Login
Mais

Niedersachsen: Regionale Unterschiede in der Abreife

© Mühlhausen/landpixel
von , am
04.10.2012

Die Abreife der Maisbestände hat sich aufgrund der häufigen Niederschläge im Norden Niedersachsens verlangsamt. Das zeigen die Ergebnisse der sechsten Maisreifeprüfung.

In Bayern und Baden-Württemberg muss der Silomais schon geerntet werden. © Mühlhausen/landpixel
Für das nördliche Niedersachsen wurde im Rahmen der Maisreifeprüfung eine sechste Beprobung durchgeführt. Beprobt wurden die Standorte Wehnen und Borgholt bei Wittmund anstelle von Ankelohe. Das wechselhafte Wetter mit häufigen Niederschlägen hat die Abreife der Bestände im Norden verlangsamt. Frühe und mittelfrühe Sorten erreichen bei normalem Saattermin Anfang Oktober die optimale Silierreife. Auf Grenzstandorten wie Moor oder Marsch kann dies noch etwa eine Woche länger dauern.

Große Unterschiede bei den Sorten

Die Prüfung der mittelspäten Sorten ergab eine weitere Reifeverzögerung um circa eine Woche, so dass nicht vor Mitte Oktober mit dem Erreichen der angestrebten 32 Prozent Trockensubstanz im Erntegut gerechnet werden kann. Deutliche Unterschiede zeigten sich hier zwischen den beiden mittelspäten Prüfsorten.
 
Während die Sorte mit der Reifezahl S 260 bereits die 28 Prozent TS-Gehalt erreicht hat und somit gegen Ende dieser Woche das Erntefenster erreichen wird, wird die Sorte mit der Reifezahl S 290 noch mindestens weitere zwei Wochen benötigen und vermutlich aufgrund der ersten zu erwartenden Nachtfröste nicht bis zum optimalen TS-Gehalt reifen.
 
Hier zeigen sich die Grenzen der Sortenwahl. Das höhere Ertragspotenzial später abreifender Sorten kann nur genutzt werden, wenn die klimatischen Bedingungen des Standortes dies auch zulassen. Im nördlichen Niedersachsen reicht die erreichbare Temperatursumme hierfür nur selten aus. Die Wahl zu spätreifer Sorten führt dann unweigerlich zu unreifen Maisbeständen im Herbst, die nur geringe Stärkegehalte aufweisen und Sickersaft bei der Silierung bilden.

Maispreis-Rechner

Da es keinen flächendeckenden Markt für Silomais gibt, müssen Käufer und Verkäufer selbst kalkulieren, um ihren Verhandlungsspielraum zu kennen.
Es ist zu beachten, dass im Maispreis-Rechner ein Weizenpreis bzw. Körnermaispreis in Höhe von 24,5 Euro pro Dezitonne (€/dt) (netto) sowie ein Silomaisertrag von 50 Tonnen Frischmasse je Hektar unterstellt wurde. Bei dieser Annahme errechnet sich ausgehend vom Weizenpreis ein Verkaufspreis (brutto) ab Feld von 39 Euro pro Tonne Silomais oder bei 50 Tonnen Frischmasse pro Hektar etwa 1950 Euro pro Hektar ab Feld.

Hofreport aus Niedersachsen: 22 Hektar Mais in ein Silo

Auch interessant