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Sortenführer

So finden Sie die richtige Maissorte für Ihren Betrieb

Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
am
08.12.2016

Jedes Jahr drängt eine Vielzahl neuer Sorten auf den Markt. Züchter und Händler stehen immer zeitiger mit Frühkaufsrabatten bei Ihnen auf dem Hof. So finden Sie die richtige Sorte für Ihre Ernte und Kasse.

Landwirt befüllt Sämaschine mit Maissaatgut

Die Zahl zugelassener Maissorten ist kaum überschaubar. In den vergangenen Jahren hat das Bundessortenamt jährlich rund 40 neue Sorten durchgewunken. Für die Praxis ist es kaum nachzuvollziehen, welche sich davon für den eigenen Standort und die angestrebte Nutzung eignen – und welche nicht. Die aktuelle Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamts führt 214 Sorten für die Ganzpflanzennutzung und 159 für die Verwendung als Körnermais auf, teilweise mit Beschreibung für beide Nutzungsrichtungen. Hinzu kommen noch sehr viele Sorten, die in einem anderen Land der Europäischen Union (EU) zugelassen und damit frei handelbar sind.

Reifegruppe gezielt wählen

Grafik zur Sortenwahl Mais

Spätreifere Sorten haben höhere Ansprüche an die Temperatur. Mit steigender Siloreifezahl besitzen die Sorten ein höheres Ertragspotenzial. Aber lässt sich das in einer Region auch immer sicher erreichen? Die Grafik „In Gunstlagen sind spätreife Sorten überlegen“ unterscheidet auch die Erträge der einzelnen Reifegruppen.

  • In den Übergangslagen Ost wurden nur die frühen Sorten geprüft. Im Mittel der dargestellten zehn Jahre erreichten diese Sorten dort trotz mittlerem Saattermin am 3. Mai und Ernte am 5. Oktober durchschnittliche Trockensubstanzgehalte von 30,8 Prozent, sodass ein Anbau spätreiferer Sorten wenig sinnvoll erscheint.
  • In Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz und auf den Lössstandorten Ostdeutschlands standen nur die frühen und mittelfrühen Sorten im LSV.
  • In Nordwestdeutschland und in Bayern konnten die spätreifen Sorten ihre ertragliche Überlegenheit beweisen.
  • In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg übertrafen die mittelfrühen die frühen Sorten.
  • In Hessen und auf den Löss- und Diluvialstandorten Ost ließen sich keine gesicherten Ertragsunterschiede zwischen den Reifegruppen ermitteln.

Abreife im Blick

Die Maissorten sollten sicher Trockensubstanzgehalte zwischen 30 und 35 Prozent in der Gesamtpflanze erreichen, bevor in der Mehrzahl der Jahre mit ersten Frösten gerechnet werden muss. In den Vorgebirgslagen der Mittelgebirge und in ausgeprägten Tallagen ist das bereits Anfang Oktober der Fall.

Die Frostempfindlichkeit korreliert eng mit dem Trockensubstanzgehalt: Je reifer, desto unempfindlicher wird Mais gegenüber kurzzeitiger Kälte. Es ist aber mit sekundärem Pilzbefall (Schwärzepilze und nachfolgend Fusarium), verringerter Verdichtungseignung im Silo und damit ungünstigerer Silagequalität zu rechnen.

Auf niederschlagsarmen Standorten mit geringerem Wasserhaltevermögen bieten Sorten mit lange grün bleibender Restpflanze (stay green) Vorteile. Sie tolerieren kurzzeitige Trockenheit besser und sind flexibler im Erntetermin.

Auf Standorten mit ausreichend Wasser und Problemen bei der Abreife, etwa den Vorgebirgslagen oder in Küstennähe, sind Sorten mit synchroner Reife und zügiger Restpflanzenabreife günstiger. Unter diesen Bedingungen behalten Stay-green-Sorten einen sehr hohen Wassergehalt in der Restpflanze bis zur Ernte, mit größeren Problemen bei Ernte und Silierung.

Aus der Silo- und Körnerreifezahl einer Sorte lassen sich Rückschlüsse auf das Abreifeverhalten ziehen: Bei niedrigerer Körnerreife- im Vergleich zur Siloreifezahl ist von einer länger grün bleibenden Restpflanze auszugehen. Im umgekehrten Fall reift die Restpflanze zügiger ab. Der Anbau von mehreren Sorten mit passender Reifezeit und unterschiedlichem Abreifeverhalten vermindert das jährliche Witterungsrisiko.

Der vollständige Beitrag mit Empfehlungen für den Körner- und Biogasmaisanbau ist im dlz agrarmagazin Dezember 2016 erschienen. Noch kein dlz-Leser? Hier finden Sie dlz-Angebote zum Testen!

Mit Material von Dr. Walter Peyker, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft

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