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Mais

Rheinland-Pfalz: Maiswurzelbohrer entdeckt

© landpixel
von , am
27.08.2013

Mainz - In Rheinland-Pfalz tritt der Maiswurzelbohrer wieder auf. Sieben Käfer an fünf Standorten wurden mittlerweile gezählt.

Maiswurzelbohrer: Im Spätsommer legen die Weibchen ca. 500 Eier in die obere Bodenschicht ab. © Landwirtschaftskammer NRW
Nach dem Erstauftreten in Rheinhessen im Jahr 2011 und weiteren Funden im darauffolgenden Jahr ist nun in Rheinland-Pfalz erneut der Maiswurzelbohrer gesichtet worden.
 
Wie das Mainzer Landwirtschaftsministerium mitteilt, fingen die Kontrolleure des Pflanzenschutzdienstes über zwei Wochen verteilt insgesamt sieben Exemplare in Lockstoffallen.
 
Die fünf Fundorte liegen zwischen Hagenbach und Berg unweit der französischen Grenze und in der Nähe des Rheins in einem Gebiet mit rund 1.400 Hektar (ha) Maisanbau, vorwiegend Körnermais.

Keine Insektizideinsätze nötig

"Leider müssen wir in der Südpfalz mit einer weiteren Ausbreitung des Schädlings rechnen", erklärte Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken nach den aktuellen Funden. Um das aktuelle Befallsgebiet werde ein 30 Kilometer breites Eingrenzungsgebiet ausgewiesen.
 
Die Ministerin kündigte eine Eingrenzungsstrategie an, mit der die weitere Ausbreitung des Maiswurzelbohrers nach Norden verlangsamt und der Befall auf einem sehr niedrigen und unschädlichen Niveau gehalten werden soll. Insektizideinsätze seien diesmal nicht notwendig, so Höfken.
Stattdessen müssten sich die betroffenen Landwirte von der Monokultur verabschieden und künftig eine Fruchtfolge einhalten, bei der in drei Jahren zweimal Mais auf derselben Fläche angebaut werden dürfe und ein Jahr ausgesetzt werde.

Schädling mittlerweile etabliert?

Die isolierten Einzelfunde des Maiswurzelbohrers in Rheinhessen und der Vorderpfalz in den vergangenen zwei Jahren sind laut Höfken durch den Fernverkehr eingeschleppt worden.
 
Bei den neuen Funden in der Südpfalz gehe man von einer länger zurückliegenden Einschleppung aus den südlich angrenzenden Maisanbaugebieten im Elsass aus. Vermutlich sei bereits im letzten Jahr ein geringer Befall vorhanden gewesen, der nicht entdeckt worden sei. Schon vor zwei Wochen seien im Elsass nahe der deutsch-französischen Grenze Maiswurzelbohrer gefangen worden. Offenbar habe sich der Schädling im Elsass und in Baden-Württemberg seit Jahren etabliert und sei nicht mehr auszurotten.
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