Login
Mais

Der Regen ist da: Zu spät für den Mais?

von , am
17.08.2015

Endlich hat es geregnet. Aber kam der Regen noch rechtzeitig für den Mais. Im Süden ist die Silomaisreife bereits erreicht, aber Hoffnung gibt es in anderen Regionen. agrarheute.com hat nachgefragt.

© goccedicolore/fotolia.com
Stundenlanger Regen hat vielen Regionen Erfrischung gebracht und die Dürre wenigstens etwas gelindert. Bundesweiter Regen-Spitzenreiter sei Gilserberg-Moischeid in Nordhessen, sagte Meteorologe Sebastian Schappert vom Deutschen Wetteredienst (DWD) am Montag. Dort seien zwischen Sonntagmorgen und Montagmorgen 107,3 Liter pro Quadratmeter gefallen - mehr als sonst in einem ganzen Monat. Die DWD-Station Mansfeld-Annarode in Sachsen-Anhalt habe 97,0 Liter pro Quadratmeter gemeldet.
 
Ergiebigen Dauerregen gab es in einem breiten Streifen vom Norden Bayerns und dem Westen Sachsens bis ins Weser-Ems-Land. Neuer Regen ist schon unterwegs. Am Dienstag und Mittwoch sei vor allem zwischen Nordsee und Erzgebirge mit ergiebigen Niederschlägen zu rechnen, teilte der DWD mit. Im Nordosten bleibt es trocken bei sommerlichen 27 Grad - sonst ist es kühler. Am Donnerstag scheint wieder vielerorts die Sonne. Heiße Tage über 30 Grad sind noch bis Anfang Oktober jederzeit möglich, danach bis mindestens zum Ende des Oktobers auch noch Sommertage, schreibt der Deutsche Wetterdienst.
Kam der Regen für den Mais noch zur rechten Zeit? Ja und Nein!

Im Norden kam der Regen noch rechtzeitig

Wie ein Sprecher des Deutschen Maiskomitee (DMK) gegenüber agraheute.com erklärte, seien viele Bestände in Süddeutschland kaum zu retten. Überall dort, wo die Milchreife bereits erreicht sei, komme der Regen zu spät. In Bayern sei der Mais in vielen Regionen mit fehlenden Kolbenansatz abgereift. Trockenheitsgeschädigte Maisbestände mit vermindertem oder fehlendem Kolbenansatz seien besonders zügig zu ernten.
 
Anders sehe es hingegen in Norddeutschland aus. Dort sei schon die Blüte leicht verzögert gewesen, sodass der Regen jetzt nochmal einen Schub für die Maispflanzen bringen würde, erklärt das DMK gegenüber agrarheute.com
 

Nutzbare Feldkapazität bei nur noch 10 bis 20 Prozent

Die Witterungsbedingungen im aktuellen Jahr lassen bereits jetzt deutlich erkennen, dass mit deutlichen Ertragseinbußen gerechnet werden muss. Kalte Nächte vor allem in Nordwest- bzw. Nässe in Süddeutschland führten zu geringen Pflanzenhöhen und unterdurchschnittlicher Jugendentwicklung. Die späte Blüte der Maisbestände im Norden steht im Gegensatz zu den ersten deutlichen Trockenschäden im Süden.
 
Auswertungen des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur Entwicklung der Bodenfeuchte von der letzten Julidekade bis Mitte August zeigen neue absolute Tiefstwerte im Vergleich zu den letzten 50 Jahren in Nordbaden, Südhessen, Nordbayern und in den klassischen Trockengebieten Mitteldeutschlands sowie im westlichen Brandenburg. Bis auf das nördliche Schleswig-Holstein liegt die aktuelle nutzbare Feldkapazität bei nur noch 10 bis 20 %. Dies wird auch durch die ersten Trockensubstanzprognosen von MaisProg für die genannten Regionen bestätigt.
 
Entsprechend hat auch der Deutsche Raiffeisenverband seine Ernteprognose für Körnermais von rund 4,6 Mio. t im Vormonat auf nunmehr 3,9 Mio. t nach unten korrigiert. Das Vorjahresergebnis von gut 5,1 Mio. t wird somit um fast 24 Prozent unterschritten.
Auch interessant