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Mais

Reifeprüfung Niedersachsen: Hier muss der Mais vom Feld

von , am
02.10.2015

Spät wie selten hat die Silomaisernte im Süden Niedersachsens begonnen. In anderen Regionen muss er noch ein bisschen stehen. Wo und wann der Mais demnächst vom Feld muss, lesen sie hier.

Im Süden Niedersachsen hat die Silomaisernte begonnen. © Mühlhausen/landpixel
Selten konnte der Mais in Niedersachsen erst so spät geerntet werden wie in diesem Jahr. Im südlichen und östlichen Bereich sind jedoch die frühen Sorten nun reif für den Häcksler, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auch die ersten mittelfrühen Bestände können von den Feldern geholt werden. Lediglich mittelspäte Sorten ab Reifezahl S 260 sollten noch bis mindestens 10. Oktober weiter abreifen, um optimale Ergebnisse erzielen zu können.
 
Im Bereich südlich von Hannover und im Raum Braunschweig sind viele Bestände sogar schon weiter und sollten alsbald geerntet werden. Selbst mittelspäte Sorten sind hier vielfach bereits erntereif.

Höhenlagen: Bestände erntereif

Auch in den niedersächsischen Höhenlagen sind die Maisbestände in günstigen Lagen jetzt erntereif. Die Maisreifeprüfung, durchgeführt von der LWK Nordrhein-Westfalen am Standort Eversen, wies Ende letzter Woche schon Gesamt-TS-Gehalte von über 30 Prozent für frühe und mittelfrühe Sorten aus. Auch Sorten mit der Reifezahl S 260 erreichten diese Werte, so dass in Gunstlagen bereits jetzt geerntet werden kann. Ungünstigere Nordhänge dürften gegen Anfang Oktober ebenfalls die nötige Reife erreicht haben.

Norden: Noch abwarten

Im nördlichen Niedersachsen sieht die Situation noch gänzlich anders aus. Erste geerntete Bestände spiegeln hier sehr gut die Ergebnisse der Maisreifeprüfung wider, berichtet die Landwirtschaftskammer. Das Häckselgut ist noch sehr grün und feucht, so dass Saft aus dem Häckselwagen läuft.
 
Hier braucht der Mais noch zwei Wochen bis zum Erreichen der notwendigen TS-Gehalte. Ein noch längeres Abwarten hätte nicht nur den Vorteil, dass die Maisbestände optimal abreifen und noch weiter Stärke eingelagert wird. Darüber hinaus werden hierdurch Sickersaftbildung aus der Silage und Flurschäden sowie Straßenverschmutzung durch Erntefahrzeuge vermieden.

Küstenregionen: Frühestens in zwei Wochen

Die drei küstennahen Standorte hängen weiterhin in ihrer Entwicklung deutlich hinterher. Gegenüber dem Ammerland oder dem Bremervörder Raum gehen hier die voraussichtlich optimalen Erntetermine nochmals um eine Woche weiter in den Herbst hinein. Die TS-Gehalte bei frühen Sorten lagen in der letzten Woche um 24 % in der Gesamtpflanze und 45 % im Kolben, so dass die Bestände hier noch mindestens zwei Wochen - eher länger - brauchen werden, um optimale Werte zu erreichen. Mittelfrühe Sorten liegen noch unter diesen Werten. Für mittelspäte Sorten in Küstennähe bedeuten diese Zahlen, dass mit der Silierreife in diesem Jahr erst gegen Ende Oktober zu rechnen ist.
 
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