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Maisaussaat

Mesurol-Verbot: Warnung vor Hamsterkäufen

Gebeiztes Maissaatgut
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
17.01.2018

Die Zulassung von Mesurol steht auf der Kippe. Für die Saison 2018 dürfen Sie noch gebeiztes Saatgut verwenden. Von Hamsterkäufen rät der Hersteller dringend ab.

Mesurol ist mit 70 Prozent Marktanteil die bedeutendste Maisbeize gegen Insekten und Vogelfraß. Die Zulassung für das Mittel steht auf der Kippe. Die Aussaat 2018 ist gesichert, aber danach kommt möglicherweise ein Verbot.

Der Hersteller Bayer CropScience und Maiszüchter rufen dazu auf, gebeiztes Saatgut für die Saison 2018 bedarfsgenau zu bestellen. Das heißt: Nicht mehr Mais, als für die anstehende Aussaat tatsächlich benötigt wird.

Hintergrund ist die unklare Zulassungssituation. Im schlechtesten Fall kann es dazu kommen, dass zur Aussaat 2019 mit Mesurol gebeiztes Saatgut nicht mehr gehandelt, vor allem aber auch nicht mehr ausgesät werden darf. Dann wäre gebeiztes Saatgut Sondermüll.

Die Zulassungssituation von Mesurol

Mesurol flüssig ist in Deutschland bis 31.7.2019 zugelassen. Entscheidend ist aber nicht die nationale Produktzulassung, sondern die europäische Annex-Listung des Wirkstoffs Methiocarb. Die läuft bereits am 31.7.2018 aus. Wird diese nicht verlängert, erschlicht automatisch auch die nationale Zulassung des Mittels.

Vier mögliche Szenarien nach der Aussaat 2018

  1. Mesurol bleibt: Der Wirkstoff Methiocarb wird in der EU erneut gelistet und Mesurol geht in den nationalen Wiederzulassungsprozess. Die Aussaat 2019 wäre dann gesichert. Ob eine langfristige Wiederregistrierung stattfindet, ist derzeit nicht abzusehen.
  2. Verbot mit Aufbrauchfrist: Der Wirkstoff Methiocarb verliert Mitte 2018 die europäische Annex-Listung. Damit erlischt auch die nationale Produktzulassung von Mesurol im Jahresverlauf 2018. In diesem Fall gelten Aufbrauchsfristen, die Abverkauf und Beizung von Mesurol bis 2019 ermöglichen. Gebeiztes Saatgut wäre frei handelbar ohne zeitliche Begrenzung.
  3. Sofortiges Verbot: Der Wirkstoff Methiocarb verliert Mitte 2018 die europäische Annex-Listung und es wird ein Anwendungsverbot ab Mitte 2018 ausgesprochen. Mesurol wäre ab einem Stichtag nicht mehr handelbar, Mesurol dürfte nicht mehr gebeizt und mit Mesurol behandeltes Saatgut dürfte nicht mehr ausgedrillt werden. Das wäre der "Worst Case".
  4. Vertagt, verschoben, verzögert: Der EU gelingt es nicht, die Wirkstoffverlängerung fristgerecht zu bearbeiten. Der Wirkstoff bleibt ein weiteres Jahr gelistet. Dann hätten wir in einem Jahr die gleiche Unsicherheit im Hinblick auf die Saison 2020.

Derzeit ist kaum abzuschätzen, welches der Szenarien eintreten wird. Eine Entscheidung vor dem 2. Quartal 2018 – also ab Mitte 2018 – gilt als unwahrscheinlich.

Nur so viel kaufen, wie Sie 2018 aussäen

Das Risiko ist aber relativ groß, dass nach der Saison 2018 mit Mesurol gebeiztes Maissaatgut nicht mehr gehandelt und ausgesät werden darf. Bayer CropScience empfiehlt deshalb allen Züchtern und Händlern: Keine Bestände mit gebeiztem Saatgut nach der Verkaufssaison 2018! Für die Maisanbauer bedeutet das:

  • Den Saatgutbedarf 2018 sorgfältig planen,
  • Saatgut rechtzeitig bestellen,
  • möglichst die Ergebnisse der Offizialversuche abwarten,
  • gebeiztes Saatgut vollständig aufbrauchen.

Ran ans Korn: Maisernte 2017

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