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Maisernte

Ratgeber: So silieren Sie trockengeschädigten Mais

Maissilo
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
23.08.2018

Beim Einsilieren von Silomais läuft dieses Jahr einiges anders als sonst. Erwärmung und giftige Gase drohen. Unser Check fasst zusammen, worauf Sie jetzt achten sollten.

Das Silieren bei sehr hohen Temperaturen führt zu geringeren Milchsäure- und Essigsäuregehalten. Die aerobe Stabilität nimmt ab, Nacherwärmung droht. Die Verdichtung ist häufig nicht optimal, weil die Trockenmassegehalte zu hoch, die Häcksellänge zu groß und die Verteilung nicht optimal ist. Das hat Auswirkungen auf den Futterwert.

Mit chemischen Siliermitteln der Wirkungsrichtung 2 lässt sich die aerobe Stabilität verbessern und Nacherwärmung bremsen.

Was ist in diesem Jahr anders?

Aus früheren Jahren mit Hitzestress lassen sich die aktuellen Bedingungen wie folgt zusammenfassen:

  • hohe Ausgangstemperatur,
  • geringer Besatz mit natürlichen Mikroorganismen,
  • meist hoher Gehalt an Trockenmasse, daher schlecht zu verdichten,
  • hoher Gehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Zucker),
  • teilweise hoher Gehalt an Nitrat (Achtung, Lebensgefahr! Gefahr der Entstehung Nitroser Gase).

Was im Silo passiert

Im Hitze-Rekordjahr 2003 hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft einen Silierversuch durchgeführt. Die Ergebnisse sind für das aktuelle Jahr interessant. Was damals beobachtet wurde:

  • verzögerte Ansäuerung bei steigenden Fermentationstemperaturen,
  • bei 45 °C stark verminderte Silierung,
  • gegenüber der Kontrolle erhöhte Restzuckergehalte,
  • deutlich schnellere Erwärmung nach Öffnen des Silos.

Abdecken und Siliermittel nutzen

Eine lange Lagerdauer vermindert die Neigung zur Nacherwärmung. Wird unsauber und nicht konstant luftdicht abgedeckt, entstehen enorme Mehrverluste.

Chemische Siliermittel der Klasse 2 zeigen eine höhere Wirkungssicherheit als biologische. Mit chemischen Zusätzen kann aus den Erfahrungen nach 2003 bereits nach wenigen Wochen mit dem Verfüttern begonnen werden.

Darauf schon bei der Ernte achten

  • Bei TM-Gehalten über 40 Prozent die Häcksellänge weiter auf unter 6 mm verkürzen,
  • die zu walzenden Schichten sollten möglichst dünn sein (max. 30 cm),
  • die stündliche Anfuhrleistung sollte geringer als das Dreifache des Walzgewichts sein,
  • chemische Siliermittel zum Verbessern der aeroben Stabilität empfehlen sich besonders für die oberen Schichten,
  • das Silo sollte besonders beim Verzicht auf chemische Siliermittel deutlich über sechs Wochen luftdicht geschlossen bleiben.
Mit Material von LfL Freising

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