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Mais

Die passende Maissorte für Gas, Mast, Milch und Korn

© landpixel
von , am
23.03.2015

Die Wahl der Maissorte hängt nicht nur von den Standorteigenschaften ab, sondern auch von der späteren Nutzung. Was es bei der Sortenwahl für die Nutzungsrichtungen Biogas, Mast, Milch und Korn zu beachten gilt:

Mais für die Energiegewinnung braucht andere Eigenschaften als für die Tierfütterung. © Mühlhausen/landpixel
Grundsätzlich empfiehlt sich für alle Nutzungsrichtungen ob Gas, Korn, Mast oder Milch reifedifferente und umweltstabile Sorten anzubauen. Zur Steigerung der Maissilageaufnahme bei Kühen sind vor allem umweltstabilere Sorten als zur Biogasproduktion gefragt. Nur diese Sorten garantieren maximal mögliche Tierleistungen bei bestmöglicher Tiergesundheit. Maissorten zur Energiegewinnung erfordern die "geringste" Umweltstabiltät und fordern im Gegenzug den höchsten Trockenmasse-Gehalt (TM) der Gesamtpflanze.

Nutzungsrichtung Biogas

Der Methangasertrag erreicht bei einem SRI von 2,78 sein Maximum. Dies ist auch der Zeitpunkt maximaler Stärkeeinlagerung. Der diesbezügliche TM-Gehalt der Gesamtpflanze von 33 % ist für die Ernte und Silierung gleichermaßen optimal. Die häufig vertretene Annahme, dass Mais für die Energiegewinnung feuchter und stärkeärmer sein darf und sich vom Silomais für die Wiederkäuerfütterung etwa um 30 Siloreifezahlen unterscheiden sollte, ist nicht richtig. Die unkontrollierte Ernte ohne exakte Reifebestimmung von Korn und Restpflanze hat zudem weitere Nachteile ökologischer und ökonomischer Natur, bedingt durch das nicht optimierte Düngungssystem und das hohe N-Belastungsrisiko im Boden.

Nutzungsrichtung Korn

Die physiologische Kornreife und -härte ist zwischen dem Zeitpunkt der maximalen Stärkeeinlagerung (SRI = 2,83) und dem Abschluss der Kornfüllungsphase (SRI = 2,96) erreicht. Grundsätzlich sollte das Korn auf physiologischem Weg zur vollen Reife und Härte gelangen. Das setzt extrem reifedifferente, umweltstabile Sorten zur Ernte voraus. Aufgrund der hohen Trocknungskosten sollte erst danach auf physikalischem Weg das Korn auf eine Restfeuchte von unter 20 % getrocknet werden. Zahnmaistypen haben gegenüber Hartmais diesbezügliche Vorteile. Zudem gab es züchterische Bemühungen, dass durch bestimmte Kornformen die Restfeuchte schneller abgegeben wird.
 

Nutzungsrichtung Mast

Ebenso wie beim Körnermais, sollte Maissilage für die Rindermast das gleiche Reifeverhältnis von Korn zu Restpflanze im Bereich der physiologischen Kornreife (SRI von 2,83 bis 2,96) aufweisen. Für die Tierernährung weisen die phänologisch stabilen Sorten vom Typ stay green viele Vorteile aus. Dieses jedoch nicht vordergründig nutritiv, sondern vor allem ab einem SRI von 2,8 diätetisch. Reifedifferente Sorten sind aufgrund ihrer Stresstoleranz, des Abreifeverhaltens und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Fusariumbefall weniger anfällig.
 
Zudem weisen reifedifferente Sorten einen höheren Carotinoidgehalt auf. Mais mit höheren Carotinoidgehalten stellt eine essenzielle Quelle für die Vitaminversorgung der Wiederkäuer dar. Wichtig ist ebenfalls die hohe Schmackhaftigkeit und Strukturwirksamkeit der Maissilage von reifedifferentem Silomais. Die Ergänzung von Wiederkäuerrationen mit Körnermais ist aus Sicht der Dünndarmverdauung empfehlenswert.

Nutzungsrichtung Milch

Entgegen der vorherrschenden Meinung erfordert die Maissilage für Milchkühe mit hoher Lebensleistung und gutem Gesundheitsstatus einen niedrigeren TM- und Stärkegehalt im Vergleich zum Energiemais. Reifedifferente Maissorten mit physiologisch aktiver Restpflanze erfüllen bei höherer Schmackhaftigkeit und besserer Struktur diese Erfordernisse bezüglich des Reifegrades und des Stärkegehaltes. In einem Versucht wurde  der TM-Gehalt der Gesamtpflanze von 40 auf 30 % gesenkt und damit die Maissilageaufnahme (6,2 kg TM je Tier und Tag) von 13,2 auf 16,9 kg je Tier und Tag gesteigert. Diese Steigerung der Grundfutteraufnahme um 3,7 kg anstelle von Konzentratfutter ist nur mit extrem reifedifferenten Maissorten (SRI von 3,2) möglich. Im Bedarfsfall kann eine Ergänzung mit Körnermais den Stärkeanteil in der Ration von frischlaktierenden Kühen erhöhen, ohne den Grundfutterverzehr an Maissilage zu beeinträchtigen.

Maisernte auf kalifornisch

 

Pflugeinstellungen: Drehspindel vs. Hydraulikzylinder

Der Multi-Master 113 5T ist der einfache Standardpflug mit mechanischer Einstellung und Steinsicherung. Er ist für Betriebe geeignet, die meist mit demselben Schlepper pflügen. Bei diesen Pflügen müssen Oberlenker, Stützrad und Neigungswinkel überprüft werden. © Holzhammer
Beim Kuhn Variopflug Vari-Master 153 5NSH werden Neigungswinkel, Arbeitsbreite, Stützrad und Auslösedruck der Steinsicherung von der Kabine aus eingestellt. © Holzhammer
Beim Multi-Master 113 5T hat das Stützrad weniger Abstand zum Boden. Der Pflug wird nicht schmal gestellt, sondern der Rahmen eingeschwenkt. Dadurch hat er immer noch ausreichend Platz zum Drehen. © Holzhammer
Der Vari-Master 153 5NSH stellt zum Drehen die Arbeitsbreite schmal. Der Freiraum ist ausreichend. © Holzhammer
Vorderfurchenbreite und Zugpunkt bestimmen Verschleiß und Zugkraftbedarf. Ist die Innenspur einmal eingestellt, werden Zugpunkt und Vorderfurchenbreite dann kombiniert verändert. Möglich macht dies die Kombieinstellung per Drehspindel. © Holzhammer
Sowohl beim Multi-Master 113 5T als auch beim Vari-Master 153 5NSH muss man dafür per Hand an der Spindel drehen. Sie kann aber auch gegen einen Hydraulikzylinder getauscht werden. © Holzhammer
Der Pflug soll immer im rechten Winkel zur Bodenoberfläche stehen. Beim Multi-Master 113 5T stellt man den Neigungswinkel über Anschlagspindeln ein. Dafür muss man anhalten und den Pflug andrehen, die Spindeln einstellen, den Pflug wieder auf Anschlag drehen und testen, ob die Einstellung passt. © Holzhammer
Den Neigungswinkel des Vari-Master 153 5NSH stellt man mit einem extra Steuergerät ein. Nach dem Drehen geht der Pflug dann jedes Mal wieder in dieselbe Stellung zurück. Den Wert zeigt eine von der Kabine aus gut sichtbare Skala am Ventilblock des Memory-Zylinders an. © Holzhammer
Die Pflugkörperform beeinflusst den Lockerungseffekt, den Zugkraftbedarf, die Fahrgeschwindigkeit und wie die Bodenoberfläche nach der Überfahrt ist. Je steiler das Streichblech, desto lockerer und ebener wird der Boden. © Holzhammer
Der Vorschäler soll die organische Masse von der Oberfläche so in den Erdstrom lenken, dass alles von der Erde bedeckt ist. Dies ist vor allem beim Mais wichtig. Die Tiefeneinstellung sollte bei etwa einem Drittel der Pflugtiefe arretiert werden. © Holzhammer
Die Arbeitsbreite wird beim Multi-Master 113 5T durch Umsetzen der Grindelhalter am Pflugrahmen eingestellt. 35, 40 und 45 cm sind hier möglich. © Holzhammer
Beim Vari-Master 153 5NSH wird die Arbeitsbreite per Hydraulikzylinder stufenlos eingestellt. Die Skala ist von der Schlepperkabine aus zu sehen. Je nach Bodenzustand kann damit schmaler oder breiter gepflügt werden. Praktisch: Die gesamte Einstellvorrichtung ist wartungsfrei und in den Pflugrahmen integriert. © Holzhammer
Beim Multi-Master 113 5T ist der Pflugkörper mit Abreißbolzen gesichert. Sie werden auf Zug belastet und reißen erst bei 3.000 kg Auslösedruck. © Holzhammer
Beim Vari-Master 153 5 NSH kann der Pflugkörper dreidimensional ausweichen: nach hinten, nach oben und zur Seite. Da sie bis 70 cm vom Rahmen auslöst, kommt die komplette Konstruktion ohne Abreißbolzen aus. © Holzhammer
Das Stützrad bestimmt die Arbeitstiefe des Pflugs mit. Der Multi-Master 113 5T war mit einem Pendelstützrad aus Gummi ausgestattet. © Holzhammer
Beim Multi-Master 113 5T wird das Pendelstützrad per Kurbel eingestellt. © Holzhammer
Die Länge des Pflugs bestimmt den Hubkraftbedarf. Der Multi-Master 113 5T ist in der Testausstattung 5,2 Meter lang. © Holzhammer
Der Vari-Master 153 5NSH ist 5,6 Meter lang und verlangt nach einem leistungsstarken Schlepper. © Holzhammer
Der Multi-Master 113 5T kommt mit einem doppeltwirkenden Steuergerät zum Drehen aus. © Holzhammer
Der Vari-Master 153 5NSH belegt drei doppeltwirkende Steuergeräte für Arbeitsbreite, Arbeitstiefe und Drehvorgang. Für die Druckeinstellung der hydraulischen Steinsicherung kommt noch ein doppeltwirkendes Steuergerät hinzu. © Holzhammer
Alle Pflugköpfe sind bei Kuhn einteilig, um Spiel zu vermeiden. Beim Multi-Master 113 5T beträgt die Hohldrehwelle 105 mm. © Holzhammer
Am Vari- Master 153 5NSH hat die Hohldrehwelle 120 mm. Neben dem Turm sitzt die Stickstoffblase für den Auslösedruck der hydraulischen Steinsicherung. © Holzhammer
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