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Mais

MIR 162 für den Import und als Lebensmittel zugelassen

von , am
24.10.2012

Brüssel - Die Europäische Kommssion hat den GV-Mais MIR 162 für den Import als Futter- und Lebensmittel genehmigt. Der Anbau ist nach wie vor nicht erlaubt.

© Tobias Marx/fotolia
Wie aus dem Amtsblatt der Europäischen Union hervorgeht wurde der gegen Maiszünsler resistente GV-Mais MIR 162 aus dem Haus Syngenta von der EU-Kommission für den Import als Futter- und Lebensmittel genehmigt. Der Anbau ist nach wie vor nicht erlaubt. Dieser Beschluss gilt zehn Jahre ab dem Datum seiner Bekannt­gabe.
 
 
 
 
 
In einer Abstimmungsrunde Anfang Oktober sprachen sich 13 Länder für eine Zulassung aus, zehn dagegen und vier Staaten - darunter Deutschland und Frankreich - enthielten sich der Stimme. Nachdem sich die EU-Mitgliedstaaten nicht klar positionierten, musste die Kommission allein entscheiden.

Mit der Entscheidung machte die EU den Weg frei für mehr Maisimporte aus Brasilien. Zuletzt hatte starke Trockenheit die Maisernte in Zentral- und Südeuropa beeinträchtigt. Die EU lotete deshalb alternative Bezugsquellen für Tierfutter aus.

Grüne werfen Aigner Mitverantwortung vor

Harald Ebner, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, dass eine Woche nach dem Rücktritt John Dallis die EU-Kommission in einem Hauruck-Verfahren die Zulassung durchpeitsche, obwohl die Risiken des im MIR 162 enthaltenen Insektengiftes für Mensch und Umwelt kaum erforscht sei.
 
Auch Verbraucherschutzministerin Aigner trage Mitverantwortung an dieser Misere. Noch im September habe sich ihr Ministerium trotz erheblicher Bedenken des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bei der Abstimmung im zuständigen Ausschuss enthalten und machte damit den Weg erst frei für die Entscheidung der Kommission.
 
Solange sich nicht Dallis designierter Nachfolger Borg in die Materie eingearbeitet habe, sollten Bundesministerin Aigner und die EU-Kommission keine weiteren Import- oder gar Anbauzulassungen von gentechnisch veränderten Pflanzen erlauben, fordert Harald Ebner.
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