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Leser fragen, agrarheute antwortet

'Schadet der Frost dem gelegten Mais?'

Gelegtes Maiskorn in Streifenfrässaat
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
19.04.2017

"Schadet der Frost dem gelegten Mais?", fragte uns ein agrarheute-Leser. Wir haben bei der LWK Niedersachsen nachgefragt.

Über das Osterwochenende sanken die Temperaturen vielerorts unter 0 Grad, teils schneite es. Tief "Peter" zog über Deutschland. Nun soll es laut DWD nachts unter Einfluss von Hoch Querida aufklaren und es wird Frost geben. Örtlich soll die Temperatur unter -5 Grad sinken. Nach einer kurzen Milderung am Freitag und Samstag soll die eher winterliche Wetterlage mit Schneeschauern bis in die Niederungen wieder zurückkehren. Hier finden Sie das Wetter für Ihre Region.

Einige Landwirte haben schon Mais gedrillt. Ein User hat uns auf Facebook gefragt: "Wie sieht es mit dem Mais aus, welcher schon im Boden ist? Macht der Frost dem Mais auch Schäden?"

Wir fragten bei Karl-Gerd Harms von der LWK Niedersachsen (Fachbereich Grünland und Futterbau) nach.

Früher Mais wächst der Wärme entgegen

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die derzeitige Witterung ist für den Mais sicherlich alles andere als unproblematisch, doch es gilt zu differenzieren. In der Erde sei der Mais nicht frostgefährdet, da ein Durchfrieren bis zum Keimling sehr unwahrscheinlich ist. "Der früh gelegte Mais ist vielfach bereits gekeimt und wächst derzeit der Wärme entgegen. Bei ganztägig niedrigen Temperaturen knapp über Null bedeutet das, dass der Unterboden wärmer ist als die obersten Schichten, so dass der Maiskeimling nach unten wächst", erklärt Karl-Gerd Harms.

Dieses Phänomen wird Spiralbildung genannt, da der Keimling in der Regel bei wieder wärmeren Bedingungen versucht, nach oben zu wachsen. Entscheidend für das Durchkommen dieser Pflanzen sei, dass diese zu kalte Phase nicht zu lange dauert und die Triebkraft noch ausreicht. "Eine Schwächung der Pflanzen ist jedoch schon vorprogrammiert, ohne Wärme werden diese es nicht schaffen und eingehen."

Frisch gelegter Mais nutzt die Zeit zum Quellen

Der erst vor kurzem gelegte Mais - der noch keinen Keim geschoben hat - wird die kalte Witterung gut überstehen, da er die Zeit zum Quellen nutzen kann. Schwierig werde es für ihn aber auch, wenn die Wärme zu lange ausbleibt. "Dann besteht die Gefahr, dass die gequollen Körner im feuchten Boden vergammeln", so Harms.

Bis -3 Grad Celsius frosthart

Sollte schon der erste Mais aufgelaufen sein, besteht die Gefahr der Spiralbildung nicht mehr. Bis -3 °C ist der Mais zudem in der Jugendentwicklung noch frosthart. "Es kommt dann lediglich zum Wachstumsstopp und zum Verblassen der Blätter. Bei niedrigeren Temperaturen frieren diese ab und werden danach aus dem in der Regel unversehrten Vegetationskegel (der noch in der Erde liegt) nachgebildet", erklärt Harms gegenüber agrarheute.

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