Login
Mais

Ratgeber: So vermeiden Sie Verluste im Silo

von , am
06.10.2015

Wird die Maissilage warm oder verpilzt, geht wertvolles Futter verloren. Sollen die Verluste reduziert werden, sind wesentliche Silierregeln konsequent einzuhalten. Die LWK Niedersachsen erklärt, welche das sind.

Walz- und Bergeleistung sollten bei der Silage aufeinander abgestimmt sein. © Mühlhausen/landpixel
In einem Praxistipp zur Maissilierung geht die LWK Niedersachsen auf wichtige Punkte ein, um Verluste im Silo zu minimieren.
 
1. Je länger die Futteranschnittfläche der Luft ausgesetzt ist, desto mehr Keime können sich entwickeln und zu einem erhöhten Nährstoffabbau beitragen. Durch einen zügigen Futtervorschub lassen sich diese Verderbvorgänge einschränken. Es ist deshalb wichtig, den wöchentlichen Mindestvorschub von 1,50 m im Winter- und von 2,50 im Sommerhalbjahr einzuhalten oder besser noch, ihn zu übertreffen.

Lagerungsdichte

2. Um eine hohe Lagerungsdichte von mehr als 230 kg TM/m³ zu erreichen, bedarf es eines hohen Punktdruckes (kg/cm²) und einer ausreichenden Zeit, die einzelnen Futterschichten zu verdichten. Eine intensive Walzarbeit ist daher unerlässlich, wie die LWK Niedersachsen ausführt.
  • Bei dem Festfahren je Futterschicht muss so viel Zeit verbleiben, dass mindestens drei Überfahrten auf derselben Stelle gesichert sind.
  • Zudem sind Schichtstärken von mehr als 30 cm zu vermeiden, denn diese können durch den Walzschlepper nicht mehr ordentlich verdichtet werden.
  • Ein langsames Fahren von etwa 4 km/h hat sich für eine gute Lagerungsdichte genauso bewährt wie ein hoher Auflagedruck pro Flächeneinheit (Reifeninnendruck im Bereich von 2,0 bis 3,5 bar; Zusatzgewichte am Walzschlepper)
Eine Zwillingsbereifung mindere grundsätzlich den Punktdruck. Wenn es die Arbeitssicherheit beim Festfahren erlaubt, sollte auf eine Zwillingsbereifung entweder verzichtet oder diese nur einseitig angebracht werden. 

Walz- und Bergeleistung abstimmen

3. Zwischen der Walz- und der Bergeleistung bedarf es laut LWK Niedersachsen grundsätzlich einer noch besseren Abstimmung. So ist beispielsweise das erforderliche Walzgewicht anhand der Bergeleistung auszurichten. Als Faustformel zur Berechnung des notwendigen Walzgewichtes muss die Bergeleistung durch vier geteilt werden.
 
Will man bei hohen Erntemengen den Anforderungen an die Lagerungsdichte gerecht werden,
  • sollten günstigenfalls zwei Silos parallel gefüllt werden oder
  • über eine (wenn auch konsteintesive) Erweiterung der Silolagerstätten nachgedacht werden

Siloverschluss

4. Die Abdeckung des Silos muss unverzüglich und sorgfältig erfolgen. In der Praxis haben sich für eine luftdichte Abdeckung ein zweischichtiges System und das Auflegen eines Schutzgitters bewährt. Eine dünne Unterziehfolie mit Nenndicken von 40 µm schmiegt sich an die Oberfläche des Häckselgutes gut an und mindert damit den Luftraum zwischen Siliergutoberfläche und Folie. Um das Futter weiterhin vor mechanischen Beschädigungen zu schützen, ist als zweite Schicht eine Silofolie mit Nenndicken von mindestens 150 µm aufzubringen.
 
Anaerobe Lagerdauer
 
5. Je länger das Kohlendioxid im geschlossenen Futterstock verweilen kann, desto nachhaltiger wird Schimmelpilzen und anderen luftliebenden Keimen die Lebensgrundlage genommen. Vor dem Hintergrund wird eine Verschlusszeit des Silos von mindestens sechs, besser noch acht Wochen empfohlen. Die Gärgashaube ist Beleg für einen sicheren Luftabschluss. Wer die Gärgase durch Hochheben der Folie oder Absaugen abfließen lässt, stört die Gärprozesse, macht den vorangegangenen siliertechnischen Aufwand zunichte und fördert Nacherwärmungsprozesse.
Auch interessant