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Mais

Rechtsunsicherheit: Maiszüchter fordern GVO-Schwellenwert

von , am
21.04.2011

Bonn - Maiszüchtungsunternehmen melden sich zu Wort: Die Politik solle endlich Schwellenwerte für technisch unvermeidbare Beimischungen von gentechnisch veränderten Organismen in Saatgut festlegen.

© Mühlhausen/landpixel
Außerdem soll die Politik technische Vorschriften für die Probennahme und den Nachweis vorgeben. In diesem Frühjahr untersuchten elf Bundesländer zusammen 416 Proben von Maissaatgut auf transgene Bestandteile. In 29 Fällen wurden GVO-Spuren von jeweils weniger als 0,1 Prozent nachgewiesen. Betroffen war auch Saatgut aus Österreich, Ungarn und Frankreich, also aus Ländern, in denen der Anbau von GVO verboten ist. Die beanstandeten Partien wurden vom Markt genommen.

Unternehmen: Unrealistische Politik verursacht Rechtsunsicherheit

Die Züchtungsunternehmen beklagen, die Politik verlange von den behördlichen Kontrollstellen Aussagen über Werte weit unterhalb der eigentlichen Nachweisgrenze. Die empfindliche Analytik liefere im geringsten Spurenbereich unsichere Ergebnisse. Das Saatgut habe in unternehmenseigenen Untersuchungen durch international akkreditierte Labore keine Spuren von gentechnisch verändertem Material aufgewiesen.
 
Der Geschäftsführer des Deutschen Maiskomitees (DMK), Helmut Meßner, sagte, ganze Saatgutpartien aufgrund von Spurennachweisen für die Vermarktung zu sperren, sei vollkommen unverhältnismäßig. Alle Beteiligten, vom Züchter über den Händler bis zum Landwirt und letztlich auch die Behörden, benötigten endlich Rechtssicherheit durch einheitliche Analysemethoden und verlässliche Schwellenwerte.
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