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Mais

Silomais: Reife, Sortenwahl und Fütterung

von , am
27.09.2013

Die Charakterisierung der Silomaisreife und des Sortentyps anhand des Silomais-Reifeindex (SRI) sind grundlegend für eine effiziente, standort- und umweltbezogene Hochleistungsfütterung.

Silomaisernte 2013: Rund 18 Prozent weniger Ertrag als 2012. © Mühlhausen/landpixel
In der Vergangenheit sind viele Untersuchungen zum Einfluss des Sortentyps mit langsam abreifender Restpflanze auf den Futterwert durchgeführt worden - ohne den erwarteten Erfolg. Das lag vor allem daran, dass vom potenziellen Sortentyp zur Zulassung (RZD) ausgegangen worden war. Bekanntlich setzt der sich wegen der dominanten Umwelt- und Produktionsbedingungen nur schwach signifikant bis zur Ernte durch. Abbildung 1 zeigt, dass selbst bei Verwendung des aktuellen Sortentyps (SRI) keine signifikanten Unterschiede im Futterwert gefunden werden können.
 
{BILD:586043:jpg}Der Futterwert wird direkt durch die Verdaulichkeit (ELOS) und diese wiederum neben dem Stärkegehalt hoch signifikant negativ durch den Gehalt an Gerüstsubstanzen (NDF) bestimmt. Der NDF-Gehalt der Gesamtpflanze von 412 g je Kilogramm Trockenmasse hat sein Minimum bei einem SRI von 2,37. Vergleicht man somit eine schnell in der Restpflanze abreifende Sorte (SRI von 1,7) mit einer stay green-Sorte (SRI von 3,0), so ist kein Unterschied im Gehalt an Gerüstsubstanzen festzustellen und damit auch keiner im Futterwert zu erwarten. Die Gehalte an Gerüstsubstanzen liegen in beiden Fällen bei 467 beziehungsweise 462 g auf gleichem Niveau.

Qualitätsparameter sprechen für reifedifferente, umweltstabile Maissorten

Futterwert in Bezug zum aktuellen Sortentyp © Amler
Von größerem Interesse ist der Reifebereich zwischen dem SRI von 2,4 bis 3,0. Hier steigt der Gehalt an NDF um 50 g je kg TM an. Dabei steigt die Maisaufnahme - bedingt durch sinkende TM-Gehalte der Gesamtpflanze und verbesserte Schmackhaftigkeit - stetig an, die Energieaufnahme aus Mais von zirka 34 MJ NEL je Tier und Tag bleibt aber durch den leichten Rückgang des Energie- und Stärkegehaltes annähernd gleich. Bei gleicher TM-Aufnahme von 6,2 kg Maissilage je Tier und Tag nehmen die Kühe freiwillig 3,7 kg Maissilage von reifedifferenten Sorten mehr auf. Auf diese Weise kann der Grundfutteranteil in der Ration zu Lasten von Konzentratfutter beispielhaft erhöht werden.
 
Dies ist ferner möglich durch bessere Pflanzengesundheit, bedingt durch linear steigende Carotin- und markant fallende Mykotoxingehalte (Zearalenon). Dieser Sachverhalt ist wichtig - schließlich kann eine hohe Verdaulichkeit von 70,6 Prozent und korrespondierend ein hoher Energiegehalt von 6,7 MJ NEL je Kilogramm TM zu Beginn des Silieroptimums von 2,6 und größer wertlos sein, wenn der Silomais von den zuständigen Untersuchungsstellen auf Grund seines Toxingehaltes für fütterungsuntauglich erklärt wird (Abbildung 2). Jedoch stehen die aufgeführten Qualitätsparameter im Einklang mit der Sortentypisierung und sprechen eindeutig für den Anbau und Fütterungseinsatz von reifedifferenten, umweltstabilen Maissorten vom Typ stay green zur Ernte.

Umweltstabile Sorten

Es kommt somit auf den Nachweis des aktuellen Sortentyps (SRI) an und in der Folge auf den Anbau von ausschließlich umweltstabilen Sorten. Für die standortbezogene Fütterungsstrategie bedeutet dies, dass auf Grünlandstandorten Silo- und Körnermais bis zum Abschluss der Kornfüllungsphase (SRI von 2,8) geführt werden sollten. Die weitere Produktion von extrem umweltstabilen Maissorten mit einem SRI von größer 2,8 ist in Ackerbaugegenden von höchstem Interesse, in denen Strukturwirksamkeit, moderate Energie- und Stärkegehalte, Pflanzengesundheit und maximale Grundfutterleistung gefragt sind. Das Gleiche gilt für die Biogaserzeugung.
 
Fazit: Aspekte der Strukturwirksamkeit, Pflanzengesundheit sowie moderater Stärke- und Energiegehalte erhöhen nicht nur den Fütterungseffekt, sondern können die Grundlagen einer verbesserten Fruchtbarkeit und Langlebigkeit der Milchkühe sein. Dieser reifedifferente Sortentyp hat somit im gesamten Maisanbau (Silo-, Energie- und Körnermais) eine herausragende ökonomische und ökologische Bedeutung bei der weiteren Intensivierung der Futterproduktion.
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