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Neuzulassungen

Neue Pflanzenschutzmittel für Hackfrüchte ab 2019

AF_Unkräuter-Mais
am Dienstag, 05.03.2019 - 09:42

Hackfrüchte sind in ihrer Jugend oft konkurrenzschwach. Diese Saison werden verbesserte Produkte für Mais, Rüben und Kartoffeln erwartet. Wir stellen die chemischen Pflanzenschutzmittel vor.

Ab Reihenschluss reicht die Bodenbeschattung meist aus, um Unkraut zu unterdrücken. Unkrautflora und Krankheiten hängen auch von der Vorkultur ab. Vielfältige Fruchtfolgen, sorgfältige Bodenbearbeitung ohne Verdichtungen und eine gründliche Saatbettbereitung sind wichtig, um den Mitteleinsatz zu senken. 

Weitere Herbizide in Mais

Weitere Herbizide in Mais werden künftig ihr Können beweisen.

Arrat + Elumis (BASF): Die Kombi enthält 500 g/kg Dicamba, 250 g/kg Tritosulfuron und 30 g/l Nicosulfuron plus 75 g/l Mesotrione. Die Wirkstoffe gehören zu den Herbizid-resistenzklassen (HRAC) B, O und F. Die blattaktive und Terbuthylazin (TBZ)-freie Alternative wirkt über Boden- und Blatt. Der Aufwand liegt bei 0,2 kg/ha Arrat mit 1 l/ha Dash EC und 1 l/ha Elumis im Nachauflauf.

Click Pro (Sumiagro): Das Maisherbizid mit 70 g/l Mesotrione und 330 g/l Terbuthylazin wird mit 1,5 l/ha eingesetzt, maximal einmal in der Saison. Es wirkt gegen einjährige, zweikeimblättrige Unkräuter.

Lumax (Syngenta): Die Fertigformulierung gegen Hirse in Mais kombiniert TBZ und Mesotrione mit S-Metolachlor. Sie richtet sich gegen Triazin-resistente Unkräuter und soll ALS-resistenter Hirse vorbeugen, möglichst im Vor- oder frühen Nachauflauf. Gegen Hirsen mit mehr als zwei Blättern sind Partner nötig. Bis zur Zulassung dauert es aber noch.

Etliche Präparate in Rüben

In Rüben nutzen Anbauer Bandspritzung oder Reihenhacke immer öfter. Gegen Unkräuter werden weitere Produkte ebenso erwartet wie gegen Blattkrankheiten.

Debut DuoActive (FMC/Cheminova): Das Rübenherbizid besteht aus 14,9 g/ha Triflusulfuron-Methyl und 149,9 g/ha Lenacil, formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG). Der Aufwand beträgt 0,21 kg/ha plus 0,25 l/ha DuPont Trend als Formulierungshifsstoff. In Zucker- und Futterrüben wirkt das Präparat gegen Unkräuter.

Kezuro (BASF): Das konzentrierte Kombiprodukt aus Metamitron und Quinmerac ist als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert. Es ist mit 3,5 l/ha im Vorauflauf und im Splitting dreimal im Nachauflauf zugelassen. Die Zulassung ist nicht an einen Mischpartner geknüpft. Der Aufwand liegt im Nachauflauf zum ersten Termin bei 0,9 l/ha, beim zweiten und dritten bei je 1,3 l/ha.  

Tanaris (BASF): Das Mittel enthält 333 g/l Dimethenamid-P und 167 g/l Quinmerac. Die Suspoemulsion (SE) wird mit 1,5 l/ha in drei Splittinggaben im Nachauflauf eingesetzt: zuerst mit 0,3 l/ha, dann mit  je 0,6 l/ha. So wird die maximale Wirkstoffmenge von 250 g/ha Quinmerac ausgebracht und zusätzlich eine Dimethenamid-P-Menge, die 0,7 l/ha Spectrum entspricht. Das ist erst ab dem 6-Blatt-Stadium der Rüben erlaubt. Seit 2017 ist das Mittel in Raps erlaubt. 

Mercury Pro (Adama): Das Fungizid wirkt gegen Blattkrankheiten in Rüben. Es enthält 80 g/l Cyproconazol plus 200 g/l Azoxystrobin. Das Präparat kontrolliert Cercospora- und Ramularia-Blattflecken, Rübenmehltau und Rübenrost. Der Aufwand beträgt 1 l/ha. Es ist auch in Getreide und Raps erlaubt.

Neue Fungizide und ein Herbizid in Kartoffeln

Der neue fungizide Wirkstoff Oxathiapiprolin im Präparat Zorvec gehört in die chemische Klasse der Piperidinyl-Thiazol-Isoxazoline. Er greift an einem neuen Wirkort an und kontrolliert etliche Pilzkrankheiten in den Knollen.

Zorvec Enicade (Corteva): Der Wirkstoff bekämpft Phytophthora. Eine Kreuzresistenz mit anderen Fungiziden ist nicht bekannt. Der Aufwand beträgt 150 ml/ha. Vermarktet wird das Mittel mit einem Partner zum Resistenzmanagement, erst im Co-Pack ab 2019, gefolgt von Fertigformulierungen. 

Zorvec Enicade Nzeb Pack (Corteva): Der Pack kombiniert Zorvec Enicade und Manzate, ein wasserdispergierbares Granulat mit 750 g/kg Mancozeb. Das gehört zur Fungizidresistenzklasse (FRAC) M03 und bietet andere Wirkmechanismen. Der Aufwand beträgt 0,15 l/ha Enicade plus 1,5 kg/ha Manzate. 

Cymbal Flow (Belchim): Das lokalsystemische Fungizid gegen Krautfäule wirkt vor allem heilend. Die Zulassung schreibt Ranman Top oder Shirlan als Mischpartner vor. Das Produkt wird mit 0,5 l/ha eingesetzt und lässt sich bis zu sechsmal pro Saison nutzen. Die Absicherung greift bei zu langen Spritzintervallen oder verspäteter Anschlussbehandlung bei hohem Krautfäuledruck in regnerischen Phasen, um ungeschützten Neuzuwachs zu sichern. 

Tavas (Adama): Das Unkrautbekämpfungsmittel enthält 250 g/l Metribuzin und 62,5 g/l Diflufenican. Der Aufwand beträgt 1,2 l/ha im Vorauflauf. Diflufenican wäre damit zum ersten Mal in Knollen erlaubt. Das bereichert die Palette gegen Gänsefuß, Nachtschatten und Knöterich. Der Aufwand mit 700 g/kg Metribuzin entspricht 1,2 l/ha.

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