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Dammkulturen

Praxisbericht: Mais und Raps auf Dämmen

Raps auf Dämmen
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Klaus Strotmann , agrarheute
am
01.03.2018

Seit Herbst sind viele Äcker komplett abgesoffen. Nicht so bei Reinke Tyedmers und Arne Rible: Die Ostfriesen und ihre Berater beschäftigen sich seit zwei Jahren intensiv mit Mais und Raps auf Dämmen – eine echte Erfolgsgeschichte.

Die steigende Nachfrage nach Silomais und seine hohe Wirtschaftlichkeit führen auch zum Anbau auf Standorten, die sich weniger eignen: nasse, kalte Böden, die im Frühjahr nicht ohne Bodenverdichtung zu befahren sind und sich nur schlecht erwärmen. Dazu zählen im äußersten Nordwesten die schweren Marschböden entlang der Nordseeküste. Im vergangenen Herbst hat sich dort zuletzt gezeigt, wie sich Nässe und schlechte Befahrbarkeit auf die Silomaisernte auwirken.

Verdichtungen unbedingt vermeiden

Mit der Suche nach Lösungen setzen sich Praktiker, Berater und der örtliche Landhandel in Ostfriesland seit zwei Jahren intensiv auseinander. Berater Jan Juister, Milchviehhalter Reinke Tyedmers und Bullenmäster Arne Rible gehen mit ihrem Anbausystem auf Dämmen neue Wege (siehe Bildergalerie unten).

Ziel ist es, dass sich der Boden besser erwärmt und keine Verdichtungen unter der Maisreihe entstehen. Die Durchwurzelung und damit die Entwässerung sollen sich verbessern sowie hohe Erträge und eine stabile Ertragssicherheit erreicht werden.

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Das Saatkorn anheben

Eine Lösung für die beschriebenen Herausforderungen ist die Dammkultur. Der Mais steht, ähnlich wie Kartoffeln, in der Dammkrone, das Wasser sammelt sich in der Senke und die empfindlichen Wurzeln bekommen keine „nassen Füße“.

Durch die Dammkultur lassen sich die Probleme erheblich reduzieren. Die Maschine funktioniert nach folgendem Prinzip:

  • Lockern unter der Maisreihe, je nach ­Bedarf 25 bis 45 cm,
  • Dammformung auf 75 cm durch Doppelherzschar oder Meißelschar,
  • Rückverfestigen mit einer Packerwalze in V-Form,
  • Maisaussaat mit angehängtem Einzelkornsägerät mit Unterfußdünger oder Granulat.

Lockern, formen, rückverfestigen

Für einen optimalen Damm benötigt man einen feinkrümeligen Boden in einer Stärke von rund 10 cm. Der Boden muss vor der Aussaat nicht gepflügt werden. Eine flache Bodenbearbeitung reicht aus, beispielsweise mit einer Kurzscheibenegge zur Gülleeinarbeitung. Wichtig ist die gute Rückverfestigung des Damms durch die Packerwalze. So lässt sich der Bodenschluss für eine gute Jugendentwicklung erreichen.

Vielversprechende erste Ergebnisse

Die ersten beiden Testjahre verliefen äußerst positiv. Der Mais zeigte in der Dammkultur dank schnellerer Bodenerwärmung eine sehr gute Jugendentwicklung. Bei Starkniederschlägen erfolgte dank der feinkrümeligen Struktur eine schnelle Entwässerung über die Furchen zwischen den Dämmen. Selbst auf Standorten, die sonst zur Verschlämmung neigen, blieb diese in den Dammkulturen aus.

Im extrem nassen Herbst 2017 mit dem Doppelten der üblichen Regenmenge war die Befahrbarkeit erheblich besser als auf den herkömmlich bearbeiteten Flächen.

Nächster Level: Raps auf Dämmen

Aufgrund der guten Ergebnisse mit Mais auf Dämmen haben die Praktiker und Berater aus Ostfriesland im Herbst die ersten Praxisversuche mit Winterraps angelegt. Diese Bestände waren bei der Begehung Mitte Januar besser entwickelt als die normal bestellten Flächen. Ziel dieser Tastversuche ist es, Erfahrungen zu Aussaatstärke, Frühjahrsentwicklung und vor allem dem weiten Reihenabstand von 75 cm zu sammeln.

Spannender Nebeneffekt: Dammkulturen werden weniger von Gänsen heimgesucht, weil sie dort weniger gut starten und landen können.

So ackern Ostfriesen: Mais und Raps auf Dämmen

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Reine Tyedmers
Arne Rible
Dirk Backhaus
Jan Juister
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