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Blattverfärbungen

Rotvioletter Mais: Was sind die Ursachen?

Violett verfärbter Mais
am Dienstag, 02.06.2020 - 09:38 (1 Kommentar)

Derzeit ist häufiger dunkel verfärbter Mais zu beobachten, teils sind ganze Schläge violett. An Phosphormangel liegt das nicht.

Rotbraun verfärbter Mais ist in jedem Jahr zu beobachten, derzeit auch wieder stärker in Rheinland-Pfalz. Sollte hier etwas getan werden oder reicht es aus, abzuwarten?

Berater Hermann Heidweiler vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) aus Neustadt an der Weinstraße hat die Ursachen näher unter die Lupe genommen.

Phosphormangel ist nicht immer die Ursache

violett verfärbter Mais

Diese Anthocyan-Färbung des jungen Maises wird auch als „Purpling“ bezeichnet und tritt weltweit auf.

„Die Gründe sind mannigfaltig und mitnichten nur eine Reaktion auf schlechte Phosphor-Verfügbarkeit“, sagt Hermann Heidweiler. Solche rotviolett verfärbten Bestände sind sogar aus Mais mit P-Unterfußdügung bekannt.

Der Pflanzenbauexperte rät aber, Ruhe zu bewahren. „Erst wenn diese Braunfärbung der Pflanzen über das Keimlingsstadium, also über 6 bis 8 Blätter, hinaus beobachtet wird, ist Phosphormangel wahrscheinlich.“

Verfärbungen nach Stress und nach Vorfrucht Rüben

Die Hauptursachen sind in diesem Jahr eher Kältestress, stark wechselnde Tages-Nacht-Temperaturen und Bodenverdichtungen. Viele Praktiker aus dem DLR-Beratungsgebiet berichten in diesem Jahr von braunem Mais nach Vorfrucht Zuckerrüben.

Auch die Sorte spiele nach Hermann Heidweilers Beobachtungen ein große Rolle. „In unseren Landessortenversuchen zeigen unterschiedliche Sorten bei gleichen Standortbedingungen wie Vorfrucht, Bodenbearbeitung, Nährstoffversorgung etc. unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome.“

Besser abwarten als hacken oder düngen

Die beruhigende Nachricht: Die purpurne Farbe verwächst sich nach dem 6-Blatt-Stadium. Das kann bei raschem Temperaturanstieg und höherer Luftfeuchtigkeit sehr schnell passieren. Es ist keine reduzierte Zahl an Blättern festzustellen. Die Verfärbungen wirken sich auch nicht auf den Ertrag aus.

Berater Heidweiler rät daher, den Temperaturanstieg abzuwarten. „Eine Blattdüngung oder die Maschinenhacke helfen kaum. Wer dennoch meint, ein Ergrünen auf diese Weise unterstützen zu können, belässt Teilflächen unbehandelt. So lassen sich die Effekte sicher beurteilen.“

Mit Material von Hermann Heidweiler DLR Neustadt

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