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Präzisionslandwirtschaft

Sorte und Saatstärke bei Mais künftig teilflächengenau wählen

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am Dienstag, 15.01.2019 - 05:06 (Jetzt kommentieren)

US-Farmer testen digitale Entscheidungshilfen für passende Maissorten und teilflächengenaue Saatstärken. Das Modell kombiniert schlagbezogene Ertragsdaten mit einer firmeneigenen Genbank für Maishybriden.

US-Farmer und Saatguthändler testen das neue Vorhersagemodell Seed Advisor, das die konzerneigene Genbank von Bayer mit regionalen Ertragsergebnissen verknüpft. Das Tool lässt sich dazu nutzen, die besten Hybridsorten samt Saatstärken standortangepasst für jeden einzelnen Schlag vorauszusagen.

Auf gut 40.000 ha getestet

Die digitale Hilfe der Climate Corporation, einer Tochter von Bayer, ehemals von Monsanto, haben ausgewählte US-Farmer 2018 erstmals genutzt. Das Prognosemodell sei möglich wegen der laut Bayer „branchengrößten firmeneigenen Saatgutbibliothek“. Es kombiniert die teilflächengenauen Erträge von Körnermais mit den Kandidaten der Genbank. Das soll „richtige“ Hybridsorten standortangepasst vorhersagen. 

Die Maisanbauer testen den Seed Advisor in einer Pilotphase. In Iowa, Illinois und Minnesota setzten sie das Tool mithilfe von FieldView in der Anbausaison 2018 auf rund 40.500 ha ein. Die Ernte brachte laut Anbieter einen durchschnittlichen Ertragsvorteil von über 600 kg/ha.

Rick DeGroote, Maisanbauer aus Parkersburg, Iowa, hält das Modell für benutzerfreundlich. Er hat die Empfehlungen auf 90 Prozent seiner Schläge angewendet und meint, dass die Technologie auch von Berufskollegen verwendet würde, sobald sie überall erhältlich sei.

Vor- und Nachteile bei der Sortenwahl

Gerade bei Mais ist das Angebot an Hyridsorten riesig, wissen hiesige Anbauer. Als echter Nachteil des Modells dürfte die Beschränkung auf einen Züchtungspool sein, sei die Genbank auch noch so groß. Gerade bei Mais sind die Zuchtprogramme konkurrierender Firmen ein Garant für Vielfalt und Fortschritt.

Die offizielle Markteinführung des Seed Advisor 2.0 ist in den USA für Herbst 2019 geplant, je nach weiteren Ertragsergebnissen. Zuvor sollen noch Versuche bei mehr Farmern stattfinden, auch in Wisconsin, Indiana und Missouri. Zudem wird das Tool auch in Soja getestet.

Weitere Angebote auch für Europa

Fortschrittliche Datenverarbeitung ermöglicht jedenfalls immer mehr Anwendungen für Präzisionslandwirtschaft. Mike Stern, CEO der Climate Corporation und Leiter Digital Farming bei Bayer sagt. „Wir befinden uns in der nächsten Phase der digitalen Landwirtschaft, wobei die Optimierung von Sortenauswahl und Aussaatstärke lediglich der Anfang ist“. 

Vom Schutz der Kulturen vor Unkraut, Krankheiten und Schädlingen bis hin zur optimierten Düngung wird die Forschung stets erweitert. Das stärkt die Datenbasis, die neue Entscheidungshilfen unterstützen. Allerdings sind bislang noch relativ wenig wirklich praxisreif.

FieldView hat 2018 weltweit weitere 25 innovative Entwicklungen aus der globalen Entwicklung für Landwirte vorangetrieben. Die Fülle an verfügbaren Daten soll dabei in wertvolle Informationen für Praktiker übersetzt werden.

Die 2015 eingeführte Plattform bietet tiefe Einblicke in die Flächenbewirtschaftung. Sie wird laut Bayer auf rund 24 Mio. ha in den USA, Kanada, Brasilien und Europa genutzt.

Mit Material von Bayer, Climate Corporation
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