den Drohnenflug. 2017 verteilten die Lagerhäuser dort auf rund 1.000 ha circa 80.000 Trichogrammakugeln mit 88 Mio. Schlupfwespen. Damit hat sich die biologisch behandelte Maisfläche dort verdreifacht, die Zahl der Kunden in Österreich auf mehr als 30 konventionelle wie ökologische Betriebe erhöht.

Trichogramma per Drohne: Die Kosten

Die Kosten für den Drohnendienst verringern sich mit steigendem Flächeneinsatz. Sie liegen bei etwa 20 bis 25 Euro pro ha. Dazu kommen rund 68 Euro pro ha netto für die Trichogramma-Kapseln. In Baden-Württemberg fördert FAKT das mit 60 Euro/ha. Um den Zünsler unter der Schadschwelle zu halten, übernehmen die Raiffeisen-Experten die Logistik und Abwicklung.

Bereits vor der Zünslersaison werden Flugrouten geplant. Entscheidend ist, wann der Schädling aktiv wird. Wer den Service nutzen will, muss sich spätestens im April/ Mai 2018 bei den teilnehmenden Genossenschaften melden.

Das jährliche Monitoring von DuPont zeigt überdies, wie weit sich der Zünsler in neue Befallsgebiete ausbreitet. Standorte in fast allen Bundesländern von Bremen bis zum Bodensee finden Sie währende der Flugzeit des Schädlings im Internet.

Stoppelbearbeitung: Zehn Maschinen gegen den Maiszünsler

Larve des Maiszünslers
Güttler-Kombination
Dal-Bo Messerwalze
Zünslerschreck von Bass-Knoche
Kombination von Messerwalze mit Scheibenegge von Horsch
Kombination von Messerwalze mit Scheibenegge von Väderstad
Kreiselegge von Moreni
Köckerling-Scheibenegge Rebell
Bodenbearbeitung mit Wallner
DynaDrive
Dücker-Mulcher
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