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Trockenheit

Sorghumhirse trotzt Dürre: Anbaufläche in Deutschland steigt langsam

Ein Feld mit Sorghumhirse
am Mittwoch, 23.12.2020 - 06:00 (1 Kommentar)

Der Anbau von Sorghumhirse steigt in Deutschland langsam an. Der Grund für mehr Hirsearten oder Sudangras sind veränderte Klimabedingungen mit mehr Dürren.

Die Anbauzahlen für Sorghum sind in offiziellen Statistiken zum Anbau nicht gesondert ausgewiesen. Die entsprechende Datengrundlage ist zu gering. Darum hat das Deutsche Maiskomitee (DMK) zusammen mit Landesämtern, Landwirtschaftskammern und Statistischen Landesämtern die entsprechenden Anbauzahlen für Sorghum errechnet.

Riesen-, Kolben- und Sorghumhirse oder Sudangras

Dazu wurden die Einzeldaten von Rispenhirse, Sorghumhirse, Kolbenhirse und Sudangras zu Sorghum zusammengefasst. Dabei sind die Anbaudaten größtenteils erst ab 2015 erfasst.

Die Anbaufläche für Sorghum lag

  • 2015 bei circa 8.600 ha. In der Folge sank sie etwas und lag
  • 2016 bei 7.000 ha. Erst nach dem richtig heftigen Trockenjahr
  • 2018 stieg die Anbaufläche von Sorghum auf 9.100 ha. Sie erreichte
  • 2020 eine Ausdehnung auf rund 11.100 ha.

Das entspricht einem Anteil von Sorghum von knapp 0,1 Prozent an der gesamten Ackerfläche in Deutschland.

Sorghum bisher hauptsächlich Ersatz für Biogasmais

Besonders in den von Dürre besonders hart betroffenen Bundesländern war zuletzt ein starker Zuwachs von Sorghum zu sehen. Das gilt etwa für Sachsen-Anhalt oder Brandenburg. Aber auch in Bayern war in den vergangenen drei Jahren ein stärkerer Anbau von Sorghumhirse zu beobachten. In den übrigen Bundesländern ist der Zuwachs eher moderat bis stagnierend.

Wie sich der Hirseanbau in den kommenden Jahren entwickelt, lässt sich laut DMK kaum voraussagen. In erster Linie kommt es darauf an, inwieweit die Ernteprodukte im Betrieb eingesetzt werden können.

Vor allem die nördlichen Bundesländer sind auf kältetolerante Sorten angewiesen. Sonst lässt sich die Kultur kaum anbauen. Und letztlich wird auch die weitere Entwicklung bei Biogas entscheidend sein, ob die Betriebsleiter mehr oder weniger Sorghumhirse als Ersatz für Mais wählen.

Sorghumhirsen: Züchtungsarbeit zeigt erste Fortschritte

Durch langjährige Züchtungsarbeit ist die Vielfalt bei Sorghumhirsen inzwischen relativ groß. Einige Sortentypen eignen sich wegen biochemischer Zusammensetzung und Futterwert als Zu- oder sogar Ersatz für Silomais. Und einige Sorghumsorten sind bereits zur Nutzung im Silo zu empfehlen.

Brown-Mid-Rib-Sortentypen (BMR) sind an der braun gefärbten Mittelrippe des Blattes zu erkennen. Diese Typen sind wegen einer natürlichen genetischen Mutation entstanden und haben einen geringeren Ligningehalt. Dadurch und durch den geringen Gehalt an anderen Gerüstfraktionen gelten sie als verdaulich. Der Züchter Euralis etwa hat die BMR-Typen züchterisch so zu bearbeitet, dass eine Kombination aus Standfestigkeit und Futterwert entstanden ist.

Generell ist Sorghum an trockene Gebiete angepasst. Sein verzweigtes und tiefes Wurzelsystem kommt gut an Wasser. Nicht die Wassernutzungseffizienz, sondern das bessere Aneignungsvermögen für Bodenwasser gilt als ausschlaggebend für die Ertragsüberlegenheit von Sorghum in Trockenjahren. Weiter kann Sorghum das Wachstum bei Dürre unterbrechen.

Mit Material von DMK, Euralis

Biogas aus Maisstroh

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