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Mehr Vielfalt bei Energiepflanzen: Gemenge aus Mais und Lupine im Test

Energiemais-Andenlupine
am Mittwoch, 20.03.2019 - 05:03

Der kombinierte Anbau von Energiepflanzen plus Leguminosen wird seit einiger Zeit erprobt. Er soll helfen, den Düngereinsatz in der Fruchtfolge zu reduzieren und die Bodenqualität zu verbessern. Zudem werden die Felder attraktiver für nützliche Insekten.

Der Mischanbau von Energiemais und Bohnen ist bereits erprobt. Jetzt testet das Julius Kühn-Institut (JKI) mit Partnern Gemenge aus Mais plus Lupinen. Mais als Starkzehrer von Stickstoff soll damit unter anderem weniger gedüngt werden müssen.

Das Projekt „LuMi-opt“ erforscht, wie sich die Vorzüge von Lupinen im Energiepflanzenanbau nutzen lassen. Dazu wird Mais mit der Andenlupine (Lupinus mutabilis) im Gemenge ausgesät. An vier Standorten in Deutschland werden die Effekte der Mischkultur untersucht. 

Abwechselnde Reihen

Lupine-Hummel

Lupinen zählen zu den Leguminosen, die dank Bakterien im Wurzelbereich Stickstoff aus der Luft binden. So profitiert der Energiemais im späteren Vegetationsverlauf vom Mischanbau. Er wird in abwechselnden Reihen mit der aus Südamerika stammenden Lupinenart ausgesät.

Doch die Stickstoffbindung ist nicht die einzige „Ökosystemdienstleistung“, die die Lupine erbringt, sagt Dr. Steffen Roux vom JKI im mecklenburgischen Groß-Lüsewitz: „Dazu kommt die Förderung der Bodengare. Die Lupine durchwurzelt den Boden tief und reichert den Humus an.“

"Hohes Potenzial an Biomasse"

Das Projekt ermittelt die Silierfähigkeit der gemeinsamen Ernte und die Methanausbeute beim Vergären. Vorherige Versuche zeigten, dass die bei Lupinen zwar etwas niedriger liegt als bei Mais. Allerdings ist die Andenlupine für diese Nutzung bisher noch nicht züchterisch bearbeitet. „Die Gasausbeute ließe sich also noch weiter verbessern.“ 

Die Andenlupine zeigt ihr hohes Biomassepotenzial, das für den Ertrag entscheidend ist, durch ihre Herkunft: „An längeren Tagen in Norddeutschland blüht sie durchgängig von Juni bis zur Ernte im Oktober.“ 

Für Regionen mit kürzeren Tagen - wie etwa im bayerischen Franken - erproben die Forscher zudem Hafer mit Weißer Lupine (Lupinus albus L.). Für beide Anbausysteme müssen aus Hybridpartnern die besten Kombinationen aus verschiedenen Sorten ermittelt werden.

Die Andenlupinen sind über eine langen Zeit für Hummeln, Wildbienen und weitere Fluginsekten attraktiv sein. „Da ist richtig was los im Bestand“, sagt Roux. Ein Wermutstropfen aber ist: „Für Honigbienen sind die Blüten nicht geeignet.“

Mehrere Projektpartner

"LuMi-opt" heißt "Züchtungsmethodisch optimierte Kombination von Gemengepartnern der Andenlupine und Mais sowie der Weißen Lupine und Hafer mit dem Ziel der Biomasseproduktion unter Nutzung ökosystemarer Leistungen der Lupine“.

Das Projekt wird gefördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 796.000 Euro. Es läuft bis März 2022. Der Anbau startet dieses Frühjahr. Die Projektpartner sind: 

  • JKI-Fachinstitut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen in Groß Lüsewitz, 
  • JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde in Braunschweig, 
  • Thünen-Institut für Ökologischen Landbau, Trenthorst, 
  • Professur für Agrartechnologie und Verfahrenstechnik der Universität Rostock
Mit Material von JKI
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