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Mais

Rekordtrockenheit: So steht der Mais da

von , am
12.06.2015

Bei dieser extremen Trockenheit sind Maisbestände, die zum normalen Termin gesät wurden, klar im Vorteil. Spätsaaten stehen längst nicht so gut da. Sie brauchen dringend Wasser.

Weite Teile Deutschlands sind durch eine starke, seit Wochen anhaltende Trockenheit geprägt. Starke Sonneneinstrahlung und viel Wind verstärken diese Trockenheit durch hohe Verdunstungsraten. Am Montag, 8. Juni 2015 war auf 45 Prozent der Fläche Deutschlands ein neues absolutes Minimum der Bodenfeuchte seit 1961 erreicht. Die Vorhersage des DWD prognostiziert nur geringe Besserung. Wie verkraften die Feldftüchte die Trockenheit? Ein Blick in die Maisbestände:

Trockenstress in verunkrauteten Beständen

Zum normalen Termin gesäte Maisbestände haben in den meisten Fällen das 5- bis 6-Blattstadium erreicht; für einen homogenen, guten Feldaufgang hat die Bodenfeuchte ausgereicht. Die Jugendentwicklung der Maisbestände ist in diesem Jahr aufgrund kühler Temperaturen nicht ausgesprochen üppig. Zu diesem Stadium sind die Energiereserven aus dem Saatkorn verbraucht und die Pflanze stellt auf die Wurzelernährung um. Der Wasserbedarf der Pflanzen ist jedoch noch gering - Trockenstress ist nahezu ausschließlich in verunkrauteten Beständen zu sehen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, den Mais durch einen gezielten Herbizideinsatz vor Konkurrenz zu schützen. Durch höhere Temperaturen und Sonneneinstrahlung kann der Mais wachsen. Der trockene Boden zwingt die Wurzeln in tiefere Bodenschichten - was vorteilhaft ist. Ein höherer Wasserbedarf stellt sich zum Schossen der Bestände ein und erreicht während der Blüte sein Maximum.

Spätsaaten haben betreits Probleme

Spätsaaten und Zweitfruchtmais sind unweigerlich mit einem höheren Risiko verbunden. Diese Flächen werden von der Trockenheit stärker in Mitleidenschaft gezogen, da der sehr trockene Boden eine Saatbettbereitung erschwerte und nicht genügend Feuchtigkeit für einen homogenen Feldaufgang bietet. Meist hat die Vorfrucht die Bodenfeuchte nahezu vollständig aufgebraucht. Folge davon sind ein unregelmäßiger, geringer Feldaufgang und entsprechend inhomogene, lückenhafte Bestände. Mangelhafter Bodenschluss sorgt für Pflanzen, die "keinen Zug" im Wachstum aufweisen. Eine Besserung dieser schlechten Bedingungen für solche Bestände ist nur durch ergiebige Niederschläge zu erwarten. Noch ist auch hier nicht alles verloren - jedoch entscheiden die nächsten Tage über den Erfolg der Spätsaat bzw. dem Zweitfruchtanbau in diesem Jahr.
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