Login
Mais

Silomaisernte in vollem Gange

© landpixel
von , am
05.10.2013

Hannover/München - Im "nördlichen Niedersachsen" stellte sich zu Wochenbeginn, pünktlich mit dem Erreichen der Silierreife der meisten Maisbestände, gutes Erntewetter ein.

Im Vorfeld erwarten Analysten Korrekturen bei der US-Maisernte. © Schollen/landpixel.de
Niedersachsen: Mais im Norden reift nun auch
 
Die Tagestemperaturen und der Sonnenschein lassen den Morgentau gut von den Pflanzen trocknen, so dass auch keine äußerlich "nassen" Bestände gehäckselt werden müssen, schreibt die LWK Niedersachsen anlässlich ihrer 5. Maisreifeprüfung. In dieser Woche sollten die am weitesten entwickelten Maisbestände sowie schwierig zu befahrende Flächen beerntet werden.
Wo am Wochenende Niederschläge erwartet werden kann auf gut befahrbaren Böden bei noch nicht ausreichender Abreife auch noch gewartet werden.

Im Rahmen der letzten Maisreifeprüfung, die nur noch in der Region "Nord" durchgeführt wurde, sind auch Proben aus den Landessortenversuchen Silomais an den Standorten Borgholt (WTM) und Wirdum/Otterham (AUR) genommen worden. Der ostfriesische Sandstandort Borgholt zeigte dabei eine ähnliche Abreifeentwicklung wie die anderen Reifeprüfungsstandorte im nördlichen Niedersachsen. Frühe Sorten lagen am 24. September bei einem TS-Gehalt um 30 Prozent (%). Mittelfrühe Sorten erreichten circa 28,5%, während die mittelspäten Sorten mit einem TS-Gehalt von etwa 26,5% noch rund drei Wochen vom Erntetermin entfernt waren. Damit haben die Reifeprognosen für Sandstandorte im nördlichen Niedersachsen weiterhin Bestand. Der optimale Erntezeitpunkt wird ab der 40./41. KW bei frühen/mittelfrühen Sorten erreicht, während mittelspäte Sorten noch bis zur 42. KW stehenbleiben sollten.
Auf schweren und kalten Böden ist die Reifeentwicklung wesentlich weniger fortgeschritten.
 
Bei weiterhin günstiger Witterung und normalem Reifeverlauf ist in der Küstenmarsch selbst bei frühen Sorten kaum vor Mitte Oktober mit dem Erreichen der optimalen TS-Gehalte zu rechnen. Frühe und mittelfrühe Sorten lagen in der letzten Woche erst bei TS-Gehalten von 25%, so dass sie theoretisch noch 3 - 4 Wochen abreifen müssten. Dies bedeutet einen Erntetermin nicht von der 42./43. KW, je nach weiterem Verlauf der Witterung. Bis dahin kann es den Mais in diesem Jahr noch "kalt" erwischen, denn die ersten leichten Bodenfröste sind bereits im ganzen Land, wenn auch vereinzelt, aufgetreten.
Mais verträgt jetzt keinen Frost mehr
 
Anders als in der Jugendentwicklung verträgt die Maispflanze jetzt keinen Frost mehr. Bereits ein leichter Nachtfrost lässt die Zellen in den Blättern platzen und ein weiterer Stoffwechsel in der Pflanze findet nicht mehr statt. Die Blätter werden matt dunkelgrün und innerhalb weniger Tage hängen sie schlaff herunter. Daher gilt es, solche Bestände möglichst zeitnah zum Frostereignis zu häckseln, denn eine weitere Abreife oder zumindest ansteigende TS-Gehalte sind dann nicht mehr zu erwarten. Eine schnelle Ernte nach dem Sichtbarwerden des Frostschadens sichert die bis dahin erlangten Qualitäten und Erträge ab, die sich ansonsten mit der Zeit weiter verschlechtern. Gefahren, wie schlechte Befahrbarkeit zur Ernte sowie Frühfröste im Herbst, die einen optimalen Reifegrad und gute Qualitäten zunichte machen können, lassen sich nur durch eine an den jeweiligen Standort angepasste Sortenwahl minimieren.
 
In der Regel bringen Sorten mit einer höheren Reifezahl in Lagen mit entsprechenden Risiken auch in günstigen Jahren keinen oder nur kaum Mehrertrag gegenüber den frühreiferen, standortangepassten Sorten. Diese jedoch reifen sicher ab und erbringen dadurch auch die angestrebten hohen Stärkegehalte. Ein Vergleich der Erträge aus den Landessortenversuchen im nördlichen Niedersachsen bestätigt dies eindrucksvoll. Nicht selten erreichen hier die späteren Reifegruppen trotz längerer Vegetationszeit nicht das Ertrags- und Qualitätsniveau der frühen, und auch früher geernteten, Sorten.

Bayern: Maisreife im Optimalbereich

In der 39. Kalenderwoche haben die Maisbestände in Bayern nochmal kräftig zugelegt an Trockensubstanz. Zwischen 2% und 3% war der Zuwachs zum Probenahmetermin am 27. September bei den verschiedenen Sorten im LfL-Reifemonitoring. In fast ganz Bayern ist jetzt die Siloreife erreicht, nur an ausgesprochenen kühlen Standorten wie Karolinenfeld (Landkreis Rosenheim) fehlen noch ein paar Prozentpunkte zu den Optimalwerten. Ansonsten sind in ganz Bayern die Bestände erntereif und das Silieren sollte nun zügig voran gehen.
 
Auch die spätreiferen Sorten ES Paroli (S260) und Susann (S260) sind fast an allen Versuchsorten soweit, dass man mit dem Häckseln nicht mehr warten sollte. Bei Beständen mit verzögerter Reife (Höhenlagen, Spätsaaten, Nordhänge, kalte Böden) sollte man nochmals prüfen, wieweit die Pflanzen schon sind. Wenn die Körner in der Mitte des Kolbens an der Spindelansatzstelle beim Eindrücken mit dem Fingernagel nicht mehr spritzen, passt der TS-Wert in der Regel. Optimale Qualität ist erreicht, wenn die Körner noch nicht ganz hart sind und man sie an dieser Stelle mit dem Fingernagel gerade noch eindrücken kann.
Mais in manchen Regionen schon zu trocken
 
Höchste Zeit wird es in den Regionen in denen die Bestände schon zu trocken zu werden drohen. Im östlichen Niederbayern (Rotthalmünster), in der Region München (Grub), Regensburg (Regenstauf) und in Unterfranken (Dettelbach) liegen die Werte auch bei den späteren Sorten schon in einem Bereich von deutlich über 35%, was für die Silierung nicht mehr ideal ist. Hier sollte man dann besonders darauf achten, dass die Körner noch gut zerkleinert werden und beim Walzen besonders sorgfältig vorgehen, dass das spröde Material auch möglichst luftdicht lagert. Geht der TS-Gehalt in Richtung 40%, wird man in vielen Fällen um den Einsatz eines Siliermittels nicht mehr herumkommen.

Vegetationsreport: Bodenbearbeitung nach Mais

Auch interessant