Login
Silomaisernte

Shredlage: So bewerten deutsche Landwirte das Verfahren

Christian Harker/Hochschule Osnabrück/Katharina Krenn/agrarheute
am
05.05.2016

Das Silomaisernte-Verfahren Shredlage ist relativ neu in Deutschland. Eine Bachelorarbeit der Hochschule Osnabrück berichtet von den ersten Erfahrungen deutscher Landwirte.

Bei Shredlage wird der Silomais mit einer Häcksellänge von 26 - 30 mm geerntet, bei Langschnitt werden tendenziell Häcksellängen von 16 - 19 mm eingestellt. Die speziellen Crackerwalzen mit Sägezahnprofil und umlaufender Spiralnut sollen laut Hersteller in der Lage sein, die Maiskörner nahezu zu "pulverisieren" und die Restpflanze intensiv aufzufasern.

Erste Erfahrungswerte mit dem System

Für die Bachelorarbeit befragte der Verfasser Christian Harker neun Betriebe in Deutschland, die im Herbst 2015 ihren Mais mit dem Shredlage-System geerntet hatten. Wie Harker berichtet,

  • ernteten die Landwirte ihren Mais mit einer durchschnittlichen Trockenmasse von 33 % und einer Häcksellänge von 26 mm.
  • Die Einstellung der Lohunternehmer zu Shredlage sei, so die Landwirte, positiv.
  • Probleme mit dem Cracker traten während der Ernte auf keinem der Betriebe auf.
  • Die durchschnittlichen Mehrkosten betrugen laut Betriebsleiter 14,17 Euro je Hektar.

Landwirte mit positivem Fazit

  • Die aerobe Stabilität der Silagen war gut, wenn Nacherwärmungen auftraten begründeten die Betriebsleiter diese mit zu großen Anschnittsflächen und Fehlern beim Silagemanagement.
  • Auch die Erfahrungen aus dem Stall waren überwiegend positiv. Drei Betriebe senkten den Strohanteil der Rationen bzw. nahmen Stroh ganz aus der Ration ohne negative Folgen festzustellen.
  • Des Weiteren konnten drei Betriebe steigende Fettgehalte seit dem Einsatz von Shredlage verbuchen.
  • Ein Bullenmastbetrieb berichtete von weniger Acidosen und daher bedingt weniger Klauenrehe und Schwanzspitzennekrosen.
  • Hinsichtlich der Milchleistung konnte zu dem Zeitpunkt der Befragung kein Betrieb deutliche Steigerungen erkennen.
  • Bei den Kühen und Bullen wurde auf keinem Betrieb selektives Fressen festgestellt - außer bei Kälbern unter sechs Monaten.
  • Gute Stärkeverdaulichkeit: Auf sieben Betrieben konnte kein einziges Maiskorn im Kot gefunden werden, zwei Betriebe fanden vereinzelt halbe Körner jedoch deutlich weniger als in den Jahren zuvor.

Knackpunkt Verdichtung

Häufig wird die Verdichtung als „Knackpunkt“ der Shredlage beschrieben, da bei Untersuchungen zum Thema „Langschnitt im Mais“ in der Vergangenheit schlechtere Verdichtungen nachgewiesen wurden. Harker führte für die Bachelorarbeit Dichtemessungen an den Silostöcken durch.

Das Ergebnis: Einzig im Randbereich wurden die Zielwerte nicht erreicht, dies ist aber laut Studien (WEIß und THAYSEN, 2014) bei einem Großteil von konventionellen Silagen ebenfalls der Fall. In der Mitte des Silostocks, sowie dem oberen Bereich des Maissilos wurden die Zielverdichtungen erreicht.

Auch interessant