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Düngung

Silomais: So gelingt der Anbau im Roten Gebiet

Maislegen mit Einzelkorndrille
am Montag, 25.01.2021 - 14:18 (Jetzt kommentieren)

Die neue Düngeverordnung setzt viele Futterbaubetriebe unter Druck. Das ist in den neuen Gebietskulissen beim Silomaisanbau künftig zu beachten.

In Niedersachsen liegt nun rund die Hälfte der Maisanbaugebiete in einem Roten Gebiet. Gerade intensiv wirtschaftende Milchviehbetriebe sind davon hart getroffen. Ein Grund für die Futterbauexperten Frerich Wilken und Meike Backes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), Silomaisanbau in den nitratsensiblen Bereichen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Neue Auflagen reduzieren Düngemengen

In den nitratsensiblen Gebieten gilt es künftig, die Düngemengen um 20 Prozent zu reduzieren. Weniger bekannt ist, dass der Zwischenfruchtanbau vorgeschrieben ist, wenn der Mais schon vor dem 1. Oktober beerntet ist und im nächsten Jahr eine Sommerung folgt.

Zudem plant die niedersächsische Landesregierung, Untersaaten verpflichtend zu machen. Das ist in der Praxis aber noch nicht gültig. Hier ist zu beachten, dass bei Zwischenfrüchten und Untersaaten eine Stickstoffnachlieferung von 20 kg N anzusetzen ist.

Dazu soll in Zukunft auch noch die Stoffstrombilanz dazukommen. Einige Betriebe müssen zudem die Phosphordüngung reduzieren. Deshalb führt laut den beiden Beratern auf viehhaltenden Betrieben in Zukunft oft kein Weg daran vorbei, die Fütterung anzupassen.  

Anrechenbarkeit von Wirtschaftsdüngern beachten

Viehhaltende Betrieben müssen bei ihrer Düngeplanung genau auf die Anrechenbarkeit achten. In Niedersachsen sind das 70 Prozent für Rindergülle, Schweinegülle ist mit 80 Prozent anzurechnen.

Die beiden Berater haben errechnet, dass bei einer Ertragserwartung von 45 t/ha und einer Düngung mit Rindergülle etwa 153 Gesamt-N ausgebracht werden dürften. Noch schwieriger wird es beim Einsatz von Schweinegülle

Der Einsatz von mineralischem Stickstoff ist auf vielen Futterbaubetrieben deshalb kaum noch möglich. Die Alternative wäre, Nährstoffe überbetrieblich abzugeben und in mineralischer Form zuzukaufen. Das ist für die meisten Betriebe aber keine Option.

Mit Hinblick auf die Jugendentwicklung sei Unterfußdüngung besonders ratsam. Allerdings sollte die sich auf andere Nährstoffe wie Phosphor beschränken oder mit organischen Düngern stattfinden. "Für die Unterfußdüngung mit Gülle und einem Nitrifikationshemmer liegen viele überzeugende Versuchsergebnisse vor", sagen die beiden Berater.

Weniger Schwierigkeiten auf leichten Böden

Besonders auf Standorten mit langjähriger, organischen Düngung, die gut Nährstoffe nachliefern, lässt sich die reduzierte Düngemenge einfacher umsetzen. Auch Verfahren wie Strip-Till sind schon länger etabliert. Allerdings müssen auch andere wie Kali oder Kalk stimmen. Gerade Kali ist im Maisanbau ohnehin ein begrenzender Faktor. 

Schwieriger wird es in Zukunft für Anbauer, die auf kalten, schweren Standorten wirtschaften. Dort ist die Düngereduzierung schwieriger umzusetzen. Es gibt auch wenig taugliche Möglichkeiten für die Unterfußdüngung. 

"Oftmals sind keine Mindererträge zu befürchten, allerdings bei deutlich höherem Aufwand und unter optimalen Bedingungen", fassen die Berater die Situation zusammen.

Mit Material von LWK Niedersachsen
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