Login
Mais

Silomais: Im Norden startet die Ernte später als 2014

von , am
25.09.2015

In diesen Tagen beginnt die Silomaisernte im südlichen und östlichen Niedersachsen. Durch das sehr kühle Frühjahr verspätet sich die Maisernte jedoch allgemein, so die Fachberater der LWK Niedersachsen.

Die Maisernte 2015 läuft regional sehr unterschiedlich ab. © Hollweg/LWK Niedersachsen
Besonders das nördliche Niedersachsen erlebte einen sehr kühlen und trockenen Frühsommer. Laut LWK Niedersachsen schadetet das dem Mais zwar nicht - die Blüte und damit die Abreife verzögerten sich dadurch jedoch deutlich. Die geringen Niederschläge im Frühsommer wurden in den vergangenen Wochen durch starke Regenfälle wieder ausgeglichen. Die Nässe sei für den Mais in Niedersachsen derzeit noch kein Problem, allerdings könnten die Erntebedingungen dadurch in einigen Regionen deutlich negativ beeinflusst werden. Ein "goldener Oktober" wäre aber schon gut.
 
Den optimalen Erntezeitpunkt erreicht Silomais mit einem Trockenmassegehalt von 32 bis 35 Prozent. Bei zu niedrigen Werten ist der höchste Ertrag und Stärkegehalt noch nicht erreicht, oberhalb von 35 Prozent Trockenmasse wird die Pflanze holzig. Das erschwert die Konservierung und ist für Rinder zudem schlechter zu verdauen.

4. Maisreifeprüfung der LWK Niedersachsen

Um Landwirten bei der Wahl des besten Erntetermins zu helfen, führt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen jedes Jahr die sogenannte Maisreifeprüfung durch, deren Ergebnisse regelmäßig veröffentlicht werden. Nach den aktuellen Zahlen sind in diesem Jahr erst Ende September die ersten Maisbestände im Süden und Osten Niedersachsens erntereif. Spätreife Sorten werden nicht vor Oktober geerntet werden können.
 
Im nördlichen Niedersachsen, insbesondere entlang der Küste, wird die Ernte der frühen Sorten erst ab Anfang Oktober beginnen können. Mittelfrüh abreifende Sorten werden zum Teil erst Mitte Oktober erntereif. Teilweise werden die Erntearbeiten bis in die späten Abendstunden andauern. 

Derzeit zeichnet sich eine normale Entwicklung der Maisbestände in den Höhenlagen ab. Frühssaten und sehr frühe Sorten können hier noch im September die Erntereife erreichen. Ab Anfang Oktober sind dann auch weitere Sorten des frühen und mittelfrühen Reifebereichs erntereif. Da Frühfröste um die Monatswende hier nicht selten sind, zeigt sich in der Maisreifeprüfung der LWK Niedersachsen, dass die mittelspäten Sorten nicht in den Höhenlagen angebaut werden sollten.
 
Der Mais auf Marsch und Geest entlang der Küste (bis zirka 40 km ins Landesinnere), hat in diesem Jahr nach wie vor große Schwierigkeiten reif zu werden. Frühe Sorten erreichten hier Mitte September TS-Gehalte von maximal 24 % in der Gesamtpflanze, so dass von weiteren vier Wochen Reifezeit ausgegangen werden muss. Im Kolben zeigt sich auch hier ein gewisser Vorsprung gegenüber den sehr grünen Pflanzen. Doch mehr als 40 % TS seien auch hier noch nicht zu messen gewesen. Die Silierreife werde hier voraussichtlich erst ab Mitte Oktober erreicht werden. Mittelfrühe Sorten seien demgegenüber nochmal eine Woche später dran.

Niedersachsen reduziert Anbaufläche

Nach der guten Ernte im vergangenen Jahr wurde die Maisanbaufläche in 2015 wieder leicht reduziert. Die Silomaisfläche in Niedersachsen wurde um 0,8 Prozent auf 517.000 Hektar gesenkt. Insgesamt ging die Maisanbaufläche um 2,7 Prozent zurück, da der Körnermaisanbau deutlich zurückgefahren wurde. Der überwiegende Teil des Silomaises, die Silage von gut 300.000 Hektar, dient als Viehfutter. Die Ernte der restlichen gut 200.000 Hektar wird als Gärsubstrat für Biogasanlagen zur Gas-, Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.  
Auch interessant